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Landsberg

20.03.2020

Landsberg: Ein Parkplatz wird zum Corona-Testfeld

Am Landsberger Sportzentrum werden seit Freitagmittag Hunderte Abstriche genommen, um Corona-Tests durchzuführen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Seit Freitagmittag ist der Corona-Drive-in am Sportzentrum in Landsberg in Betrieb. Am ersten Tag wurden bereits hunderte Personen getestet.

Es ist an diesem Freitag natürlich keine Großveranstaltung, die einen großen Stau am Landsberger Sportzentrum verursacht. Dass nach Tagen des Stillstands dort wieder viel Betrieb herrscht, liegt an dem neuartigen Coronavirus. In den Autos sitzen Menschen, die sich testen lassen wollen, um zu erfahren, ob sie selbst daran erkrankt sind. Derweil hat sich die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis erhöht.

Eine große Autoschlange zieht sich um die Eishalle herum, dann werden die Autos auf drei Spuren gelotst, an denen Biertische stehen. Hier werden seit Freitagmittag Abstriche für einen Corona-Test gemacht. An die 300 Personen hatten einen Termin unter der Telefonnummer 116117 der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) oder vom Gesundheitsamt zugeteilt bekommen.

Immer mehr Menschen wollen sich testen lassen

Bürger, die sich Sorgen machen, weil sie grippeähnliche Symptome zeigen oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, seien die Zielgruppe, erklärt Tobias Hock von Bäuerle Ambulanz, die an der Drive-in-Station am Sportzentrum tätig ist. Eine solche Einrichtung sei inzwischen nötig geworden, weil sich immer mehr Menschen testen lassen wollen, sagt Hock weiter. Das sei auf dem bisherigen Weg, dass die zu testenden Personen daheim besucht wurden, inzwischen nicht mehr zu machen. Auch gelte es, andere Menschen in den Hausarztpraxen vor möglichen Corona-Ansteckungen zu schützen.

Landsberg: Ein Parkplatz wird zum Corona-Testfeld

Spontanbesuche von Menschen, die sich Sorgen machen, an Covid-19 erkrankt zu sein, sind an der Drive-in-Station nicht möglich. „Die werden nicht durchgelassen“, verdeutlicht Hock, und verweist auf die Sicherheitsleute, die an der Zu- und Abfahrt postiert sind. Wer einen Termin vorweisen kann und durchgelassen wird, bekommt einen Zettel mit seinen Daten an die Windschutzscheibe geheftet und wird dann mit seinem Auto an einen der drei Biertische geleitet, wo ihm ein Röhrchen zur Probenentnahme in den Mund gesteckt wird. Bis 18 Uhr sollten die Corona-Tests am Freitag weiterlaufen, erklärt Hock vor Ort. Am Wochenende wird pausiert, weitere Termine werde es nächste Woche geben. Hock spricht von einer „flexiblen Lage“.

Aufmunternde Worte vom Landrat

Punkt zwölf Uhr wird der Betrieb im Drive-In aufgenommen. „Es läuft alles ruhig und die Lokalität ist optimal“, sagt Andreas Graf, Leiter der Abteilung Gemeinden und Kreisentwicklung im Landratsamt, der seit dem Vormittag vor Ort ist. Kurz darauf kommt auch Landrat Thomas Eichinger dazu. Manch einem Getesteten, der die Drive-in-Station in Richtung Max-Friesenegger-Straße verlässt, spricht er aufmunternde Worte zu.

Vor dem Landsberger Sportzentrum stauten sich die Fahrzeuge, deren Insassen sich auf das neuartige Coronavirus testen lassen wollten.
Bild: Julian Leitenstorfer

Und der Landkreischef wundert sich auch selbst, wie schnell sich in Sachen Corona alles verändert hat. Vor einer guten Woche, blickt er zurück, habe man noch darüber gesprochen, ab welcher Größenordnung – 500 oder 1000 Besucher – Veranstaltungen abgesagt werden sollen. Und während der Landrat die rasante Entwicklung der vergangenen ein, zwei Wochen reflektiert, verkündet in München Ministerpräsident Markus Söder den nächsten Schritt, eine sogenannte Ausgangsbeschränkung, die ab Mitternacht das öffentliche Leben noch weiter herunterdimmen soll. Freilich, die Zahl der positiv getesteten Personen im Landkreis entwickelt sich ebenso dynamisch. Von 19 auf 28 habe sie sich seit gestern erhöht, berichtet Eichinger.

Was die Menschen veranlasst, sich testen zu lassen

Wie viele weitere bestätigte Infektionen nach den Tests vom Freitag hinzukommen, dürfte sich in der nächsten Woche zeigen, wenn die Ergebnisse vorliegen. Die Gründe, warum die rund 300 Menschen zum Test gebeten wurden, sind ganz unterschiedlich, wie aus den geöffneten Autofenstern der langen Fahrzeugschlange zu hören ist: Eine Krankenhaus-Mitarbeiterin hat Fieber, ein Mann klagte bei seiner Rückkehr aus dem Urlaub aus Südtirol vor elf Tagen über trockenen Husten, ein anderer war vor Kurzem beruflich in Freiburg und dann gibt es Menschen, die jemanden kennen, der Kontakt mit einer Corona-infizierten Person hatte.

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