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Landsberg

18.10.2019

Landsberg: Was passiert, wenn die Sicherheitswacht auftaucht

Die Sicherheitswacht gehört seit fast einem Jahr auch in Landsberg zum Stadtbild. Unser Bild zeigt zwei Angehörige dieses ehrenamtlichen Dienstes beim Christkindlmarkt.
Bild: Thorsten Jordan/Archiv

Plus Vor bald einem Jahr hat die Sicherheitswacht in Landsberg ihren Dienst aufgenommen. Jetzt ziehen die Ehrenamtlichen, Polizei und Stadt ein erstes Fazit. Was die Mitglieder des Bauausschusses dabei besonders interessiert.

Vor fast einem Jahr hat die Polizei in Landsberg Verstärkung in Form einer ehrenamtlichen Sicherheitswacht bekommen. Jetzt wurde im Bauausschuss des Stadtrats über deren Arbeit berichtet. Die Stadträte hatten dabei zahlreiche Nachfragen. Und es gab auch eine kritische Anmerkung.

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„Wir betrachten uns als Augen und Ohren der Polizei“, schickte Georg Wunderlich dem Bericht über die Tätigkeit der Sicherheitswacht voraus, „wir sehen unsere Aufgabe darin, einzelnen Bürgern zu sagen, ist das sinnvoll, was du da machst, zum Beispiel, wenn sie falsch parken.“ Zu den Schwerpunkten der Streifentätigkeit zählten die Umgebung der JVA, die Jahnstraße, der Englische Garten oder der Quartierspark.

Welche Wirkung allein die Anwesenheit entfaltet

Oftmals, so Wunderlich, genüge allein die Anwesenheit Uniformierter, damit sich Personen, deren Verhalten von Anwohnern insbesondere abends und nachts als störend empfunden wird, entfernen. „Am Spielplatz am Quartierspark haben wir uns nur auf eine Bank gesetzt, und innerhalb von wenigen Minuten ist der Platz leerer und leerer geworden“, nannte Wunderlich ein Beispiel. Auch das Verhalten im Verkehr werde positiv beeinflusst: „Die Uniform hat auch eine Wirkung auf Autofahrer, die an der Ampel ihr Handy in der Hand haben.“

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Stefan Mang von der Landsberger Polizei ergänzte, dass die Sicherheitswacht auch regelmäßig bei Veranstaltungen präsent sei. Er erwähnte die Eisdisco, den Lumpigen Donnerstag, den Handballerball, das Snowdance-Filmfestival, den Autosalon, das Streetfood-Festival, das Ruethenfest, den Reservistenmarsch der Verbundenheit und diverse Demonstrationen. Ein Mitglied der Sicherheitswacht sei im Dienst verletzt worden – bei einem Unfall mit einem nicht richtig funktionierenden E-Bike.

Moritz Hartmann kritisiert "Verdrängungseffekte"

Moritz Hartmann (Grüne) hinterfragte einige Einsatzgebiete der Sicherheitswacht kritisch: „Ich habe mich etwas gewundert, dass die Sicherheitswacht bei Demonstrationen eine so starke Präsenz zeigt, eine Impfgegner-Demo ist doch kein Brennpunkt. Und die Sicherheitswacht ist auch keine Parküberwachung.“ Kritisch betrachtete er auch, dass die Anwesenheit der Sicherheitswacht zu „Verdrängungseffekten“ führe. Das löse keine Probleme, da müsse eher ein Streetworker tätig werden.

Solche Verdrängungseffekte seien jedoch manchmal durchaus im Sinne der Anwohner, erklärte der Leiter des Ordnungsamts, Ernst Müller: „Die Bewohner sind durchaus froh, wenn sich das Geschehen mal verlagert.“ Es sei manchmal besser, wenn sich Treffpunkte im öffentlichen Raum übers Stadtgebiet verteilen und nicht auf einzelne Plätze konzentrieren, „sonst sind die Bewohner ungehalten und dann kriegen Sie das mit einem Streetworker auch nicht mehr gebacken“.

Welche Erfahrungen die Sicherheitswacht an der Staustufe 15 und an der Jahnstraße gemacht habe, wollte Berthold Lesch (CSU) wissen. „In der Jahnstraße haben wir bisher keine Störpunkte feststellen können“, antwortete Wunderlich. An der Staustufe hätten sich die Besucher bei den Begehungen der Sicherheitswacht so weit vernünftig verhalten: „Sie waren so vernünftig, dass sie den Müll zumindest zu den Abfalleimern stellten.“

Von Bettlern und Straßenmusikanten

Ob es über die Sicherheitswacht schon Beschwerden gegeben habe und diese Platzverweise erteilte, interessierte Dieter Völkel (SPD). Bei der Polizei sei keine einzige Beschwerde angekommen, nur positive Rückmeldungen, versicherte Stefan Mang. Der bisher einzige Platzverweis sei an einem Sonntagmorgen an mutmaßlich rumänische Bettler am Hauptplatz ergangen, sagte Georg Wunderlich.

Von den Bettlern zu den Straßenmusikanten. Deren insbesondere an Samstagvormittagen ausgedehnte Auftritte sprach Franz Daschner (UBV) an. Vielleicht könne da die Sicherheitswacht mehr aktiv werden, meinte er. Ernst Müller verwies auf die Rechtslage: In einer Fußgängerzone dürften solche künstlerischen Darbietungen nicht gänzlich ausgesperrt werden, die Tourist-Info erteilte auch entsprechende Auftrittsgenehmigungen. Aber haben die Musiker alle eine Genehmigung, wollte Petra Kohler-Ettner (CSU) wissen. Das sei wohl unterschiedlich, meinte Müller, der auch klarmachte, dass mit einer Genehmigung für einen musikalischen Auftritt kein Betteln erlaubt sei: „Man darf nicht mit dem Hut auf die Leute zugehen“, verdeutlichte Müller.

Der Oberbürgermeister findet die Sicherheitswacht gut

Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) bewertete die Arbeit der Sicherheitswacht insgesamt positiv – auch aus Sicht derer, die von der Sicherheitswacht auf ihr Fehlverhalten angesprochen werden. Bei einem Parkverstoß etwa spare sich der Betroffene auch Geld, wenn er darauf von der Sicherheitswacht aufmerksam gemacht und nicht von der Parküberwachung verwarnt werde.

Wie die Streifengänge in der Freinacht verliefen, lesen Sie hier: Was die Landsberger Sicherheitswacht in der Freinacht erlebt hat

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Alles ziemlich gut in Landsberg

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