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Stadttheater

28.10.2017

Laster, Lust und Leidenschaft

Das Stück Badehaus Boudoir ist voller Abgründe

Der junge Stückeschreiber und Regisseur Max Huber alias Max von Theben hat seinen Theaterbesuchern in den letzten fünf Jahren schon einiges abverlangt. Er beschäftigt sich gern mit Randthemen. Und mit „Badehaus Boudoir“, so scheint es, wird er es noch bunter treiben. Vier seiner selbst geschriebenen Stücke wurden bislang im Landsberger Stadttheater gespielt - stets von Laien, mit denen Huber als Regisseur ihre Tiefen, ihre Grenzen und Fähigkeiten, diese zu überwinden, auslotet und erweitert.

Werfen wir einen Blick zurück. 2013 wurden mit „Randerscheinungen“ episodische Szenen aufgeführt, bei denen es um Randgruppen in einer Gesellschaft ging. 2014 dann „Der verdorbene Apfel“: Ein Ort will seine Normalität erhalten und vertuscht dazu sogar ein Verbrechen. 2015 ein wortgewaltiges Stück: „Der Gott der Träume“. Bei vier Freundinnen, die sich nach Jahren wieder treffen, bröckeln die Fassaden – was folgt, ist an Boshaftigkeit kaum zu übertreffen.

2017 nun „Badehaus Boudoir“. Eine Horror-Groteske, bei der viel Blut fließen wird und mit Tanz, Gesang und Mimik die Worte verstärkt werden. „Ein Strudel aus Laster, Lust und Leidenschaft soll die Besucher in seinen Bann ziehen“, wünschen sich Max Huber und seine Mitstreiter. Insgesamt 17 Darsteller werden dabei sein, darunter auch Max Huber selbst sowie Emanuel Kasprowicz, ein im Landkreis geborener professioneller Sänger, Tänzer und Schauspieler.

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Außerdem Lydia Dittlein, die in Kaufering ein Tanzstudio betreibt. „Lydia und Emanuel unterstützen mich, wenn es darum geht, mit den Schauspielern die Tanz- und Gesangsszenen einzustudieren“, erzählt Huber. Früh hat Huber das Theater und die Macht der Worte für sich entdeckt. Mit 15 Jahren spielte er bereits bei der Landsberger Bühne, einmal den „Harold“ bei „Harold and Maude“. Auslöser, selbst Theaterstücke zu schreiben, war ein Aufenthalt in Buenos Aires. Eigentlich wollte er vor dem Abitur dort nur die Sprache lernen. Doch dann hat ihn diese Metropole so sehr fasziniert, dass er später zurückkehrte, Spanisch und Fotografie studierte. Mit der Kamera fing er die Menschen ein, die ihm begegneten, Obdachlose, Straßenmädchen, Bettler. Mit dem Stift hielt er die Gedanken fest, die ihm in dieser Zeit wichtig erschienen.

Viele Notizbücher hat Max inzwischen gefüllt, mit einzelnen Wörtern, Skizzen, Zitaten, Gedichtzeilen. Stets hat er eines griffbereit, um Gedankenblitze festzuhalten. Die Bücher sind der Brunnen für seine Theaterstücke, daraus kann er tief schöpfen. „Ich habe immer ungefähr neun Ideen für Theaterstücke im Kopf und entscheide mich, je nachdem, was mich gerade bewegt, welche Idee ich weiter ausbaue“, erzählt Huber. Mainstream-Theater interessiert ihn nicht, genauso wenig wie die Neuinszenierung alter Stücke. Huber will im Theater Fremdheitserfahrung schaffen. Dabei geht er auch das Risiko ein, dass seine Stücke nicht jedem gefallen. Seine Figuren sind nicht „gut“ oder „böse“, sondern zeigen Zerrissenheit und Abgründe. Darauf, dass am Ende alles wieder gut wird, darf man auch bei „Badehaus Boudoir“ nicht warten. Es ist ein Stück ohne Erbarmen, Barmherzigkeit oder Mitleid und am Ende versinkt alles im Wahnsinn. Ein Stück, das in der Zeit spielt, als sich die Ständegesellschaft auflöst. Das Badehaus, beherrscht von der alternden Luxuria (Regina Kläger), die ihre Macht um keinen Preis abgeben will, ist in die Jahre gekommen. Es herrscht Geldnot. So wird das Badehaus zum Tatort für Folter und Mord. Das ruft Kommissar Alfonsin und seinen Gehilfen Jenkins auf den Plan, und auch sie zieht es hinein in den Abgrund. Als sich der Scheich von Theben ankündigt, überschlagen sich die Ereignisse. Sein Geld soll das Badehaus retten, um sein Herz – und damit die Macht – zu gewinnen, tun die Bäderinnen alles.

feiert am 31. Oktober Premiere. Weitere Spieltermine sind der 2., 3. und 4. sowie der 28. und 29. November, jeweils 20 Uhr. Am 4. November gibt es zusätzlich eine Vorstellung um 17 Uhr. Tickets sind im Büro des Stadttheaters, beim Reisebüro Vivell und an der Abendkasse erhältlich.

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