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Landsberg

09.12.2020

Landsberger Familie sucht nach Schicksalsschlag Wohnung

Allerheiligen am Friedhof in Kaufering. Symbolbild
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbolbild)

Jirina Ehelechner aus Landsberg stirbt mit 29 Jahren und hinterlässt vier Kinder. Ihre Schwester startet einen Hilfeaufruf, um eine größere Wohnung zu finden. Was sich die Kinder zu Weihnachten wünschen.

Der 5. April war ein schlimmer Tag für die Kinder der damals erst 29-jährigen Jirina Ehelechner: Sie mussten mitansehen, wie ihre Mutter starb. Seither wohnen die Kinder in sehr beengten Verhältnissen bei der Oma. Die Tante hat jetzt einen Hilfeaufruf gestartet, vor allem um eine größere Wohnung in Landsberg oder der näheren Umgebung zu finden.

Mirijam Ehelechner, die 31-jährige Schwester, sagt, dass Jirina Ehelechner über Husten, Halsschmerzen und Bauchschmerzen geklagt hatte und auch im Klinikum Landsberg gewesen sei. Dort habe man sie auch untersucht und vermutet, dass es sich um eine Rippenfellentzündung handle. Es seien Medikamente verschrieben worden und dann sei ihrer Schwester empfohlen worden, wieder nach Hause zu gehen und sich dort auszukurieren. Ein Corona-Test wurde laut der Schwester nicht gemacht. Daheim sei es der Mutter dann aber immer schlechter gegangen und nur acht Tage später war sie tot. Ursache: Lungenembolie.

Unser Bild zeigt die verstorbene Jirina Ehelechner (links) und ihre Schwester Mirijam in glücklicheren Zeiten. Die Mutter von vier Kindern ist im Alter von 29 Jahren gestorben. Wegen Beschwerden war sie zuvor im Klinikum Landsberg.
Bild: Mirijam Ehelechner

Regina Miller, Pressesprecherin des Klinikums Landsberg, sagte gestern auf Nachfrage des LT, dass das Klinikum zu dem Fall Stellung nehmen werde. Das war am Mittwoch wegen der durch die Corona-Pandemie angespannten Situation am Klinikum allerdings bis zum Redaktionsschluss unserer Zeitung nicht mehr möglich.

„Unsere Familie ist nach dem Schicksalsschlag enger zusammengerückt, hilft sich, wo es geht, und die Nähe hat den Kindern – die auch von einem Seelsorger begleitet werden – auch sehr geholfen. Jetzt wird es aber einfach zu eng“, so die Schwester der Verstorbenen. Aktuell leben die 57-jährige Oma – die berufstätig ist – und die sechs, sieben und 15 Jahre alten Kinder in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in Landsberg. Ein viertes Kind lebt in einer Pflegefamilie. Der Schritt an die Öffentlichkeit wegen der Wohnungssuche sei der „letzte Strohhalm“, sagt sie, weil die Angehörigen seit Monaten erfolglos suchten. Vier Wohnungsbesichtigungen seien es bislang gewesen, so Mirijam Ehelechner. Eine habe nicht gepasst, bei drei anderen erhielt ein anderer Interessent den Zuschlag.

Bislang war die Wohnungssuche erfolglos

Dabei würde die Familie bis zu 1200 Euro kalt für eine Wohnung zahlen, die mindestens vier Zimmer und 100 Quadratmeter hat, sagt sie. Garten oder Balkon seien wünschenswert, fügt sie an. „Man sollte meinen, dass sich für den Preis etwas finden lässt, aber es gibt kaum Angebote“, sagt die Schwester etwas resigniert. Damit die Kinder nicht auch noch aus ihrem Schul- und Freundesumfeld gerissen werden, sucht die Familie laut Mirijam Ehelechner bevorzugt in Kaufering und Landsberg nach einem neuen Zuhause. Denkbar sei auch, in eine andere Gemeinde im direkten Umland von Landsberg zu ziehen, so die Schwester. Sie nennt einen Radius von etwa zehn Kilometern.

Neben der Wohnungssuche hat die Schwester auch einen Spendenaufruf im Internet gestartet, um den Kindern zu helfen. „Mir geht es darum, dass mit Blick auf die Zukunft neben der mentalen Belastung für die Kinder nicht auch noch finanzielle Probleme hinzukommen“, begründet die Schwester den Spendenaufruf. Gesammelt wird das Geld übers Internet. Wer bei einer Suchmaschine den Namen der Plattform betterplace eingibt und den Namen Mirijam Ehelechner, bekommt die Aktion als ersten Treffer angezeigt. Bis gestern Nachmittag kamen so bereits mehr als 6000 Euro zusammen.

Die Schwester der verstorbenen Landsbergerin hat einen Spendenaufruf gestartet

Für das bevorstehende Weihnachtsfest wünschen sich die Kinder von Jirina Ehelechner laut ihrer Schwester vor allem eines: „Dass es leichter wird. Dass der Schmerz wegen des Verlustes der Mutter nachlässt.“ Das gelte auch für ihre Eltern, die nicht mehr zusammenleben, betont Ehelechner. Diese hätten schließlich auch ein Kind verloren.

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10.12.2020

Für die 4 Kinder wäre jetzt als Bezugsperson ein Vater sehr wichtig.
Wenn das nicht möglich ist, sollte über eine Unterbringung
in einer Pflegefamilie oder ähnlichem nachgedacht werden.
1 Kind lebt bereits in einer Pflegefamilie.
1200 € Kaltmiete erscheint sehr hoch?



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