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Landsberg

17.04.2015

Lärmschutz aus Glas

Das Modell für den Bebauungsplan.
Bild: Stadt Landsberg

Die Tempo-30-Regelung ist noch nicht vom Tisch.

Im zweiten Anlauf hat der Stadtrat jetzt den Entwurf des Bebauungsplans „Wiesengrund“ an der Schongauer Straße gebilligt. Nachdem noch im März vor allem wegen der Lärmschutzwände kein Ergebnis erzielt werden konnte und der Beschluss vertagt wurde, sprachen sich nun 20 Stadträte bei acht Gegenstimmen dafür aus, das Planverfahren gemäß der beschlossenen Abwägungen weiterzuführen.

Im wahrsten Sinn des Wortes ein Bild machen konnten sich dieses Mal die Stadträte von der Anordnung der Mehrfamilienhäuser, die das St. Ulrichswerk im Auftrag der Diözese Augsburg am südlichen Stadtausgang an der Schongauer Straße errichten möchte. Dabei wurde anhand der vom Bauamt präsentierten Skizzen schnell deutlich, dass sich die Lärmschutzwände nicht wie ursprünglich befürchtet, direkt entlang der Schongauer Straße in die Höhe ziehen werden, sondern lediglich in den vier Zufahrten ins Baugebiet und dann auch wohl noch zurückversetzt in die Zufahrt hinein. Auch werden sie nicht neun Meter hoch und aus Beton sein, sondern rund sechs Meter hoch und aus – je nach Gestaltungswunsch – buntem oder einfarbigem Glas. Damit konnte sich eine Mehrzahl der Stadträte anfreunden.

Nicht zufrieden zeigte sich Grünen-Stadtrat Henrik Lüßmann. Natürlich seien die Maßnahmen lediglich für den Außenbereich hinter der ersten Häuserzeile notwendig und gedacht, doch ob durchgängige Lärmschutzwände an den Zufahrten zu dem Wohngebiet so effektiv seien wie gewünscht, sei zu bezweifeln. Er hält es vielmehr für notwendig, im Bebauungsplan die Gültigkeit einer Tempo-30-Regelung festzuhalten: „Drei Dezibel Lärmminderung und die Wände. Dann sind wir einen guten Schritt weiter.“

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Rolf Mergler-Völkel, Umweltingenieur der Stadt Landsberg, gab Henrik Lüßmann insofern recht, als sich Lärmschutzmaßnahmen unterschiedlicher Art durchaus addieren können. Allerdings könnte eine Tempo-30-Regelung jederzeit zurückgenommen werden, „die Lärmschutzwände sind dauerhaft da.“. Er sieht in der Geschwindigkeitsbegrenzung eine nur geringe Verbesserung, die auch laut Stellungnahme des Landratsamts nur als zusätzliche Maßnahme gesehen werde. Die Behörde hatte erhebliche Bedenken angemeldet, falls ganz auf Lärmschutzwände in den Einfahrtsbereichen zum Baugebiet verzichtet werden sollte.

Henrik Lüßmann insistierte dennoch, seinen Vorschlag einer Geschwindigkeitsbegrenzung abstimmen zu lassen, auch nachdem Oberbürgermeister Mathias Neuner darauf hingewiesen hatte, dass eine solche in einem Bebauungsplan nicht festgelegt werden könne. Das Rechtsamt will diese Forderung prüfen. Lüßmann ließ sich – auch nachdem eigene Fraktionsmitglieder auf ihn eingewirkt hatten – darauf festlegen, einen entsprechenden Antrag für eine der nächsten Sitzungen zu stellen. Felix Bredschneijder (SPD) sah keinen Grund mehr, diesen Punkt so lange zu diskutieren. Er frage sich, wo denn das Problem liege. Man solle doch einmal die Kirche im Dorf lassen.

Auch Dr. Reinhard Steuer (UBV) hält von einer generellen Geschwindigkeitsbegrenzung nicht viel, lehnte aber das Vorhaben ab – aus dem alleinigen Grund, da er die Massivität der Bebauung für das Stadtbild nicht zuträglich hält: „Dort haben wir sonst Reihen- und Einfamilienhäuser.“

Künftig wird nun eine erste Häuserzeile direkt an der Schongauer Straße in einem Streifen liegen, in dem ein Mischgebiet eingetragen ist. Dort ist in den unteren Geschossen der Häuser, die mit speziellen Fenstern und weiteren Lärmschutzmaßnahmen (besonders gedämmte Außenwände) ausgestattet sein werden, gewerbliche Nutzungen vorgesehen. Die Einheiten im rückwärtigen, westlichen Teil des Baugebiets bleiben ausschließlich einer Wohnnutzung vorbehalten. An den vier Zufahrtsstraßen von der Schongauer Straße sind Lärmschutzwände mit Öffnungen von maximal drei bis vier Metern geplant, die Ausführung wird in Glas sein. Im Süden des Baugebiets wird es ebenfalls eine zweieinhalb Meter hohe Lärmschutzwand geben.

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