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22.06.2009

Letzter Versuch nun auch gescheitert

Fuchstal "Sie geben es nicht auf", eröffnete Bürgermeister Erwin Karg die Debatte um eine Bauanfrage der "Energie-Speicher-Fuchstal GmbH". Nachdem vor einem Monat die Gemeinderäte die Errichtung von Fotovoltaikaufbauten auf den Dächern der Bunkeranlagen abgelehnt hatten, sei es für die Betreiber nun "ein letzter Versuch", das wirtschaftliche Überleben ihres Projektes zu sichern.

Ihr erneuter Vorstoß hatte das Aufstellen von Fotovoltaikanlagen auf den Freiflächen des ehemaligen Munitionsdepots bei Leeder zum Gegenstand. Dieser Wunsch wurde nach kontroverser Debatte mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Dabei war eine geringfügige Änderung beim Abstimmungsverhalten zu verzeichnen, waren es im Mai nur vier von 16 Räten, die das Anliegen der Betreiber unterstützten, stieg deren Zahl nun auf sechs an. Wie berichtet, wollten die vier Gesellschafter durch den Bau der Fotovoltaikanlage den Zeitraum überbrücken, bis die von ihnen angestrebte Trockenvergärung zu verwirklichen sei. Zum Grund für die Verzögerung machte Karg in der Sitzung nun weitere Angaben.

Die ursprünglich geplante Vermischung des Gärmaterials vor den Bunkern sei nicht mehr zulässig, erklärte er und müsse nun in den Bunkern selbst stattfinden, was einen zusätzlichen Aufwand erfordere. Anhand des Übersichtsplans beschrieb Karg die von den Betreibern gewünschten Standorte für die Fotovoltaikelemente, nämlich zum einen zwischen den Bunkern und zum anderen auf den Freiflächen im Gelände. Der Erhalt des schützenswerten Magerrasens und dessen Beweidung seien weiterhin gewährleistet, meinte er. Zudem sei die Gesellschaft bereit, einen Teil der Flächen zu verpachten, um der Gemeinde selbst das Aufstellen von Solarzellen zu ermöglichen. Inwieweit zur Verwirklichung des Vorhabens eine Befreiung vom Bebauungsplan oder dessen Änderung erforderlich sei, müsse man noch abklären. "Es würde mir leidtun, diese Leute zu verlieren", bezog der Bürgermeister Position für den Antrag.

Positive Worte fand ebenso Rat Josef Weber, der meinte, die Anlage falle an diesem Ort kaum auf und zudem vor einem "Scherbenhaufen" warnte, vor dem die Gesellschafter bei einer Ablehnung stünden. Heinz Nehrenheim erklärte, dass es wohl ein eigenartiges Bild abgebe, wenn man zunächst die Dachaufbauten ablehne, dabei auf die Möglichkeit einer Freiflächenanlage verweise und diese nun ebenfalls zurückweise.

Auf der anderen Seite war es Johannes Wolffhardt, der auf die Inhalte des Landschaftsplans für diesen Bereich und einen Biotopverbund verwies. Zum tragenden Element der Ablehnung wurde aber das nach Einschätzung der Räte fehlende Gesamtkonzept für die Errichtung von Freianlagen in der Gemeinde. Man habe dessen Erstellung zwar immer wieder angesprochen, meinte zweiter Bürgermeister Norbert Kees. "Es ist typisch für uns, dass wir da nicht weitergemacht haben", erklärte er, "und es ist eben keine klare Linie erkennbar." Der Versuch von Carmen Heilmann-Hagen, vor der Schlussabstimmung durch eine Vertagung Zeit für "weiteres Nachdenken" und eine grundlegende Konzeption zu gewinnen, wurde mit fünf zu elf Stimmen zurückgewiesen.

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