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Landsberg

08.03.2020

Landrat Thomas Eichinger tankt beim Joggen neue Kraft

Beim Joggen rund um seinen Heimatort Schondorf atmet Landrat Thomas Eichinger (CSU) gerne durch.
Bild: Christian Rudnik

Plus Landrat Thomas Eichinger (CSU) tritt zur Wiederwahl an. Das Ministrantenamt und Gemeinderatssitzungen in Schondorf waren für ihn prägende Lebenserfahrungen.

Thomas Eichinger wurde vor sechs Jahren zum Landrat gewählt. Jetzt tritt der CSU-Politiker an, um wiedergewählt zu werden. Im Gespräch mit dem LT verrät er, warum seine Katzen die Namen griechischer Götter tragen, Theater eine wichtige in seinem Leben spielt und seine Laufrunden kürzer geworden sind.

Den CSU-Mann haben auf seinem Weg an die Spitze des Landkreises vor allem die Kirche, die Junge Union (JU) und die Erfahrungen im Schondorfer Gemeinderat geprägt. „Ich war als Kind und Jugendlicher schüchtern. Ich musste mir die Fähigkeit, in der Öffentlichkeit selbstbewusst aufzutreten, hart erarbeiten“, sagt der 45-Jährige. Dass er in der Kirche als Ministrant und später als Lektor mitarbeitete, habe ihm dabei sehr geholfen. „Bei diesen Aufgaben rückt man zwangsläufig mehr in den Vordergrund.

Eichinger ist ein Politiker, dessen Aussagen und Reden überlegt und ruhig daherkommen. Dass er mal laut und emotional wird, erlebt man sehr selten. „Natürlich habe ich manchmal das Gefühl, ich bin im falschen Film. Da sagen Kreisräte oder Bürgermeister dann etwas, damit etwas gesagt wird, auch wenn es aus meiner Sicht überhaupt nicht überzeugend ist. Das lasse ich dann halt so stehen und schaue, dass wir weiter vorankommen.“ So ein Punkt, über den er beispielsweise nur den Kopf schütteln kann, ist, wenn die Vertreter der Gemeinden beim Kreis ihre Wünsche anmelden, dann aber auf die Barrikaden gehen, wenn es um die Finanzierung mittels Kreisumlage geht, weil ihnen diese zu hoch ist.

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Eichinger kann im politischen Betrieb aber nur noch wenig schocken, seit seinen Tagen bei der Jungen Union und im Schondorfer Gemeinderat. „In Schondorf wurde immer viel geredet. Da habe ich viele Stunden zugebracht und sehr gut gelernt, was wichtig ist und was nicht. Und bei der JU, deren Vorsitz ich 1995 übernommen habe, gab es unfassbar viele Versammlungen, die ich moderiert habe. Das hat mich am Anfang auch noch Überwindung und Nerven gekostet.“

Aus Zeitgründen ist die Laufstrecke kürzer geworden

Der Landrat sagt über sich selbst, dass es ihm reiche, wenn er einige Schritte an der frischen Luft gehe oder mal eine Runde jogge, um durchzuatmen und den Kopf freizubekommen. Früher sei er zweimal die Woche eine zehn Kilometer lange Runde gelaufen, heute seien es aus Zeitgründen oft nur noch zwei oder drei Kilometer. Dabei ist er immer rund um Schondorf unterwegs, wo er lebt.

Überhaupt bleibe nur relativ wenig Zeit für Hobbys. Während seiner Amtszeit habe er es noch nicht geschafft, einen Roman zu lesen. Bei Sachbüchern arbeite er sich nach und nach durch. Es dauere aber, bis er ein Buch komplett gelesen habe, so der Landrat. Er mag Autoren wie John Grisham und Umberto Eco. Während der Autofahrt schaltet er gerne mal ein Hörbuch ein oder es läuft Musik, bevorzugt deutschsprachige.

Die Katzen tragen die Namen griechischer Götter

Aus Zeitgründen hat Thomas Eichinger auch den Wunsch seiner Familie, er hat einen siebenjährigen Sohn, ist aber nicht verheiratet, nach einem Hund abgelehnt. „Um einen Hund muss man sich vernünftig kümmern und mir war schon klar, an wem das am Ende hängen bleibt.“ Jetzt hat die Familie zwei frei laufende Katzen: Herkules und Hera. Sein Sohn habe zum Zeitpunkt der Anschaffung einen Comic über griechische Sagengötter gelesen, deswegen die Namen, erläutert der Landrat. Seine Lebenspartnerin reitet seit den Kindheitstagen. Er begleitet sie manchmal zu Turnieren. Selber auf ein Pferd zu steigen, das sei aber nichts für ihn. „Da habe ich doch zu viel Respekt vor dem Tier“, sagt er.

Eichinger versucht unter der Woche möglichst häufig um 17.30 Uhr aus dem Landratsamt zu kommen, um mit seiner Familie Abendbrot essen können. Danach geht es dann oft noch auf einen Termin. Überhaupt ist Eichinger ein Mensch, der lieber am Abend etwas länger arbeitet. „In meiner Anfangszeit begannen Besprechungen oft um 8 Uhr. Ich kann um die Uhrzeit nicht über komplexe Themen diskutieren und Entscheidungen treffen. Wir fangen jetzt um 9 Uhr an. Abends geht es häufig bis 22 Uhr.“

Wenn seine Partnerin einen Termin hat, springe er punktuell auch mal am Vormittag oder Nachmittag ein und kümmere sich um seinen Sohn, sagt er. Im Urlaub fährt die Familie bevorzugt nach Süden. Zuletzt ging es nach Spanien und Kroatien. Dann ist Eichinger auch mal komplett raus aus dem Politikbetrieb. „Ich habe mit Peter Ditsch einen Stellvertreter, der sich sehr gut auskennt und auf den ich mich komplett verlassen kann. Ich bedauere es sehr, dass er aufhört.“

Im Theaterverein muss es eine Hauptrolle sein

Eine Hauptrolle spielt Eichinger aber nicht nur in der Landkreis-Politik, sondern auch alle zwei Jahre bei der Jakobsbühne, dem Theaterverein Schondorfs. „Mit einer Nebenrolle gebe ich mich nicht mehr zufrieden“, sagt Eichinger und lacht. Mit seiner Art, Texte zu lernen, machte er Regisseur Alex Dorow anfangs „wahnsinnig“, erzählt er. Er brauche den Zeitdruck, um die Texte zu lernen. Seit er Landrat ist, lerne er die Texte aus Zeitgründen an den Übungsabenden und bei den Proben, was auch gut funktioniere, sagt er.

Trotz aller zeitlichen Zwänge ist Eichinger sehr zufrieden. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“

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