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Relegation

05.06.2016

Landsberg bleibt in der Bayernliga

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Freude pur beim TSV Landsberg. Der Klassenerhalt ist geschafft. Philipp Siegwart und Alexander Buschel lagen sich nach Schlusspfiff in den Armen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Auch das zweite Spiel gegen Erlbach gewinnt der TSV. Für den Fall der Fälle hätte es eine Hintertür gegeben.

Zu seinem Abschied bekam der Matchwinner die Bühne, die er verdient hatte. In der 84. Minute wurde Sebastian Nuscheler unter tosendem Applaus ausgewechselt. In der 65. und 73. Minute hatte der Landsberger Torjäger, der den Verein verlassen wird, den SV Erlbach fast im Alleingang abgeschossen. Nach dem 1:0-Erfolg im Relegationshinspiel und dem 2:0 im Rückspiel gegen die Ostbayern bleibt der TSV Landsberg in der Bayernliga. Erlbach darf trotzdem noch auf den Klassenerhalt hoffen.

Erleichtert war er. Aber nicht überschwänglich. „Ich genieße das jetzt im Stillen“, sagte TSV-Trainer Sven Kresin nach dem definitiv letzten Spiel der Saison im Mittelkreis und wirkte beinahe etwas melancholisch. Ein „furchtbares“ Spiel habe er zunächst gesehen – bis zum 1:0. „Bis dahin hat man die Angst bei den Spielern gesehen.“ In der Tat: Was Landsberg in der ersten Hälfte bot, war äußerst dürftig: zu zaghaft in den Zweikämpfen, zu einfallslos im Aufbauspiel und nach vorne ging nur wenig bis gar nichts. Die Gäste dafür kombinierten sich gut in die Landsberger Hälfte und gingen jedem Ball hinterher – beflügelt durch die lautstarke Unterstützung zahlreicher Schlachtenbummler. Das zweite Relegationsheimspiel nach dem Duell mit Mering hatte auch diesmal viele Fußballfans angelockt, 950 Zuschauer wurden gezählt.

Und die sahen in der 18. Minute die erste dicke Gelegenheit des Spiels. Philipp Siegwart prüfte Erlbachs Schlussmann Klaus Malec nach einer Ecke mit einem platzierten Flachschuss, den dieser aber noch zur Ecke klären konnte. Kurz darauf nagelte Rainer Storhas einen Distanzschuss an die Latte. Aber das war’s ansonsten mit Gelegenheiten für die Landsberger, die sich nach gegnerischem Ballgewinn sofort tief in die eigene Hälfte zurückfallen ließen. Einmal brach Erlbach durch und reklamierte Foulelfmeter, als einer ihrer Spieler nach einem Zusammenprall mit TSV-Kapitän Sebastian Nichelmann zu Boden ging. Schiedsrichter Michael Bacher entschied absolut richtig auf Weiterspielen. Was Landsberg in die Karten spielte war kurz vor der Pause die verletzungsbedingte Auswechslung von Erlbachs Sebastian Spinner, der sich als ständig anspielbarer Aktivposten und Unruheherd erwies.

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Im zweiten Durchgang plätscherte die Partie zunächst etwas vor sich hin. Die Einwechslung von Armin Sanktjohanser für den etwas nervös wirkenden Noah Kusterer sorgte für frischen Wind auf dem linken Landsberger Flügel. Außer einer Chance von Siegwart (61.), sprang aber nichts Zählbares heraus. Vier Minute später die Vorentscheidung: Charly Fülla zirkelte einen Eckball gefühlvoll vors Erlbacher Tor, wo Sebastian Nuscheler mutterseelenallein zum Kopfball hochstieg und Landsberg mit 1:0 in Führung brachte. Das war der Dosenöffner zum Sieg. Und das Offensivduo sorgte für die Entscheidung: Fülla mit Zuckerpass in den Lauf von Nuscheler und der schob aus rund 14 Metern überlegt zum 2:0 ein (73.). TSV-Keeper Tobias Heiland musste noch einen Freistoß von Harald Bonimeier (86.) entschärfen, aber dann war es vorbei. Die Landsberg lagen sich in den Armen, feierten den Klassenerhalt und die Erlbacher waren nicht übermäßig traurig. Denn überraschenderweise gibt es eine dritte Relegationsrunde. Gegen Frohnlach hat der SVE die Chance, auch nächstes Jahr Bayernliga zu spielen. „Durch den Aufstieg von Jahn Regensburg in die 3. Liga haben wir aktuell den Fall, dass wir in der kommenden Saison eine Bayernliga-Staffel mit 18 und eine mit nur 17 Vereinen hätten. Gerne entsprechen wir deshalb dem Wunsch der aktuellen Releganten, unter den Zweitrunden-Verlierern einen 36. Bayernligisten auszuspielen“, erklärte dazu BFV-Verbands-Spielleiter Josef Janker.

In die große Erleichterung und Freude schwang nach Schlusspfiff auch ein klein wenig Traurigkeit mit. „Besser hätte ich es mir nicht vorstellen können. Das war ein gutes Abschiedsgeschenk“, sagte Doppeltorschütze Sebastian Nuscheler, der den TSV Landsberg mit seinem Doppelpack zum Klassenerhalt geschossen hatte. Wie berichtet, verlässt der 26-Jährige den Verein nach vier Jahren und mehr als 100 Ligaspielen aus privaten Gründen. „Ich verspüre gerade eine unglaubliche Erleichterung. Sie ist so groß wie die Enttäuschung nach dem Garching-Spiel. Wir wollten den Fans zeigen, was wir können und haben in der Relegation noch mal unser wahres Gesicht gezeigt.“ Angesichts seines Abschieds meinte er doch ein kleines bisschen wehmütig. „Ich habe unter den Mannschaftskollegen auch Freunde gefunden. Aber für heute Abend ist das Bier kaltgestellt.“ Und das hatten sich die Landsberger Fußballer redlich verdient nach dieser harten und langen Saison. Kapitän Sebastian Nichelmann meinte nach dem Spiel freudestrahlend: „Wir sind froh, dass es rum ist. Es war anstrengend. Heute lassen wir die Sau raus.“

Landsberg Heiland – Greif (77. Wochnik), Buschel, Birkner, Nichelmann, Kusterer (46. Sanktjohanser) – Knechtel, Storhas – Fülla, Siegwart, Nuscheler (84. Süli).

Erlbach Malec Bonimeier, Schreiner (77. Fischer), Schwarzmeier, Popp, Holzner, Salzinger (70. Masberger), Hahn, Spinner (45. Baumann), Mösmang, Leitmeier.

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