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Landkreis Landsberg

03.10.2019

Landsberg: Stadtradeln ist eine Erfolgsgeschichte

Ausgezeichnete Stadtradler: (von links) Michael Baumeister (ADFC Landsberg), Ruth Baumeister, Melina Frahn (JWR) Hagen Lüttge, Lino Brüggermann, Andrea Ruprecht (Klimaschutzmanagerin) und Ulla Kurz (stellvertretende Landrätin).
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Im Landratsamt in Landsberg werden die besten Teilnehmer der Aktion ausgezeichnet. Warum noch mehr für die Radler getan werden soll und wie der Verzicht aufs Auto gelingen kann.

Zum Rekordergebnis von 2018 fehlte noch ein gutes Stück, ein Riesenerfolg war das „Stadtradeln 2019“ allemal. Das belegen die Zahlen, die Andrea Ruprecht, Klimaschutzmanagerin im Landratsamt, bei der Abschlussveranstaltung der Aktion präsentierte. So haben die 2232 gemeldeten aktiven Teilnehmer der 147 Teams gemeinsam fast 561.000 Kilometer zurückgelegt. Das entspricht laut Ruprecht einer CO2-Einsparung von 80 Tonnen.

Neue Bergstraße als Baustelle

Radfahren ist aber nicht nur gut fürs Klima, wie stellvertretende Landrätin Ulla Kurz in ihrem Grußwort sagte, sondern auch für die Gesundheit und „es macht Spaß“. Allerdings, so Kurz, müsste seitens der Kommunen noch sehr viel mehr für die Radler getan werden. So seien beispielsweise mehr und sicherere Radwege nötig. Das sprach auch ADFC-Kreisvorsitzender Martin Baumeister an. Eine der Baustellen sei die Neue Bergstraße bergaufwärts, wo sich Fußgänger und Radler einen schmalen Weg teilen müssen. Dort müsse dringend etwas geschehen. Es gebe aber auch Fortschritte. Dazu zählt Baumeister die nicht unumstrittene neue Brücke über den Lech für Fußgänger und Radfahrer. „Die Brücke ist ein erster Schritt, um zügig vom Westen in die Stadt und zurück zu gelangen.“ Dass das Radwegenetz generell, im ganzen Landkreis weiter wächst, daran habe die Aktion mit ihrer Signalwirkung nach außen Anteil, ist sich der ADFC-Vorsitzende sicher.

Der langsame Abschied vom Auto

„Stadtradeln – auf dem Weg zur Mobilität 2040!“ Warum ausgerechnet er, dessen Dienstwagen vor der Tür steht und rund um die Uhr benutzbar ist, sich an der Aktion beteiligt hat, dafür nannte Dr. Reinhard Kolke, Leiter des ADAC-Technikzentrums in Landsberg, etliche einleuchtende Gründe. So werde sich die Mobilität in den kommenden Jahren auch im ländlichen Raum ändern. Natürlich werde auch in 20 Jahren noch Mobilität für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung stehen. Sie werde aber zunehmend smarter, so Kolke. „Wir werden uns auf den langsamen Abschied vom Auto, wie wir es kannten, einstellen müssen.“ Alternativen müssten allerdings intelligent und kostengünstig sein. Der Umstieg aufs Fahrrad sei eine Möglichkeit.

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Reinhard Kolke testete als Mitglied des Teams „Grüner Gockel“ diese Fortbewegungsmöglichkeit. Und hat festgestellt: Wege bis fünf Kilometer sind mit dem Rad gut zu machen. Statt einer mehrere Hundert Kilometer weiten Anfahrt mit dem Auto tut’s auch eine Videokonferenz. Aufgefallen ist Kolke, dass die Zahl der Fahrrad-Abstellplätze begrenzt ist. Auch die zuweilen vorkommende Nutzungskonkurrenz mit den Fußgängern müsse beendet werden. „Warum nicht auch mal einen autofreien Sonntag ausrufen, wie ihn andere Kommunen bereits testen“, schlug Kolke vor. „Landsberg sollte den Mut dazu haben.“

Erinnerungen eines Stadtradel-Stars

„Du spinnst“, sei die erste Reaktion seiner Frau gewesen, als er ihr von dem Vorhaben „drei Wochen Autoverzicht“ erzählte. Das berichtete der diesjährige Stadtradel-Star, der Geschäftsstellenleiter von Fuchstal, Gerhard Schmid. „I ziag’s durch“, habe er sich trotzdem vorgenommen. Rückblickend könne er sagen, dass die drei Wochen Spaß gemacht haben, aber auch mit Einschränkungen verbunden waren. Anteil daran habe auch die magere Anbindung seines Wohnorts Apfeldorf an den ÖPNV. Einen Abendtermin in München beispielsweise habe er nicht wahrnehmen können. Am Arbeitsplatz in der Fuchstaler Verwaltung seien Wechselkleidung und eine nutzbare Dusche von Vorteil gewesen. „Zwei Getränkekisten passen nicht in den Kinderfahrradanhänger“, hat Gerhard Schmid beim Einkaufen festgestellt. Also zwei Mal radeln. Denn: „Auf mein Bier wollte ich schließlich nicht verzichten“.

Ein Porträt über Martin Baumeister vom ADFC Landsberg lesen Sie hier: Martin Baumeister setzt sich für die Radfahrer im Landkreis Landsberg ein

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