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Coronavirus-Fall

31.01.2020

Landratsamt Landsberg wehrt sich gegen Kritik

In einer Pressekonferenz informiert das Landratsamt Landsberg.
Bild: Dominic Wimmer

Der erste Corona-Erkrankte stammt aus Kaufering. In den vergangenen Tagen gab es massiv Kritik am Landratsamt Landsberg. Dort fand heute eine Pressekonferenz statt.

Sechs Menschen in Deutschland sind mit dem Coronavirus infiziert. Der erste Infizierte stammt aus dem Kreis Landsberg. In einer Pressekonferenz informierte das Landsberger Landratsamt am Freitag über den aktuellen Stand. Wir fassen die wichtigsten Aussagen zusammen:

Landsberger Landrat warnt vor Stigmatisierung der Krankheit

Landrat Thomas Eichinger (CSU) stellt sich bei der Pressekonferenz der Kritik: „Das Landesgesundheitsamt hat uns von dieser Pressekonferenz abgeraten. Aber wir wollten bewusst an die Öffentlichkeit gehen.“ Zum jetzigen Zeitpunkt habe das Virus - zumindest im Landkreis Landsberg - in einer Sackgasse enden können. Das hofft Eichinger zumindest. Er verteidigt die Entscheidung, dass das Landratsamt nach Bekanntwerden des ersten Falles den Wohnort des Betroffenen und die Kindertagesstätte, das sein Kind besucht habe, nicht verraten habe. „Hier droht eine Stigmatisierung der Krankheit.“ Jeder Influenzafall sei gefährlicher.

Thomas Eichinger (Landrat des Landkreises Landsberg am Lech) über die Coronavirus-Fälle in der Region.
Video: Dominic Wimmer

Davon habe es seit 1. November 2019 im Landkreis 64 gemeldete Fälle gegeben und seit 1. Januar 44 weitere. Das gibt die Leiterin des Landsberger Gesundheitsamtes, Dr. Birgit Brünesholz, bekannt. Sie lässt die vergangenen 72 Stunden aus Sicht der Behörde Revue passieren. Am Dienstagmorgen seien die Maßnahmen angerollt, nachdem man von der Taskforce des Landesgesundheitsamtes erfahren habe, dass der an Corona-Erkrankte aus dem Landkreis Landsberg stammt. Der 33-Jährige stammt aus Kaufering. Am Dienstagnachmittag habe man um 14.45 Uhr die Eltern, die ihren Nachwuchs in „Don Bosco“ haben, informiert. Wie Landrat Thomas Eichinger und Dr. Brünesholz betonen, habe man keine Veranlassung gesehen, die Kindertagesstätte zu schließen.

Besorgte Eltern drohten Gesundheitsamt mit Polizei

Die Krankheit sei nicht so schlimm wie eine Influenza, vielmehr drohe die Gefahr, das sich das Coronavirus verbreite und mutiere. Dem Gesundheitsamt sei von besorgten Eltern sogar mit der Polizei gedroht worden. Acht Personen habe das Gesundheitsamt isoliert. Sie alle hatten Kontakt zum betroffenen Kauferinger, darunter Frau und Tochter des 33-Jährigen. Ein Geschäftsmann, der von einer Reise aus Shanghai zurückgekehrt war, habe sich zur Behandlung ins Klinikum Landsberg begeben. Das teilt der Leiter der Inneren Medizin am Klinikum, Dr. Ingo Mecklenburg, mit. Der Mann habe lediglich grippale Symptome gezeigt. Weder bei ihm noch bei den anderen Personen sei Corona bislang nachgewiesen worden.

Doch erst am Sonntag in einer Woche könne man final sagen, ob die betroffenen Personen an Corona erkrankt seien oder nicht.

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