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Landkreis Landsberg

11.05.2020

Landrat Thomas Eichinger bekommt vier Stellvertreter

Landrat Thomas Eichinger (CSU) ist seit 2014 im Amt. Er wurde bei der Kommunalwahl im März im Amt bestätigt. In der ersten Sitzung des neuen Kreistags werden vier Stellvertreter gewählt, bisher waren es zwei.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Plus Am Dienstag findet die konstituierende Sitzung des neuen Kreistags statt. Im Vorfeld hat die CSU mit drei anderen Fraktionen eine Kooperation vereinbart. Die zweitstärkste Fraktion geht leer aus.

So etwas hat es in der Geschichte des Kreistags im Landkreis Landsberg wohl noch nicht gegeben. Landrat Thomas Eichinger wird für die kommenden sechs Jahre vier Stellvertreter bekommen. Denn seine CSU hat im Vorfeld der konstituierenden Sitzung mit drei anderen Fraktionen eine Kooperation vereinbart. Die vier Partner haben die Mehrheit der Stimmen. Und so dürfte es bei der Abstimmung am frühen Dienstagabend in der Aula der Kauferinger Realschule keine Überraschung mehr geben.

Bisher hatte Landrat Thomas Eichinger zwei Stellvertreter: Peter Ditsch (CSU) und Ulla Kurz ( SPD). Beide sind im neuen Kreistag nicht mehr dabei. Peter Ditsch, der auch sein Amt als Bürgermeister in Pritt-riching abgab, bezeichnet Eichinger als „treue Stütze“, auf die er sich blind verlassen habe können. Seine Nachfolge soll Margit Horner-Spindler antreten. Die CSU-Politikerin bringt Erfahrung als Bürgermeisterin von Reichling und Kreisrätin mit. „Als stärkste Fraktion hat die CSU einen Anspruch auf den Posten des ersten Stellvertreters“, sagt Eichinger.

Der Landrat ist in den aufgrund der Corona-Krise finanziell unsicheren Zeiten auf der Suche nach einer breiten Basis für Entscheidungen. Deswegen habe CSU-Fraktionssprecher Wilhelm Böhm seine Fühler ausgestreckt, mit welchen Partnern das möglich sei. Die Wahl fiel auf die Freien Wähler, die SPD und die UBV. Allesamt Parteien und Gruppierungen, die keinen Landratskandidaten aufgestellt hatten. Die SPD hatte im Wahlkampf sogar eine Empfehlung für den 45-jährigen Eichinger ausgesprochen. „Wir wollen eine bürgerliche Mehrheit“, begründet Böhm die Auswahl. Und so sei im Vorfeld ein Kooperationspapier verfasst und festgelegt worden, dass jeder Partner einen weiteren Stellvertreter stellt.

Die SPD hatte eine Wahlempfehlung für den CSUler ausgegeben

Zweiter Stellvertreter soll Markus Wasserle werden. Der SPD-Kreisvorsitzende aus Kaufering hatte vor sechs Jahren noch gegen Eichinger kandidiert, unterlag aber in der Stichwahl recht deutlich. Er habe sich in den vergangenen sechs Jahren immer wieder mit dem Landrat ausgetauscht. „Ich finde, er hat seinen Job gut gemacht“, sagt Markus Wasserle. Aus Sicht der SPD sei eine Kooperation aufgrund vieler inhaltlicher Gemeinsamkeiten logisch gewesen, zumal sich im Kooperationspapier viele soziale Themen fänden.

Als dritter Stellvertreter soll Iglings Bürgermeister Günter Först fungieren. Für den Kreisvorsitzenden war nach der Kreistagswahl klar, dass seine Freien Wähler als drittstärkste Kraft Anspruch auf einen Stellvertreterposten stellen werden. Im Wahlkampf sei deutlich geworden, dass CSU und Freie Wähler inhaltliche Gemeinsamkeiten hätten. Als weiteren Stellvertreter hat die UBV den früheren Kauferinger Bürgermeister Erich Püttner auserkoren. CSU und UBV wollen vor allem das zuletzt doch ein wenig belastete Verhältnis zwischen Stadt und Landkreis verbessern, wie Christoph Jell (UBV) sagt.

Landrat und Oberbürgermeister waren sich in einigen Punkten uneins

Dass sich Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) und Landrat Thomas Eichinger (CSU) in den vergangenen acht Jahren immer wieder an Themen gerieben hätten, sei nicht gut gewesen. Nun wolle man gemeinsam mit der neuen Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl, die im Kreistag der dreiköpfigen UBV-Fraktion angehört, die Dinge für Landsberg anschieben. Stellvertretend nennt Jell den Neubau des Landratsamts, die Beruflichen Schulen und den sozialen Wohnungsbau.

Die zweitstärkste Fraktion im Kreistag, die Grünen, werden damit erneut keinen Stellvertreter stellen. Sie haben bei der Wahl am deutlichsten zugelegt (15 statt zehn Sitze). „Wir werden einen Gegenkandidaten stellen“, sagt Renate Standfest, einen Namen will sie aber noch nicht verraten. Dass der Landrat gleich vier Stellvertreter bekommen soll, erschließt sich ihr nicht, dass er sich Mehrheiten beschaffe, um seine Politik zu stärken, gehöre zu einer Demokratie. Die Grünen sind ihrer Meinung nach die einzige im Kreistag wahrgenommene Opposition. Diese Rolle werde die Fraktion in den nächsten Jahren beibehalten. Der Klimaschutz und eine nachhaltige Politik seien wichtige Themen.

Das Gremium tagt in der Realschule

Die konstituierende Sitzung des Kreistags findet aufgrund der Corona-Pandemie nicht im Sitzungssaal im Landratsamt, sondern in der Aula der Kauferinger Realschule statt. Dort können die geltenden Abstandsregeln eingehalten werden. Beginn der Sitzung am Dienstag, 12. Mai, ist um 17 Uhr.

Dem Kreistag gehören 60 Mitglieder an. Davon sind 23 Frauen und Männer neu im Gremium und werden vereidigt. Die Männer (43) haben klar die Oberhand. Jüngstes Mitglied ist der 20-jährige Lennart Möller (Grüne) aus Landsberg, ältestes Mitglied mit 73 Jahren seine Fraktionskollegin Monika Groner aus Unterdießen. Am längsten im Kreistag – seit 1990 – sitzen Peter Fastl (Freie Wähler) aus Dießen und Josef Loy (CSU) aus Eresing. Nach der Wahl im März sieht die Sitzverteilung im Kreistag wie folgt aus: CSU (23 Sitze), Grüne (15), Freie Wähler (fünf), SPD (fünf), ÖDP (drei), UBV (drei), Bayernpartei (drei) sowie FDP, AfD und Die Partei mit je einem Sitz. Die meisten Stimmen der Kreisräte holte Landtagsabgeordneter Alex Dorow (CSU) mit 33923, die wenigsten Dr. Anton Renner (FDP) mit 4714.

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