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Landkreis Landsberg

12.06.2020

Lechrain: Feiern die Musiker eine schnelle Rückkehr auf die Bühnen?

Ungewohnte Bild: In Kleingruppen üben die Musiker der Blaskapelle Lechrain in der Mehrzweckhalle Lengenfeld.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Ab 15. Juni dürfen Laientheater und Kapellen wieder auftreten. Das LT hat sich umgehört, wie die Vereine am Lechrain mit der Situation umgehen und ob sie Veranstaltungen planen.

Musiker und Theaterspieler von Laiengruppen dürfen ab Montag, 15. Juni, wieder öffentlich auftreten. Proben sind bereits wieder zugelassen. Chöre müssen sich allerdings noch gedulden. Wie gehen Theatergruppe und Musikvereine am Lechrain mit den Regelungen um?

Thomas Sedlmeir, stellvertretender Vorsitzender der Blaskapelle Lechrain, freut sich, dass nach drei Monaten Corona-Lockdown nun endlich wieder gemeinsame Proben möglich sind. „Wir haben zum Glück die Erlaubnis, in die Mehrzweckhalle in Lengenfeld ausweichen zu dürfen, sonst könnten wir die Abstandsregeln nicht einhalten.“ Drei Meter Abstand werden zwischen den einzelnen Musikern verlangt. Um das sicherstellen zu können, leistete Sedlmeir Vorarbeit. Ausgestattet mit einem Meterstab hatte er in der Halle alles vorbereitet und die Stühle entsprechend positioniert.

Ungewohnte Bild: In Kleingruppen üben die Musiker der Blaskapelle Lechrain in der Mehrzweckhalle Lengenfeld. Thomas Sedlmeier (stellvertretender Vorsitzender) erklärt die Verhaltensregeln.
Bild: Thorsten Jordan

Die ganze Kapelle darf allerdings nicht gleichzeitig üben. Es gilt nämlich auch die Obergrenze von zehn Teilnehmern. „Wir bieten vier Termine an, an denen unsere Musiker an der Probe teilnehmen können. Ziel ist es, dass jeder die Chance hat, an einer gemeinsamen Übung teilzunehmen.“ Für die langjährigen Mitglieder sei die lange Pause kein Problem, für Musiker mit weniger Erfahrung schon, sagt das Vorstandsmitglied.

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Per App werden die Proben besetzt

Die Blaskapelle Lechrain organisiert das Ganze über eine App auf dem Handy, in der sich die Mitglieder an den jeweiligen Terminen eintragen können. Dann wird koordiniert, um ein sinnvolles Zusammenspiel zu ermöglichen. „Es hat ja keinen Wert, wenn fünf Schlagzeuger und fünf Tubaspieler kommen.“ Die Organisation sei aber auch deswegen nicht so einfach, weil es beispielsweise unter den Jugendlichen teils enge Freundschaften gebe und diese dann auch gemeinsam teilnehmen wollten, so der stellvertretende Vorsitzende. Da sei Verhandlungsgeschick gefragt.

Aus Sicht von Posaunist Stefan Straus war es „eine tolle Sache“, mal wieder zusammen spielen zu können – wenn auch im begrenzten Rahmen. „An einzelnen Stellen hat man mal gemerkt, dass ein Instrument, beispielsweise das Tenorhorn, fehlt, aber es hatte schon den Charakter einer Kapelle.“

Der Verein könnte auf viel Geld sitzen bleiben

Die Blaskapelle Lechrain hat die Absage aller Großveranstaltungen bis Ende August besonders hart getroffen. Der Verein wollte sein 40-jähriges Bestehen heuer vom 18. bis 22. Juni groß feiern und war deswegen schon seit Monaten mit der Organisation des Bezirksmusikfestes beschäftigt. Verbunden damit waren Ausgaben von 10.000 Euro. „Wir sind noch in Verhandlungen mit den Sponsoren und müssen schauen, wie viel Geld wir davon zurückbekommen. Immerhin ist die Festschrift ja auch erschienen“, sagt Tobias Straus, Vorsitzender des Festausschusses. Beschlossen sei aber inzwischen, dass der Verein das Fest 2021 nicht ausrichten werde. Diese Option hatten sich die Verantwortlichen zunächst noch offen gehalten. Wenn es die Corona-Regeln zulassen, will der Verein mindestens einmal heuer noch auftreten. Im Oktober soll möglichst der Festabend zum 40-jährigen Bestehen der Kapelle nachgeholt werden.

Ins Wasser gefallen sind auch die Auftritte des Theatervereins Asch-Leeder-Seestall. Losgehen sollte es mit den Aufführungen im Luitpoldsaal am 13.und 14. März. Zwei Tage später, am Montag, traten die strengen Auflagen in Kraft. Die Verantwortlichen sagten vorsichtshalber alles ab. Immerhin Freunde und Vereinsmitglieder konnten sich das Stück bei der Generalprobe noch ansehen. Das Bühnenbild blieb in Abstimmung mit der Wirtin zunächst im Saal stehen, sagt Vereinsmitglied Thomas Metschl. „Wir hatten gehofft, dass es vielleicht doch nach wenigen Wochen rum ist und wir noch auftreten können. Das Bühnenbild ist aufwendig, deswegen haben wir es damals nicht abgebaut, sondern vergangenes Wochenende.“

Die Mitglieder des Theatervereins Asch-Leeder-Seestall.
Bild: Thomas Metschl

Überlegungen, in diesem Jahr noch einmal aufzutreten, haben die Fuchstaler verworfen. „Im Sommer ist es nicht sinnvoll, da wollen die Menschen ins Freie. Wir hatten kurz überlegt, im Herbst etwas zu machen, andererseits wollen wir im kommenden März, während der klassischen Zeit für Laientheater, auch wieder auftreten und der zeitliche Abstand war uns dann doch zu kurz.“

Keine Perspektive haben bislang die Chöre. Sie dürfen weder gemeinsam proben noch auftreten. Das Bayerische Gesundheitsministerium hat diese „wegen der erhöhten Infektionsgefahr, die mit lautem Gesang verbunden ist“ bei den Lockerungen ausgenommen. In einem gemeinschaftlichen Brandbrief haben sich die Präsidenten der vier Bayerischen Chorverbände an die Staatsregierung gewandt und verweisen darin auch auf die Öffnungen des Probenbetriebs in Baden-Württemberg und Hessen. Dem Brief beigefügt haben sie ein Hygienekonzept für die Durchführung von Chorproben.

Für Chöre gelten anderen Regeln

Monika Hrastnik, Vorsitzende des Gesangvereins Kaufering, hat wenig Hoffnung, dass zeitnah wieder gemeinsame Proben stattfinden können. „Wir haben keine Räumlichkeiten, in denen es möglich wäre, den Abstand einzuhalten.“ Der Verein hat 40 Sänger. Die Kauferinger behelfen sich derweil mit Proben via Internet. Chorleiter Andreas Kretschmer singt die Lieder vor und spielt Keyboard und die Mitglieder des Gesangsvereins können daheim für sich mitsingen. Etwa 50 Prozent nutzten das Angebot, so die Vorsitzende. Die andere Hälfte habe nicht die technischen Voraussetzungen oder Zeit. „Bislang versichern aber alle, dass sie wieder dabei sind, wenn wir wie gewohnt proben können“, sagt Monika Hrastnik.

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