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Landsberg

28.01.2019

Landrat Thomas Eichinger will das Jahr mutig angehen

Facettenreich: Thomas Eichinger ist nicht nur der Landsberger Landrat. Im Bild oben durfte Eichinger sogar mal auf eine Kanzel (Heilig Kreuz), als Stimme Gottes in „Noahs Flut“.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Rück- und Ausblick: Welche Themen beim Landsberger Landrat dieses Jahr auf der Agenda stehen. Er erzählt über E-Akten und wie er sich in seiner Freizeit entspannt.

Das Thema Mut beschäftigte und beschäftigt den Landsberger Landrat Thomas Eichinger. Und zwar sowohl 2018 als auch 2019, sagt er in seinem Rück- und Ausblick im Interview mit dem LT. „Es war schon mutig, die Sparkassenfusion zwischen Amper und Lech infrage zu stellen, zuerst als Einzelkämpfer. Aber sehr erfolgreich“, so Eichinger, denn man müsse nicht immer alles durchwinken, was vorgeschlagen werde. „Am Ende war in keiner Fraktion im Kreistag eine Mehrheit für dieses Thema da, und das zeigt doch alles.“

„Mut ist generell gefragt“, sagt der 44-jährige Eichinger. Mut sei nicht nur das Motto der Kreiskulturtage 2019, sondern auch eine Frage der Diskussionskultur in der Politik. „Wir müssen Themen sachlich angehen, nicht hysterisch.“ Man dürfe aber nicht still sein oder sich den Mund verbieten lassen, sondern offen reden und so eine gelebte Demokratie bieten.

Der Landrat macht sich fürs Ehrenamt stark

Es habe 2018 im Landkreis viele mutige Entscheidungen gegeben. Der Neubau des Freibads in Greifenberg sei eine davon. „Das muss der Landkreis machen, die Städte und Gemeinden können sich so etwas nicht leisten.“ Auch die Entscheidung für ein Feuerwehrzentrum (Pürgen) sei eine lohnende Investition. „Wir werden Menschen, die ihre Freizeit fürs Ehrenamt verwenden, auch unterstützen. Wir sehen doch am Einsatz der Feuerwehr kürzlich in Miesbach, wie wichtig das für uns alle ist.“ Dort hatten Landsberger Feuerwehrleute beim Katastrophenschutz, Dächer vom Schnee befreit. Sein emotionalster Moment 2018: Die Haushaltssitzung, sagt der Landrat. Als die richtige Entscheidung in Sachen Kreisumlage fiel und man alle Projekte durchbrachte, das sei eine echte Erleichterung gewesen.

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Der Landkreis stehe, so Eichinger, finanziell nicht schlecht da, deshalb sollte man auch in die Zukunft investieren. Er schätze eine lebhafte Diskussion und am Ende entscheide die Mehrheit. „Und das müssen wir dann alle gemeinsam tragen und durchsetzen.“ Deshalb wolle er auch gerne bei den Kommunalwahlen wieder antreten. „Wenn meine Partei das so will, will ich mich für die CSU 2020 auch gerne wieder als Landrat aufstellen lassen.“ Er habe sich jetzt fünf Jahre eingearbeitet und habe noch einiges vor, das verwirklicht werden müsse.

Wie geht es mit dem Fliegerhorst weiter?

Jetzt stehen aber erst mal die Ziele für 2019 an. „Meist Themen, die uns noch lange beschäftigen werden.“ Etwa der Fliegerhorst Penzing, der weiter im Augenmerk der Kommunalpolitik bleiben müsse. „Wir dürfen nicht denken, da kommt ein Investor, der regelt alles. Das wäre fatal“, sagt Eichinger. Der Bund, der Landkreis, Stadt und Gemeinden müssen hier die Gemeinde Penzing unterstützen und nach richtigen Ansiedlungen suchen. „Alles nur gewinnbringend zu verkaufen, ist nicht der richtige Weg.“ Denn man dürfe die örtliche Infrastruktur auch nicht überfordern. Hier müsse weiter die öffentliche Hand Herr des Verfahrens sein.

Eine große Herausforderung sei die E-Akte, die digitale Aktenführung, die das Landratsamt vor große Herausforderungen stelle. Und das Thema, das alles andere bestimmt: Die Standortfrage des Landratsamtes müsse dringend gelöst werden. „In Teilbereichen wie im Jugendamt kommen wir voran, denn es wird teilweise in die Innenstadt verlegt.“ Eine schnelle Lösung sei aber in jedem Fall für alle Bereiche gefragt. Der Landrat favorisiert die zentrale Lage am Penzinger Feld und hofft, dass die Stadt Landsberg dieses Thema nun schnell bearbeitet. „Eine weitere Verzögerung in Sachen Planung wäre für uns schlecht. Wir können nicht mehr allzu lange warten.“ Es liegen Entwürfe vor, und Eichinger hofft, dass die Stadt wie damals beim Fachmarktzentrum nun einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan in Auftrag geben wird. „Man muss das Gebiet nicht komplett überbauen, man kann auch wie bereits beim Fachmarktzentrum einzelne Bereiche herausnehmen und so die Bebauung vorantreiben“, sagt Thomas Eichinger.

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Im Herbst öffnet das Landratsamt seine Türen

Wichtig sei ihm auch ein neuer Pflegestützpunkt für pflegende Angehörige, der Ansprechpartner in jedem Bereich bieten soll und so die Menschen kompetent vor Ort unterstützen könne. „Nur so können wir beratend den Menschen, die meist mit der Situation überfordert sind, helfen“, denkt der Landrat. Eichinger freut sich jetzt bereits besonders auf den Herbst und den Tag der offenen Tür im Landratsamt. „Er findet am 14. September statt. Das Landratsamt ist für viele eine unbekannte Behörde und wir wollen zeigen, was wir hier alles können und welche Berufe man hier auch findet.“

In seiner Freizeit spielt der Landrat gerne Theater

Wie ein Landrat entspannt? Auch das wissen viele Landsberger – vor allem Schondorfer –, die ihn regelmäßig bei der Jakobsbühne von Alex Dorow Theaterspielen sehen. Die Bühne feiert heuer 20-jähriges Bestehen und spielt deshalb ein ganz besonderes Stück. „Zeugin der Anklage“ ist ein Krimi, ein Kammerspiel der besonderen Art. Eichinger spielt darin einen Handelsvertreter, der eine reiche Witwe ermordet haben soll. Die Zeugin der Anklage: seine eigene Ehefrau. „Man darf also gespannt sein, ob ich der Böse oder der Gute bin.“

Der Landrat ist auch sonst viel in Sachen Kultur unterwegs. Ob als Moderator bei der Verleihung des Ellinor Holland Kunstpreises im Landsberger Stadttheater oder bei den Kreiskulturtagen, die wieder im Mai starten. „Hier bin ich sehr dankbar für die Unterstützung der Künstlerin Annunciata Foresti, ohne die diese Veranstaltungsreihe so nicht möglich wäre“, sagt Eichinger. Der Landkreis hoffe, diese Reihe noch lange anbieten zu können.

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