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Landsberg

28.11.2019

Landsberg: Doch kein Sicherheitsdienst für die Obdachlosenunterkunft

Die Obdachlosenunterkunft in der Landsberger Jahnstraße (das Bild wurde bei der Eröffnung im Sommer 2018 aufgenommen) soll nicht von einem Sicherheitsdienst kontrolliert werden.
Foto: Stephanie Millonig/Archiv

Plus Vor allem im Sommer gibt es immer wieder Probleme in den Obdachlosenwohnungen in der Landsberger Jahnstraße. Warum zusätzliche Kontrollen für den Finanzausschuss keine Lösung sind.

Für die Obdachlosenunterkunft in der Landsberger Jahnstraße soll nun doch kein privater Sicherheitsdienst engagiert werden. Einen entsprechenden Vorschlag aus dem Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss hat jetzt der Verwaltungs- und Finanzausschuss verworfen. Es gab nur zwei Befürworter unter den 13 Ausschussmitgliedern. Außerdem entbrannte dabei erneut eine Grundsatzdiskussion über die Situation in der Einrichtung.

Zwar unternimmt die Stadt bereits einige Anstrengungen zur Betreuung der momentan 13 Bewohner der Notunterkunft (darunter drei Flüchtlinge), wie im Ausschuss berichtet wurde. Wochentags ist eine städtische Mitarbeiterin 30 Stunden in der Woche in der Vor-Ort-Betreuung tätig, ferner übernehmen zwei Sozialarbeiter der Herzogsägmühle 29 Stunden pro Woche die soziale Betreuung und der Innendienst der Grundstückswirtschaft ist ungefähr 30 Wochenstunden mit verschiedensten Verwaltungstätigkeiten beschäftigt. Außerdem kontrolliere die Sicherheitswacht in unregelmäßigen Abständen die Einrichtung. Dennoch gibt es immer Probleme – vor allem in den Abend- und Nachtstunden.

Wäre ein Sozialarbeiter besser?

Hier nun sollte der Sicherheitsdienst (jährliche Kosten laut Angebot 27.500 Euro) ansetzen. Für dieses Geld würden zwei Sicherheitskräfte in den Wintermonaten einmal pro Nacht und in der Sommerzeit zweimal pro Nacht eine 20-minütige Kontrolle vornehmen. Überzeugen konnte das Angebot die Mehrheit im Ausschuss nicht: Ob es nicht besser wäre, Sozialarbeiter zu beschäftigen als 20-minütige Kontrollbesuche zu bezahlen, fragte sich beispielsweise Jost Handtrack (Grüne). Dabei stellte er auch die Frage, ob es so glücklich sei, eine Frau in der Vor-Ort-Betreuung zu beschäftigen, die sich mit 13 Männern auseinandersetzen müsse.

Dr. Wolfgang Weisensee (Landsberger Mitte) bewertete es als „Aktionismus“, wenn nun ein Sicherheitsdienst beauftragt werden würde: „Die Leute dort sind nach 22 Uhr für Maßnahmen eines Sicherheitsdienstes, der Polizei oder des Rettungsdiensts nicht mehr zugänglich. Da können sie auch den Weihnachtsmann vorbeilaufen lassen, das interessiert keinen.“ Insgesamt würden die Probleme dort überdies „völlig überbewertet“, so der Eindruck des Notarztes. Rettungseinsätze, Schlägereien, Drogenkonsum und häusliche Gewalt seien „viel weniger“ geworden. Und wegen nächtlichen Lärms müsste man genauso an mehreren Lokalen in Landsberg „jemand davor stellen“, sagte Weisensee weiter.

"Wir sind bei den Anwohnern im Wort"

Wegen des Schutzes der Nachbarn hatte sich zuvor Stefan Meiser (ÖDP) für einen Sicherheitsdienst ausgesprochen. „Wir sind bei den Anwohnern im Wort“, sagte er, und wies darauf hin, dass die Stadt bislang ihr Versprechen gegenüber den Nachbarn, die Bewohner der Notunterkunft würden dort nicht länger als neun bis zwölf Monate, nicht erfüllt habe. Letztendlich befürworteten aber nur er und Margarita Däubler (SPD) die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes.

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