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Landsberg

19.03.2020

Landsberg: Am Freitag kommen die Corona-Tester ans Auto

Ein Drive-In-Zelt am Parkplatz an der Eishalle in Landsberg: Hier entsteht eine Corona-Prüfstation, die am morgigen Freitag den Betrieb aufnimmt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Auf dem Parkplatz vor der Eissporthalle in Landsberg entsteht eine Drive-in-Station. Dort werden ab Freitag Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigung Abstriche für einen Corona-Test machen. Getestet wird nur nach Anmeldung.

Ranfahren, Scheibe runterkurbeln und den Mund öffnen: So ähnlich dürfte es ab dem morgigen Freitag auf dem Parkplatz neben der Landsberger Eissporthalle zugehen. Dort entsteht ein spezieller Drive-in: eine Prüfstation für Corona-Tests. Getestet wird aber nur, wer vorher vom Gesundheitsamt oder der Kassenärztlichen Vereinigung einen Termin bekommen hat.

Auf dem Parkplatz neben der Eissporthalle steht künftig ein Zelt. Zuständig für den Aufbau ist das Rote Kreuz, wie der Pressesprecher des Landratsamts, Wolfgang Müller, dem LT sagte. Die Zufahrt zur Spöttinger Straße erfolgt über den Kreisverkehr, dort, wo die kleine Zugangsstraße zum Parkplatz beginnt, wird es laut Müller eine Zugangskontrolle geben. Und wer ins Zelt fährt, steigt nicht aus dem Auto aus, sondern wird im eigenen Pkw getestet, „und fährt dann eine Runde und wieder raus“. Entsprechende Pfeile markieren den Weg.

Nur wer eine Nummer hat, darf weiterfahren

Nur wer sich vom Gesundheitsamt unter Telefon 08191/129-1291 oder über die Notfallnummer der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (116117) einen Termin geben lässt und dort eine Nummer bekommt, der wird durchgelassen zur Drive-in-Station. Dies werde streng kontrolliert. Und es gelten, wie Müller betont, weiterhin die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts: Getestet wird nur, wer engen Kontakt zu einem bestätigten, positiven Corona-Fall hat und die bekannten grippeähnlichen Symptome wie Fieber, trockenen Husten, Kopf- oder Halsschmerzen ausweist. Oder wer aus einem der Risikogebiete komme und Symptome zeige. Den Testbetrieb übernehme die Kassenärztliche Vereinigung Bayern, sagt Wolfgang Müller: „Deren Mitarbeiter regeln den Betrieb.“

Landsberg: Am Freitag kommen die Corona-Tester ans Auto

Sie werden mit einem Bus und ihrer Ausrüstung vor Ort sein. Müller kann nicht sagen, wann am Freitag begonnen wird und bei wie vielen Personen ein Abstrich gemacht werden wird. Oder auch wie viele Stunden pro Tag dort getestet werden wird. Wolfgang Müller geht davon aus, dass die Kassenärztliche Vereinigung auch noch Personen, die sich in den vergangenen Tagen dort gemeldet haben, zum Sportzentrum beordern wird, um die Fälle dort abzuarbeiten. Bayernweit wurden und werden derartige Stationen eingerichtet, in Mindelheim arbeitet der Drive-in beispielsweise seit Mittwoch. Der Grund ist, dass in den Hausarztpraxen und auch über den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung, wie berichtet, nicht genügend Abstriche gemacht werden können.

Derzeit sind 19 Personen im Landkreis positiv getestet

Bei den Hausärzten mangelt es teilweise an Schutzkleidung. Und der Bereitschaftsdienst stößt an seine Grenzen. Laut KVB werden täglich 1500 bis 1800 Abstriche gemacht, die Kapazität werde nun auch noch durch die mobilen Stationen gesteigert. Um die Anrufe bewältigen zu können, seien auch Konferenzräume zu Telefonzentralen umgebaut worden, berichtet Dr. Axel Heise von der Kassenärztlichen Vereinigung. Im Fahrdienst arbeiteten reguläre Bereitschaftsärzte und inzwischen auch Freiwillige, etwa Ärzte im Ruhestand, sowie Fahrer, die die Ärzte zu den Patienten fahren.

Die Zahl der positiv auf Corona getesteten Personen steigt auch im Landkreis Landsberg: Aktuell sind laut Wolfgang Müller 19 Personen, bei denen der Test positiv ausfiel, in häuslicher Quarantäne. Im Krankenhaus behandelt werden müsse derzeit niemand. Insgesamt seien rund 50 Menschen, also auch enge Kontaktpersonen zu einem Infizierten, in Quarantäne. Im Augenblick sicher fühlen können sich wohl die zwei Männer aus dem Landkreis, die sich Ende Januar mit dem Coronavirus infiziert hatten: Laut Müller gehen die Mediziner davon aus, dass, wer Covid-19 übersteht, immunisiert ist. „Man weiß aber nicht, für wie lange.“

Lesen Sie dazu den Kommentar: Corona-Test: Eine Prüfstelle als Lösung

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