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Landsberg

04.12.2018

Landsberger Asylunterkunft ist nach Brand unbewohnbar

Ein Feuer ist am Dienstagmorgen in der Asylunterkunft in der Iglinger Straße ausgebrochen. Alle Bewohner konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen.
Bild: Thorsten Jordan

Warum hat es in einer Asylunterkunft im Landsberger Westen am Dienstag gebrannt? Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Bewohner verlieren zum Teil Hab und Gut.

Dramatische Szenen haben sich am Dienstagmorgen in der Asylunterkunft in der Iglinger Straße in Landsberg abgespielt. Nachdem im ersten Stock der Containeranlage ein Feuer ausgebrochen war, retteten sich Bewohner unter anderem durch einen Sprung aus dem Fenster. Verletzt wurde dabei nur ein junger Mann, der sich den Knöchel verstauchte, als er sich abzuseilen versuchte. Die Unterkunft ist derzeit nicht bewohnbar. Der Sachschaden liegt nach einer ersten Schätzung der Polizei bei etwa 100.000 Euro. Die 56 Bewohner werden nun in der Asylbewerberunterkunft neben dem Lechtalbad in Kaufering untergebracht.

Wie die Pressestelle des Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilt, brach das Feuer gegen 7.30 Uhr aus. Die Feuerwehren, die kurz danach vor Ort waren, konnten es rasch löschen. Landsbergs stellvertretender Kommandant Markus Obermayer war einer der ersten an der Einsatzstelle. Er habe gesehen, wie einige der Bewohner den ersten Stock der Anlage über die Fenster verließen. Überall habe es geraucht. Den Brand hatten einige Bewohner der Asylunterkunft bemerkt. Allen anwesenden Bewohnern der Unterkunft – einige von ihnen waren bereits in der Schule oder am Arbeitsplatz – gelang es rechtzeitig, ihre Unterkünfte zu verlassen.

Sehen Sie hier eine Bildergalerie vom Einsatzort:

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13 Bilder
Was ein Brand in der Landsberger Asylunterkunft angerichtet hat
Bild: Thorsten Jordan

Das Feuer brach in einer ehemaligen Teeküche aus

Den alarmierten Feuerwehren gelang es rasch, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Jedoch hatte sich das Feuer bereits auf mehrere Zimmer ausgebreitet. Der durch Feuer und Ruß entstandene Sachschaden beträgt nach erster Schätzung etwa 100.000 Euro. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Ursprungsort des Brandes war nach Feststellungen der Brandermittler ein Zimmer im ersten Stock der Containeranlage. Das im mittleren Bereich der Anlage befindliche Zimmer ist als Teeküche ausgestattet, wird jedoch derzeit bewohnt. Der Bewohner des Zimmers war zum Zeitpunkt des Brandausbruches nicht anwesend. Im Zimmer befanden sich mehrere elektrische Geräte. Anhaltspunkte, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde, gebe es derzeit nicht.

Die Bewohner müssen Hab und Gut zurücklassen

Die Wohncontaineranlage in der Iglinger Straße besteht seit Sommer 2015. Sie ist nach Angaben des Landratsamtes für 60 Personen ausgelegt. Derzeit sind dort 56 Männer untergebracht. Die bei Ausbruch des Feuers anwesenden Bewohner kamen zwischenzeitlich in einem Raum der Firma Rational unter, die in direkter Nachbarschaft liegt. Dort wurden sie von Firmenmitarbeitern und den Helfern des Roten Kreuzes Landsberg betreut. Im Laufe des Tages wurden die Asylbewerber in die Unterkunft in der früheren Soccerhalle in Kaufering gebracht. Ihr Hab und Gut durften sie aber nicht mitnehmen, weil es durch Rauch und Löschwasser doch arg in Mitleidenschaft gezogen wurde und daher nicht mehr verwendet werden darf.

Sehen Sie hier ein Video von der Einsatzstelle:

Brand in der Asylunterkunft in der Iglinger Straße in Landsberg: Die Feuerwehr ist vor Ort. Wir halten euch auf dem Laufenden. Video: Thomas Wunder

Gepostet von Landsberger Tagblatt am Montag, 3. Dezember 2018

Vorübergehend werden die Flüchtlinge in Kaufering untergebracht

Mitarbeiter des Landratsamtes suchten die Räume nach Dokumenten und Wertgegenständen ab, die die Betroffenen ebenso wieder erhalten, wie die Koffer und Taschen, die so mancher Bewohner aus dem Fenster geworfen hatte.

Nachdem die Brandermittler der Kriminalpolizei ihre Arbeit beendet hatten, untersuchte ein vom Landratsamt beauftragter Statiker die Anlage, inwieweit Rauch und Löschwasser die Container beschädigt haben. Am Nachmittag stand fest, dass die Statik kein Problem sei, wie Anna Diem, die stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamts, auf Nachfrage sagte. Man werde nun Rücksprache mit der Firma halten, der die Wohncontainer gehören. Der Landkreis hat die Anlage lediglich gemietet.

Der Standort in der Iglinger Straße soll eigentlich bis Ende nächsten Jahres als Asylunterkunft genutzt werden. Laut Diem gibt es auch die Option, den Nutzungsvertrag zu verlängern. Ob auch nach dem Brand an dem Standort festgehalten wird, das sei noch kein Thema in den Besprechungen innerhalb des Landratsamtes gewesen. Klar sei aber, dass es keine Dauerlösung sein könne, die 56 Bewohner in Kaufering unterzubringen. Sie sollen auf andere Standorte aufgeteilt werden.

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