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Kreis Landsberg

29.03.2016

Landrat bittet Ehrenamtliche um Vertrauen

Im Landkreis Landsberg wird es ab 1. April weitere Betreuer für Asylbewerber geben.
Bild: Julian Leitenstorfer

Neue Mitarbeiter für die soziale Betreuung der Flüchtlinge. Eine weitere wichtige Stelle ist (noch) nicht besetzt.

Es waren deutliche Worte, die Rainer Michler in der jüngsten Sitzung des Dießener Marktgemeinderates fand. Er ist ehrenamtlich in der Asylarbeit engagiert und kritisierte, dass in diesem Bereich alles Richtung Landsberg orientiert sei. Vieles lasse sich besser vor Ort regeln als vom Landratsamt aus. Und Bürgermeister Herbert Kirsch, selbst Kreisrat, forderte eine feste Stelle für einen Koordinator der Ehrenamtlichen am Westufer. Dabei konzentriert sich die Arbeit ab April noch mehr am Landratsamt, das dann auch die soziale Betreuung der Asylsuchenden und die Koordination der Ehrenamtlichen innehat.

Wie bereits berichtet, übernimmt das Landratsamt beide Aufgaben vom Kreisverband des Roten Kreuzes. Für die soziale Betreuung der Asylsuchenden, auch Außendienst genannt, gingen über 200 Bewerbungen ein. Wie Landrat Thomas Eichinger sagt, seien ab April neun Vollzeitstellen mit zwölf Personen besetzt. Für die neuen Mitarbeiter, darunter auch einige vom Roten Kreuz, stünden Leasing-Fahrzeuge zur Verfügung, mit denen sie die einzelnen Unterkünfte täglich ansteuern sollen. Dort wo über 40 Personen zu betreuen sind, sollen die Mitarbeiter mindestens drei Stunden pro Tag vor Ort sein. Damit der Übergang klappt, kümmern sich anfangs auch noch drei Mitarbeiter des Roten Kreuzes um die soziale Betreuung. Wie der Landrat sagt, laufen deren Verträge mit dem Kreisverband über den April hinaus, der längste bis in den Oktober.

Noch nicht besetzt ist die Stelle des Ehrenamtskoordinators. Vergangene Woche führte der Landrat mehrere Bewerbungsgespräche. Im Landratsamt hofft man, den neuen Mitarbeiter schon am Freitag präsentieren zu können. Auch unter den veränderten Bedingungen bittet Thomas Eichinger die Ehrenamtlichen, in ihrem Engagement zum Wohle der Asylsuchenden im Landkreis nicht nachzulassen. „Ohne Ehrenamt kann ein gutes Zusammenleben mit den Flüchtlingen nicht gelingen.“ Es würde ihn daher sehr freuen, wenn seinen Mitarbeitern Vertrauen entgegengebracht würde.

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Ehrenamtlich tätig sind auch die Mitglieder des Integrationsprojekts LandsbergLäuft. Sie haben für den 16. April den Sitzungssaal des Landratsamts reserviert und wollen dort einen Verein gründen. Eine Vereinssatzung wurde bereits beim Finanzamt in Kaufbeuren eingereicht, sagt Pressesprecher Raffael Sonnenschein. Die Vereinsgründung hatte Landrat Eichinger immer wieder als Voraussetzung für eine mögliche Zusammenarbeit genannt. Er könne sich vorstellen, dass LandsbergLäuft eine ähnliche finanzielle Unterstützung erhält wie die Landsberger Energieagentur, die auch Ziele des Landkreises verfolge.

Gleichzeitig könne es demnächst auch Gespräche mit dem Arbeitskreis Freie Wohlfahrtspflege geben, der ja personelle und finanzielle Hilfe in der ehrenamtlichen Asylarbeit zugesagt hatte. Die Integration der anerkannten Flüchtlinge, die sich vor allem LandsbergLäuft auf die Fahnen geschrieben hat, sieht Thomas Eichinger eher als Aufgabe der Stadt, Märkte und Gemeinden. „Wir können in diesem Bereich begleiten und koordinieren“, sagt er.

Im Moment kommen deutlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland als noch vor dem Winter. Das ist auch im Landkreis zu spüren. Wurden dem Landratsamt vor wenigen Monaten noch wöchentlich über 50 Asylbewerber zugewiesen, sind es aktuell noch 13. Und auch bei der Suche nach neuen Standorten für Unterkünfte tritt die Regierung von Oberbayern auf die Bremse. Langfristige Mietverträge sollen derzeit nicht abgeschlossen werden.

Für Landrat Eichinger ist die aktuelle Situation ein „Gang auf Messers Schneide“. Denn steigt die Flüchtlingswelle wieder an, würden kurzfristig neue Unterkünfte benötigt. Die abwartende Haltung der Regierung, etwa beim Standort Ohmstraße im Landsberger Industriegebiet, sieht er daher nicht unbedingt entspannt. Könnte dort eine Erstaufnahmeeinrichtung geschaffen werden, stünde die mittlerweile kreiseigene Turnhalle an der Lechstraße wieder zur Verfügung und könnte endlich saniert werden.

Wer sich für die im Landkreis lebenden Asylsuchenden einbringen möchte, kann sich beim Landratsamt unter Telefon 08191/129-158 melden. Auf der Internetseite des Landratsamtes steht dazu auch ein Formular zur Verfügung, das ausgefüllt werden kann.

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