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Landsberg

21.10.2016

Lichtträume zum Leben erwecken

Die Schüler sind variantenreich beim Gestalten der Lichtfenster.
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Die Schüler sind variantenreich beim Gestalten der Lichtfenster.
Bild: Thorsten Jordan

Architectur Lucis - Abschlussevent mit Umzug durch die Stadt am Samstag. Am Ende wird alle zerstört.

Wer bei diesem Projekt mitgewirkt hat, wurde selbst zum Baumeister, zum Gestalter, zum Künstler und zum Handwerker. Eine Woche lang arbeitet der Landsberger Kulturverein „dieKunstBauStelle“ in seinem Projekt Architectus Lucis mit Landsbergern zwischen acht und 99 Jahren sowie internationalen Helfern und Referenten. Das Motto war „wir folgen dem Schaffen von Dominikus Zimmermann“, um in der alten IKG-Turnhalle aus Kartonagen Objekte, Kostüme und Räume zu erschaffen und die Lichtkunst des bekannten Architekten selbst zu erleben. Am Samstag, 22. Oktober findet nun ab 15 Uhr das große Projekt-Abschlussevent statt.

Rund 120 Schülerinnen und Schüler der Mittelschule, des IKG sowie der Montessori- und Waldorfschule haben insgesamt beim Projekt in den Vormittagsstunden fleißig mitgewirkt. „Ebenso haben wir am Nachmittag und Abend sehr viel Unterstützung bekommen von Flüchtlingen, aber auch von Künstlern und Architekten, die einfach mal so vorbei gekommen sind“, so Projektinitiator Wolfgang Hauck von der KunstBauStelle

Gemeinsam wurden zunächst Ideen gesammelt. „Die Kunst bei der Architektur ist es, einen Raum zu schaffen“, erklärt Hauck. „Das ist es zunächst, was wir mit den Kartonagen gemacht haben – Räume kreiert. Und weil es im Barock nun einmal noch kein elektrisches Licht gab, haben wir Öffnungen und kunstvolle Ausschnitte in die Räume aus Karton hineingearbeitet, denn: Alles ist innen dunkel, nur wenn Licht einfällt, wird es hell. Dieses Prinzip muss man sich in großen Dimensionen vorstellen - wir haben große „Lichtraumkisten“ hergestellt, die man herumschieben und kombinieren kann.“

Lichtträume zum Leben erwecken

Diese großen Boxen etwa wurden mit Schülerinnen und Schülern der 12. Jahrgangsstufe des IKG erarbeitet, die sich derzeit im Kunstunterricht mit dem Schwerpunkt Architektur beschäftigt.

Vier Tag lang waren sie jeden Vormittag vor Ort und konnten sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen - die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. „Es ist ein tolles Projekt“, sagt die 17-jährige Jana, Schülerin des IKG. „Ich mag es sehr, etwas gemeinsam mit anderen Leuten zu bauen. Spannend dabei: Für mich sind Kartons bisher einfach nur Kartons gewesen. Ich hätte nie gedacht, was man alles daraus bauen kann, vor allem in dieser Größe.“ Beginnen wird die Aktion am Samstag von 15 bis 16 Uhr mit einem Umzug der beweglichen Skulpturen durch die Innenstadt Landsbergs.

Ab 16 Uhr ist die Cardboard-Ausstellung, Party oder Performance in der alten Turnhalle des IKG geöffnet. Dabei darf und soll man nicht nur alles anfassen, sondern darf auch mit den Cuttern Lichtfenster, Durch- und Einblicke öffnen oder über einen Meter fünfzig große Bausteine neu arrangieren. Eröffnet wird die Veranstaltung mit einführenden Worten von Landsbergs drittem Bürgermeister Axel Flörke sowie Kreisrätin Ulla Kurz.

Spannend wird es schließlich um 22 Uhr – die Turnhalle wird abgeschlossen, Kinder dürfen nur noch in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigten dabei sein. In einer großen Aktion wird alles Erschaffene wieder zerstört. „Das gehört zum Konzept und auch zum Event dazu“, sagt der Niederländer Mathijs Stegink, Experte des „Cardboard Design“.

„Nichts als Fotos, Videos und schöne Erinnerungen bleiben davon übrig. Hier geht es um die barocke Thematik des Werden und Vergehens, nichts hat für immer Bestand.“

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