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Foto: Julian Leitenstorfer
Foto: Julian Leitenstorfer

Sieht nach einem Treffer für Landrat Thomas Eichinger aus, als Oberbürgermeister Mathias Neuner das Tor hütete. Die beiden testeten bei der offiziellen Eröffnung den neuen Kunstrasenplatz im Schulzentrum.

Landsberg
07.06.2019

Der neue Kunstrasen im Landsberger Schulzentrum ist ein Volltreffer

Von Gerald Modlinger

Die erneuerte Sportanlage ist in Betrieb. Und auch bautechnisch ist sie auf der Höhe der Zeit.

Satt grün sieht er aus, der Fußballplatz auf der neuen Außensportanlage am Schulzentrum in Landsberg. Das liegt nicht am reichlichen Regen im Mai, sondern daran, dass alles ganz neu ist: Am Donnerstagvormittag ist die neue Anlage offiziell eröffnet worden. Der Fußballplatz ist ein Kunstrasenplatz, aber auch Laufbahnen, ein Soccercourt, ein Beachvolleyball-Platz, eine Anlage für Weit- und Hochsprung und Kugelstoßen und ein BMX-Parcours wurden errichtet, fasste Landrat Thomas Eichinger zusammen. Seit dieser Woche können die Schüler von Johann-Winklhofer-Realschule (JWR) und Dominikus-Zimmermann-Gymnasium (DZG) darauf spielen.

Kein Mikroplastik unterm Grün

Und die Sportanlage wurde auch schon reichlich genutzt, als gestern dort Vertreter der Kreispolitik, der Schulen und Planer Franz-Josef Eger die Sportanlage offiziell eröffneten. Zuerst herrschte dort reger Betrieb beim Sportunterricht, danach testeten kurz auch Landrat und Oberbürgermeister mit einem Fußball die Qualitäten des Kunstrasens.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Mikroplastik-Diskussion war die Aufmerksamkeit besonders auf eben diesen Kunstrasen gelenkt. Planer Eger hob hervor, dass er schon vor den entsprechenden Veröffentlichungen dazu auf die umstrittene Kunststoff-Unterlage verzichten wollte und er dankte den Verantwortlichen im Landratsamt, „dass sie mir gefolgt sind“.

Die Frage, wie der Untergrund eines Kunstrasenplatzes ohne Mikroplastik aufgebaut werden kann, hat kürzlich auch den Stadtrat beschäftigt. Sportzentrum: Warum der neue Kunstrasen auf sich warten lässt

Mehr unter Rechtfertigungsdruck stand Eger aber offenbar bei der Bepflanzung der Sportanlage. Da habe es schon Kritik gegeben, weil vor der Neuerrichtung der Sportanlage Bäume gefällt wurden, berichtete er. Das sei aber wegen der Neuordnung der Fläche unumgänglich gewesen. Eger wies auch die Kritik zurück, dass keine heimischen Baumarten gepflanzt worden seien. Es seien durchaus heimische Arten wie Buche, Mehlbeere, Baumhasel und Apfel, allerdings in Zucht- und Zierformen.

Es kann noch etwas dazukommen

Der einzige Wermutstropfen sei bei der Umsetzung aber gewesen, dass der Landkreis nicht von der von ihm vorgeschlagenen „Maximalvariante“ zu überzeugen war. Dazu hätte auch eine Calisthenics-Anlage gehört. Kalisthenie ist eine Form des körperlichen Trainings, das eine Reihe von einfachen, oft rhythmischen Bewegungen beinhaltet und für die nur das eigene Körpergewicht genutzt wird. Aber immerhin könnten die dafür notwendigen Einrichtungen noch nachgerüstet werden. Die in jedem Fall erforderlichen blauen Fallschutzplatten zwischen dem roten Hartplatz und dem Kunstrasenfeld wurden schon mal verlegt. Aber auch so zeigten sich die beiden Schulleiter begeistert: „Ein super Gelände“ – so lautete das Urteil von JWR-Chef Detlef Zimmermann.

Gekostet hat die gesamte Anlage ziemlich genau so viel wie berechnet, nämlich rund 1,5 Millionen Euro. Das ist nicht nur eine Investition für die Schüler von JWR und DZG, sondern auch für den Allgemeinsport. In jedem Fall solange der Kunstrasenplatz am Sportzentrum nicht benutzt werden kann beziehungsweise erneuert wird, soll auch den Sportvereinen die Möglichkeit gegeben werden, ihn zu nutzen, sagte Oberbürgermeister Mathias Neuner am Rande der Eröffnung. Allerdings könne der Platz aufgrund des Immissionsschutzes abends nur bis 19 Uhr bespielt werden.