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Landsberg

11.12.2017

Landkreis will ein weiteres Gutachten zur Sparkassenfusion

Noch ist die Zentrale der hiesigen Sparkasse am Landsberger Hauptplatz. Damit könnte es im Falle einer Fusion in absehbarer Zeit vorbei sein.
Bild: Archiv/Julian Leitenstorfer

Landsbergs Landrat Thomas Eichinger geht es dabei weniger um ökonomische Aspekte. Er hat zwei andere Aspekte im Blick, wie er im Kreisausschuss andeutete.

Der Landkreis will sich selbst noch eingehender mit der von den Sparkassen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg betriebenen Fusion befassen. Zu diesem Zweck soll nun auch der Landkreis – er ist einer der drei Träger der Sparkasse Landsberg-Dießen – ein Beratungsunternehmen beauftragen. Das hat der Kreisausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Was die Zielrichtung einer solchen Studie sein soll, skizzierte Landrat Thomas Eichinger (CSU). „Wir sind zwar nur ein kleiner Träger, haben aber einen großen Auftrag“, schickte der Landkreischef voraus. „Es geht um die Absicherung des Sparkassenauftrags in der Fläche des Landkreises außerhalb von Dießen und Landsberg.“ Ein Gutachten diene dazu, sich mit dieser Thematik „seriös“ zu befassen. Der Landkreis ist mit einem Anteil von 20 Prozent an der Sparkasse Landsberg-Dießen beteiligt, 50 Prozent hält die Stadt Landsberg und 30 Prozent der Markt Dießen. Geradezu umgekehrt verhält es sich mit der Verteilung der Sparkassenfilialen im Landkreis: Vier befinden sich in Landsberg, zwei in Dießen, dagegen 18 auf dem flachen Land zwischen Obermeitingen und Finning und Eching und Denklingen.

Der Landkreis-Anteil läge zwischen dem von Altomünster und Dießen

Da stelle sich die Frage, so Eichinger weiter, welche Einflussmöglichkeiten der Landkreis nach einer Fusion noch haben werde. Momentan wird davon ausgegangen, dass die Landsberger Sparkasse rund 22 Prozent der möglichen neuen Sparkasse mit dem Arbeitstitel „Amper-Lech“ haben dürfte. 20 Prozent davon ergäben dann nur noch einen Landkreisanteil von 4,4 Prozent. Damit würde der Landkreis Landsberg bei einer künftigen Groß-Sparkasse in einer Liga mit Trägern wie Markt Indersdorf (1,4 Prozent), Altomünster (1,6 Prozent) und Dießen (6,6 Prozent) spielen, während etwa der Landkreis Dachau 26,9 und Stadt und Landkreis Fürstenfeldbruck jeweils 18,75 Prozent halten würden. An diesen Anteilen würde sich auch die Sitzverteilung in den Sparkassengremien wie etwa dem Aufsichtsorgan, dem Verwaltungsrat, orientieren. Diese Gremien sind in der Regel recht übersichtlich: Der Verwaltungsrat der Sparkasse Landsberg-Dießen etwa setzt sich aus je zwei Vertretern der Stadt, des Landkreises und der regionalen Wirtschaft und einem Vertreter aus Dießen zusammen – insgesamt also sieben Personen.

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Konkret sprach Eichinger auch die Frage an, wie der „Sparkassenfonds“ auch im Falle einer Fusion gesichert werden würde. Darunter ist das Spendenvolumen zu verstehen, das das Kreditinstitut für gemeinnützige Zwecke bereitstellt. Die drei Träger können dabei Vorschläge machen, wie dieses Geld konkret verwendet werden soll.

Es sei zwar jedem klar, so Eichinger weiter, dass Fusionen ökonomisch meist sinnvoll sind, „das allein kann aber nicht die Betrachtungsgrundlage sein“. Wirtschaftliche Überlegungen nahmen etwa in dem von den Sparkassen beauftragten Mehrwertgutachten breiten Raum ein. Diese Studie der Münsteraner Beratungsfirma zeb hielt zwar fest, dass die Tragfähigkeit der Sparkasse Landsberg-Dießen auch in Zukunft gegeben wäre. Künftige Betriebsergebnisse würden sich aber deutlich verschlechtern. Diese Feststellung verbanden die Gutachter mit dem Hinweis, dass sich damit auch der Spielraum für Spenden und Sponsoring verengen würde. Eine Fusion schaffe hingegen auch mit Blick auf die Erträge „quantitative Mehrwerte“.

Zur Beauftragung eines Gutachtens kam es in der Kreisausschusssitzung noch nicht. Einen Vergabevorschlag kündigte der Landrat für Januar an. Bis zum Frühjahr wolle man dann in Sachen Fusion „entscheidungsfähig“ sein, so die Zielsetzung Eichingers.

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