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Landsberg
24.10.2019

Das Neue Stadtmuseum in Landsberg könnte noch länger zu bleiben

Museumsleiterin Sonia Fischer präsentierte dem Stadtrat bei einem Ortstermin ihr Konzept für eine neue Dauerausstellung. Doch die Frage ist inzwischen, ob es im ehemaligen Jesuitengymnasium künftig noch ein Museum geben wird oder ob es an einen anderen Standort verlagert wird.
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Museumsleiterin Sonia Fischer präsentierte dem Stadtrat bei einem Ortstermin ihr Konzept für eine neue Dauerausstellung. Doch die Frage ist inzwischen, ob es im ehemaligen Jesuitengymnasium künftig noch ein Museum geben wird oder ob es an einen anderen Standort verlagert wird.
Foto: Thorsten Jordan

Oberbürgermeister Mathias Neuner bezweifelt, ob die Sanierung bis zur Landesausstellung 2024 möglich ist. Das ist aber nicht der einzige Punkt, der im Stadtrat für Diskussionen sorgt.

Wann macht das Neue Stadtmuseum mit einer neuen Dauerausstellung wieder auf? Kommt die Landesausstellung 2024 mit dem Titel „Räuber und Banditen“ nach Landsberg?

Auf beide Fragen hat es in der Stadtratssitzung am Mittwochabend keine Antworten gegeben. Aber im Stadtrat wurde schon mal deutlich, dass die für 2024 geplante Wiedereröffnung, die Landesausstellung und auch der bisherige Museumsstandort in der Von-Helfenstein-Gasse zur Disposition stehen.

Vor der Sitzung hatte ein Ortstermin im derzeit leer stehenden Museum stattgefunden. Leiterin Sonia Fischer erläuterte ihr Konzept für die neue Dauerausstellung und machte deutlich, dass unabhängig davon auch ein erheblicher Sanierungsbedarf am ehemaligen Jesuitengymnasium selbst besteht. Dabei war von rund 2,5 Millionen Euro für eine neue Ausstellung und – mit allen Vorbehalten, wie Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) betonte – von Sanierungskosten von vier bis sechs Millionen Euro die Rede. Im schlechtesten Fall könnten aber auch zehn Millionen Euro Gesamtkosten zusammenkommen.

Während das von Fischer vorgetragene Ausstellungskonzept fraktionsübergreifend auf Zustimmung stieß, sah es bei der Frage, wo und und ab wann es das Stadtmuseum wieder geben soll, ganz anders aus. So äußerte der Oberbürgermeister gleich zu Beginn Zweifel, ob das städtische Bauamt überhaupt Kapazitäten habe, das Projekt bis Anfang 2024 abzuwickeln. Er verwies dabei auf zahlreiche weitere (Pflicht-) Aufgaben der Stadt wie den Neubau von Kindertagesstätten, die Sanierung von Schulen, Rathaus, Sportanlagen, Jugendzentrum, die Tiefgaragenerweiterung oder das Gemeindehaus und die Grundschule in Erpfting, „und dann haben wir noch keine einzige Klimaschutzmaßnahme realisiert“. Allein für all das bräuchte man im Bauamt fünfeinhalb Vollzeitkräfte, derzeit habe man aber nur dreieinhalb. Und dann stehe auch noch die Forderung aus dem Stadtrat nach sozialem Wohnungsbau im Raum. Er sei zwar, so Neuner, sehr dafür, die Landesausstellung nach Landsberg zu holen, „aber wenn wir es nicht schaffen, wird es peinlich“.

Daneben wurde im Stadtrat die Standortfrage nochmals aufgerollt. Zwar war aufgrund einer museumsfachlichen Machbarkeitsstudien 2017 einstimmig beschlossen worden, das Stadtmuseum im bisherigen Haus neben der Heilig-Kreuz-Kirche zu belassen. Doch das stellten jetzt mehrere Stadträte infrage. Christian Hettmer (CSU) begründete dies unter anderem damit, dass sich die damalige Entscheidung nur auf eine zehnseitige Präsentation gestützt habe, nicht aber auf die komplette 180-seitige museumsfachliche Stellungnahme. Aus dieser könne man aber herauslesen, dass auch die bisherige Grundschule am Spitalplatz geeignet sein könnte. Mit Blick auf jüngste Überlegungen, das ebenfalls sanierungsbedürftige ehemalige Jesuitenkolleg in ein Tagungszentrum umzubauen könnten im bisherigen Museum auch Seminarräume errichtet werden. Auch Dr. Reinhard Steuer (UBV) lehnte den bisherigen Standort ab. Dadurch sei das „absolut schlüssige“ Ausstellungskonzept auch zum Scheitern verurteilt.

„Mich wundert die Standortdebatte“, sagte dagegen Felix Bredschneijder (SPD): Er verwies auf dei früheren Beschlüsse und darauf, dass das Museum im Bauamt „eingetaktet“ gewesen sei. Ein Stadtmuseum sei nicht „nice to have“, sondern ein „must have“. Petra Ruffing (CSU) bezeichnete das Museum für eine Stadt wie Landsberg eine „Pflichtaufgabe“, gerade auch um Neubürger und Flüchtlinge in die Stadtgesellschaft zu integrieren. Ein Museum vermittle viele Dinge, „die unser Zusammenleben in hohem Maße beeinflussen“, mahnte sie. Gäbe es länger als zehn Jahre keine Dauerausstellung, wäre das fatal. Ähnlich hatte zuvor auch Moritz Hartmann (Grüne) argumentiert. Er befürchtete zudem, dass in einigen Jahren die gleiche Diskussionen geführt werden, wenn das Thema jetzt verschoben werde. „Auch dann werden wir Kindergärten bauen und Schulen sanieren müssen.“ Doris Baumgartl (UBV) drängte ebenfalls darauf, die Museumsfrage „zu einem guten Abschluss zu bringen. Ich finde es ausgesprochen unangenehm und peinlich, wenn wir sagen, wir kriegen es personell nicht hin.“

Eine Entscheidung sowohl zum Stadtmuseum an sich wie auch zur Landesausstellung wurde schließlich verschoben. „Ich glaube, wir sind heute dazu nicht wirklich beschlussfähig“, fasste Oberbürgermeister Neuner schließlich zusammen, bevor der Stadtrat mit 21:4 Stimmen den Ball an den Ältestenrat weitergab.

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