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Achselschwang

12.06.2019

Landjugend-Wettbewerb: So wird auf Feld und Wald gearbeitet

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Vielfältige Aufgaben standen bei den Teilnehmern des Bundeswettbewerbs der Landjugend auf dem Programm, der auch im Landkreis stattfand: Pflanzenbestimmung.
Bild: Romi Löbhard

Die Deutsche Landjugend ermittelt in Achselschwang und Landsberg ihre Besten, darunter sind auch 35 Frauen. Was sie alles in Theorie und Praxis leisten müssen.

Der Startschuss zum 34. Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend (BDL) fiel bereits im Februar. Jetzt, ziemlich genau vier Monate und mehrere Wettbewerbsstufen später, waren es von bundesweit anfangs 10000 noch 115 Nachwuchskräfte in Haus- und Forst-, Land- und Tierwirtschaft sowie Weinbau, die im Finale standen. 25 von ihnen sind junge Winzer, alle anderen – immerhin 90 Probanden – waren rund um den Ammersee aktiv. Darunter auch neun Teilnehmer aus Bayern, aus dem Landkreis Landsberg hatte sich niemand für den Bundeswettbewerb qualifizieren können.

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Start war im Haus der Bayerischen Landwirtschaft in Herrsching, mit schriftlicher Theorie sowie Präsentationen an den verschiedenen Wettbewerbsorten. Der folgende Tag gehörte der Praxis. Für die Hauswirtschafter ging es dafür ans Grüne Zentrum Puch (Landkreis Fürstenfeldbruck). Tier- und Forstwirte absolvierten ihre praktischen Prüfungen am Staatsgut Achselschwang. Allgemeine landwirtschaftliche Themen wurden ebenfalls am Agrarbildungszentrum Landsberg geprüft.

Geschicklichkeit und Teamfähigkeit

Am Praxistag ging es vor allem um Geschicklichkeit und Teamfähigkeit. Es sei quasi Erlebnispädagogik, was an dem Tag geboten und gefordert ist, sagt BDL-Vorsitzende Kathrin Muus – die offensichtlich für Begeisterung sorgt und nachhaltig wirkt: „Wir haben Richterinnen und Richter dabei, die schon selbst beim Wettbewerb mitgemacht haben.“

Ganz schön anstrengend

Ganz schön anstrengend können die einzelnen Püfungen sein, wie der Besuch einiger Stationen verdeutlichte. Eine eher ruhige Geschichte war dabei die Kontrolle eines Getreidefelds am Stadtrand von Landsberg hinsichtlich Schädlings- und Krankheitsbefall sowie nicht erwünschter Pflanzen. Beim Geschicklichkeitsfahren im Team (ebenfalls in Landsberg) war bei den jungen Landwirten höchste Konzentration gefordert. Die Aufgabenstellung forderte, spurgenau zu fahren und zu rangieren. Ein Azubi sollte an einem Kreiselwender eingewiesen und mit ihm gemeinsam die Qualität des zu bearbeitenden Materials bestimmt werden.

Haltungsbedingungen und Stallklima

Eine der beiden Landwirte-Gruppen widmete sich in Achselschwang den Kälbern, eine den Rindern. Haltungsbedingungen, Tierplatzgestaltung, Stallklima, Futter- und Wasseraufnahme waren zu beurteilen. Die Tierwirte hatten neben der Stallbeurteilung und der Zusammenstellung von Futterrationen für Kühe auch einen Weidezaun zu bauen. Gleichzeitig sollten Pflanzen und Futterwert des umzäunten Areals bewertet werden.

Die schweißtreibendsten Aufgaben hatten aber die 25 Forstwirte – unter ihnen auch eine Frau – zu lösen. So waren zehn Baumsetzlinge in sieben Minuten zu pflanzen, akkurat in einer Reihe und mit genau 1,50 Metern Abstand. Und extra für die Prüfung aufgerichtete Schwachholzstämme sollten so gefällt werden, dass sie in einen vorgegebenen Korridor fallen. Dabei wurde nicht nur bewertet, ob der Stamm die Zielmarkierung zentimetergenau trifft, sondern auch die Zeit, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Fällen gebraucht haben. Für volle Punktzahl durften sie eine Minute nicht überschreiten. Außerdem zählten die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften wie Schutzausrüstung, Warnrufe oder das Gehen nur mit ausgeschalteter Motorsägenkette. Neben der Bestimmung von Schadbildern sowie Bäumen, Sträuchern, Pflanzen war auch ein Fledermauskasten anzufertigen. Während im Bereich Forst-, Haus-, Tier- und Landwirtschaft die meisten Titel nach Bayern gingen, lagen im Weinbau klar die Rheinland-Pfälzer vorn.

Der Wettbewerb ist einer der größten europaweit, erklärt Carina Gräschke vom ausrichtenden Bund der Deutschen Landjugend. Für Kathrin Muus besonders erfreulich: In jeder Sparte waren Frauen – insgesamt sind es 35 – am Start.

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