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Landsberg

19.04.2020

Landkreis Landsberg: Der Maibaum bleibt heuer im Wald

Landjugendvorsitzender Korbinian Sickinger zeigt im Wald bei Oberdießen die etwa 30 Meter hohe Fichte, die vergangenes Jahr geschlagen wurde. Im Mai soll sie eigentlich als Maibaum im Ortskern aufgestellt werden.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus In Zeiten von Corona ist alles anders. Auch beim Aufstellen des Maibaums. Wie in den Dörfern im Landkreis mit der Situation umgegangen und warum es in Pürgen richtig kompliziert wird.

Der 1. Mai ist eigentlich ein großer Feiertag in Bayern – nicht so in Zeiten von Corona. Das Landsberger Tagblatt hat sich im Landkreis umgehört, wie es die Vereine in den Gemeinden mit dem Maibaumaufstellen halten. In Pürgen mit seinem vier Ortsteilen stellt sich die Situation kompliziert dar. In anderen Orten zeigt man sich durchaus einfallsreich.

In Unterfinning wird das Maibaumaufstellen auf unbestimmte Zeit verschoben, sagt Simon Wegele, der Vorsitzende des Burschenvereins. Der Baum sei bereits geschlagen, „ist aber noch nicht im Ort“. Doch nicht nur das Coronavirus bereitet dem Burschenverein, der die Aufstellung organisiert, Schwierigkeiten. „Es gibt auch noch Probleme mit der Versicherung wegen der Handaufstellung“, sagt er.

Es soll ja auch ein Fest gefeiert werden

Man brauche beim händischen Aufstellen des Maibaums mindestens 40 Personen, und die könnten nicht den nötigen Abstand halten. „Wir wollen alles dafür tun, um am Aufstellen mit der Hand festzuhalten.“ Darum wird der Termin auf unbestimmte Zeit verschoben und der Burschenverein wartet ab, wie sich die Situation entwickelt. Denn für Wegele geht es auch darum, dass zum Maibaumaufstellen ein Fest gefeiert werden kann. Wegele schätzt, dass sich der Termin bis in den August verschieben wird. Auch wenn dann Ferien sind, glaubt er, dass genügend Gäste kommen: „Ich denke, heuer bleiben viele daheim und fahren nicht in den Urlaub.“

Landkreis Landsberg: Der Maibaum bleibt heuer im Wald

Richtig kompliziert wird es in der Gemeinde Pürgen. „Es stellen immer Pürgen und Stoffen im einen sowie Lengenfeld und Ummendorf im anderen Jahr den Baum auf“, sagt Markus Flüß, der in Pürgen mit dem Burschen- und Madlverein das Fest organisiert. Da man aber in diesem Jahr darauf verzichten muss, fallen im nächsten Jahr alle Maibaumfeiern zusammen. Denn auch in Stoffen wird man keinen Maibaum aufstellen. „Mit Corona geht das nicht“, sagt Christian Häring von der Dorfgemeinschaft.

Für Stoffen ist es besonders bitter. Denn während man in Pürgen den vorhandenen Baum vom TÜV prüfen lassen wird, und dieser damit vermutlich stehen bleiben kann, hat man in Stoffen nun ein Jahr lang gar keinen Maibaum. „Es gab auch Überlegungen, den Baum im August aufzustellen, aber das wird wohl auch nichts werden“, so Häring. Einig sind sich Flüß und Häring, dass man eine Lösung finden wird, damit nicht über Jahre hinweg in allen vier Gemeindeteilen gleichzeitig der Baum aufgestellt wird.

Dieses Archivfoto stammt aus dem Jahr 2017 und zeigt den Dießener Baum.
Bild: Julian Leitenstorfer

Zumindest am Monat Mai will man in Oberdießen festhalten, wie Korbinian Sickinger von der Katholischen Landjugend sagt. Um nicht gegen Vorgaben zu verstoßen, ist man erfinderisch geworden. „Eigentlich stellen wir den Baum von Hand auf, darauf werden wir verzichten“, sagt Sickinger. Vielmehr soll der Baum schnell mit einem Traktor aufgestellt werden. „Da brauchen wir nicht viele Helfer, und das Fest fällt natürlich auch aus.“ Ebenso das Bemalen des Baums. „Wir werden ihn in Natur aufstellen.“ Deshalb wird der Baum auch erst wenige Tage vor dem Aufstellen ins Dorf geholt. Dabei sorgen die Ausgangsbeschränkungen für ein weiteres Kuriosum: Einerseits kann man den Baum nur schwer bewachen – auf der anderen Seite dürfen aber auch die „Diebe“ nicht zusammenkommen.

Bereits verschoben wurde das Maibaumaufstellen in Beuern. Der Termin am 1. Mai sei definitiv nicht zu halten, aber vielleicht werde der Baum im Herbst aufgestellt, teilt Roman Albrecht von der Dorfgemeinschaft mit.

In Geltendorf wird der Termin um ein Jahr verlegt

Gleich um ein Jahr wird das Aufstellen in Geltendorf verlegt. Wie Wolfgang Kurz vom federführenden Heimat- und Trachtenverein sagt, habe es vor Kurzem eine Absprache mit den anderen Vereinen gegeben. „Da wurde angeregt, ob wir nicht bis Ende Mai warten sollen, dann wäre es immer noch ein Maibaum.“ Doch schon die Vorbereitungen ließen sich aufgrund der Ausgangsbeschränkungen nicht optimal durchführen. „Außerdem stellen wir den Baum traditionell mit Hand auf. Um die Gesundheit der Helfer und auch der zu erwartenden Besucher zu schützen, haben wir uns deshalb entschieden, gleich ein Jahr zu verschieben.“ Damit bleibt der Baum noch im Wald, „und ich hoffe, er fällt bis nächstes Jahr nicht dem Käfer zum Opfer“, sagt Kurz und schmunzelt.

Auch in Prittriching wurde die Aktion abgesagt. Weiteres sei bis jetzt noch nicht besprochen worden, sagt Jürgen Seeholzer, der Vorsitzende der Feuerwehr Prittriching. „Man kann sich momentan ja auch nicht treffen.“

Deshalb ist auch in Schwifting, wo normalerweise jedes Jahr ein Maibaum aufgestellt wird, bislang noch nichts geschehen. „Wir haben uns noch um nichts gekümmert, und das lassen wir jetzt so“, sagt Christian Pohl, der sich mit dem Maibaumverein eigentlich um das Fest kümmert. Der Baum, der immer erst einen Tag vor dem Fest geschnitten wird, darf damit noch ein Jahr stehen bleiben.

Auf bessere Zeiten hofft man in Utting. Der 1. Mai kann sicher nicht als Termin gehalten werden, vielmehr ist Abwarten angesagt. „Wir werden den Maibaum aufstellen, sobald es die Rahmenbedingungen erlauben und sich die Covid-19-Situation entspannt hat. Es ist unser Bestreben, den Baum möglichst noch in diesem Jahr aufzustellen“ so Reinhard Rostek, der Vorsitzende der Maibaumfreunde. Der neue Termin werde auf der Homepage der Maibaumfreunde bekannt gegeben.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Maibaum-Absage: Aufgeschoben, nicht aufgehoben

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