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Gesundheit

22.08.2014

Legionellen in der Fuchstalhalle

Im Trinkwasser der Fuchstalhalle ist eine hohe Konzentration von Legionellen festgestellt worden.
Bild: Thorsten Jordan

Im Wasser ist eine hohe Konzentration der Bakterien festgestellt worden. Grund zur Panik gibt es aber nicht. Wie die Gemeinde solche Fälle in Zukunft verhindern will.

In der Fuchstalhalle wurde im Rahmen der jährlich vorgeschriebenen Trinkwasseruntersuchung eine hohe Kontamination mit Legionellen festgestellt. Jetzt müssen Boiler ausgetauscht und eventuell Leitungsrohre zusätzlich eingebaut werden. Im rund 110 Quadratmeter großen Areal des Männerchores befindet sich eine Küche, die nach Aussage des Fuchstaler Bürgermeisters Erwin Karg „am Ende der Trinkwasser-Kette“ in der 1999 erbauten Mehrzweckhalle zwischen Asch und Leeder liegt. Legionellen vermehren sich bevorzugt in Rohren, in denen das Wasser über längere Zeit steht. Eine akute Gefahr besteht nach Angaben des Gesundheitsamt in der Fuchstalhalle aber nicht, eine Sperrung der Räumlichkeiten liegt auch nicht vor.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat den Umbau- und Reparaturarbeiten des Wasserleitungsnetzes zugestimmt. Die Kosten belaufen sich auf rund 20600 Euro. Legionellen sind winzig kleine Stäbchenbakterien, die weltweit in Oberflächenwasser und im Boden vorkommen. Laut bayerischem Gesundheitsamt sind die Bakterien in geringer Anzahl im Grundwasser und können sich auch im Trinkwasser befinden. Bei starkem Legionellenbefall im Trinkwasser können Menschen grippeähnliche Symptome vorweisen oder gar an der „Legionärskrankheit“ (schwere Lungenentzündung) oder dem „Pontiac-Fieber“ erkranken.

Vor allem ältere Menschen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind gefährdet. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittel schätzt, dass Deutschlandweit jährlich mindestens 100000 Menschen erkranken.

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Legionellen können – egal in welcher Konzentration sie vorliegen – allerdings nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden, etwa nach Händewaschen mit belastetem Wasser. Laut Gesundheitsamt Landsberg kann es nur durch das „Einatmen“ von mit Legionellen befallenem Wasser zu einer Infektion kommen. Das könne zum Beispiel beim Duschen passieren oder durch feinsten Wassernebel aus Luftbefeuchtern.

In der Fuchstalhalle liegt nach den Richtlinien des Gesundheitsamt eine hohe Kontamination mit Legionellen vor. Davon spricht man, wenn 1000 bis 10000 Kolonie bildende Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter Trinkwasser nachgewiesen wurden. Ein Verbot, belastetes Wasser zu verwenden, wird aber erst dann ausgesprochen, wenn die Verunreinigung bei mehr als 10000 KBE pro 100 Milliliter liegt.

Wasser, das kälter als 20 Grad oder wärmer als 60 Grad Celsius ist, bietet den Legionellen kaum eine Chance sich zu vermehren. Und genau hier setzen die Maßnahmen in der Fuchstalhalle jetzt an. Die 1999 eingebauten Boiler werden ausgetauscht, um künftig zu gewährleisten, dass das Wasser in der Fuchstalhalle in regelmäßigen Abständen auf mindestens 60 Grad erhitzt wird.

Weil gerade im Bereich des Männerchores die Wasserleitung nur unregelmäßig benutzt wird steht das Wasser über einen längeren Zeitraum in den Leitungen, was den Stäbchenbakterien gute Bedingungen bietet, sich zu vermehren. „Eventuell werden auch noch neue Rohre verlegt, um einen verbesserten Wasserkreislauf herzustellen“, sagt Bürgermeister Karg auf Anfrage unserer Zeitung. Die Arbeiten haben bereits begonnen.

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