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Landsberg
07.08.2019

Der Müll wurde einfach unter Bäumen abgeladen

Am Ortsausgang von Landsberg an der Buchloer Straße lagen diese Mülltüten in einem Waldstück.
Foto: Karin Planer

Ordnungswidrigkeit oder Straftat im Westen von Landsberg? Das LT hat nachgefragt, wie Müllvergehen geahndet werden und wer den Abfall am Ende wegräumen muss.

Mehrere Plastiksäcke, offensichtlich voller Müll, liegen in einem Wäldchen an der Buchloer Straße in Landsberg, wie ein Foto in den sozialen Medien zeigt. Vermutlich hat hier jemand seinen Hausmüll entsorgt. Den konkreten Fall hatte Michael Strohmeier von der Landsberger Polizei nicht auf dem Tisch, er kann aber generell zur illegalen Müllentsorgung Stellung nehmen: Handelt es sich bei dem Unrat in den Tüten um normalen Hausmüll, werte die Polizei dies als Ordnungswidrigkeit. Anders sieht es aus, wenn giftige Stoffe darin enthalten sind: Dann steht laut Strohmeier der Straftatbestand Umwelt- beziehungsweise Gewässergefährdung im Raum. Freilich ist die Suche nach dem Täter oder den Tätern schwierig, wenn sich keine Zeugen melden, die etwas Auffälliges bemerkt haben. Oder sich aus dem Müll kein Hinweis auf den Täter ergibt. Die Polizei untersuche den Müll, sagt Strohmeier.

Wenn Eternit für den Wegebau verwendet wird

Der kommissarische Leiter der Inspektion schätzt, dass die Landsberger Polizei in ihrem Dienststellenbereich vielleicht ein bis zwei Mal pro Monat mit derartigen Fällen zu tun hat. Früher sei es auch öfters vorgekommen, dass Menschen aus Unwissenheit die Umwelt gefährdeten – „beispielsweise wenn Eternitplatten, die Asbestfasern enthalten, gebrochen und zum Wegebau verwendet wurden“. Dann spreche man von „unerlaubtem Umgang mit Abfall“. Für die Ordnungswidrigkeit gibt es in Bayern einen Bußgeldkatalog, der vom zwei- bis zum vierstelligen Betrag reicht. Bei der Straftat kann die Geldstrafe laut Strohmeier im sechsstelligen Bereich liegen und bei einer schweren Umweltstraftat drohe auch eine Gefängnisstrafe.

„Der Müll in der Buchloer Straße ist kein Einzelfall“, sagt der Pressesprecher der Stadt, Andreas Létang. Es werde immer wieder Hausmüll derart entsorgt. Die Straßenreinigung säubere verschmutzte Bereiche nach Hinweisen und fahre bestimmte Punkte, auch die Buchloer Straße, im monatlichen Turnus an.

Bei der Stadt sammeln sich pro Woche bis zu elf Tonnen Müll an

Das verursacht Kosten, insgesamt ist das Budget beim Bauhof für Personal und Entsorgungskosten laut Létang mit 680.000 Euro angesetzt. Zehn Mitarbeiter würden Tag für Tag nicht nur die knapp 82 Hundekot-, sondern auch 220 Müllbehälter im Stadtgebiet leeren und beseitigen den achtlos entsorgten Müll auf Wegen, Straßen und Grünanlagen. Dabei kämen in der Woche bis zu elf Tonnen Müll zusammen.

Freilich könnten die bewaldeten Bereiche im Stadtgebiet nicht kontinuierlich vom Bauhof gereinigt werden. Da sei die Stadt auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Die Stadt appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger, den Müll richtig und vor allem in der eigenen Tonne zu entsorgen.

Wer fürs Aufräumen zuständig ist

Für die Abfallwirtschaft im Landkreis ist das Landratsamt zuständig. Von Bürgern wird die Behörde rund 50 Mal im Jahr informiert, dass Müll irgendwo illegal weggeworfen worden sei, berichtet Sprecherin Anna Diem. Sie geht davon aus, dass die Dunkelziffer höher ist, da nicht alles auffällt und in den Gemeinden auch Bauhofmitarbeiter Müll wegräumten. Betrachtet werden müsse immer der Einzelfall, je nach Gefährlichkeit gehe Landratsamt oder Polizei der Sache nach. Einen Unterschied macht auch, wo der Müll hingeschmissen wurde: Landet er auf einem Grundstück im Innenbereich, muss sich der Grundstücksbesitzer um die Entsorgung kümmern, wie Diem erklärt. „Im Außenbereich ist die Müllentsorgung wiederum eine Sache der öffentlichen Hand.“ Der Grund: Wiese und Wald können von jedem betreten werden, im Gegensatz zu privaten Gärten in Dorf und Stadt.

LT-Redakteurin Stephanie Millonig ärgert sich über Leute, die ihren Abfall einfach in die Landschaft werfen. Müll im Wald? Geht gar nicht!

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