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Landkreis Landsberg

17.12.2020

Lockdown: So läuft’s in Schulen und Kindergärten im Kreis Landsberg

Homeschooling statt Präsenzunterricht heißt es während des Corona-Lockdowns auch im Landkreis Landsberg.
Bild: Stefan Puchner/dpa

Plus Um die Infektionsgefahr einzudämmen, gibt es seit Mittwoch keinen Präsenzunterricht an den Schulen mehr. Wie funktioniert das in der Region Landsberg?

Der erneute Corona-Lockdown sieht vor, dass es bis 10. Januar keinen Präsenzunterricht mehr an den Schulen gibt. Homeschooling statt Lernen im Klassenzimmer lautet seit gestern die Devise. Es gibt aber stellenweise Notfallbetreuungen. Wie funktioniert das im Landkreis an den Schulen und Kindergärten? Das LT hat nachgefragt.

Der Kindergarten Sankt Gabriel in Dießen bietet eine Notbetreuung zu den regulären Öffnungszeiten an. Von den 128 Kindern, die den Kindergarten besuchen, sind bis zum 23. Dezember 30 in der Notbetreuung, dann schließt der Kindergarten bis zum 4. Januar, sagt Leiterin Andrea Thanner. Die Notbetreuung könnten aber alle in Anspruch nehmen, „die eine Not haben, aus welchen Gründen auch immer“. Sie habe seit Samstag auf konkrete Nachrichten gewartet. Montag um 18 Uhr sei dann der Newsletter mit Informationen unter Vorbehalt gekommen. „Ich finde es nur ganz grässlich, wie das Ministerium uns die letzten drei Tage hat hängen lassen“, sagt sie.

Klassenlehrerin Cornelia von Hayek mit dem Wochenplan für die Schüler mit Rektorin Heike Heck (links) von der Grundschule am Spitalplatz in Landsberg.
Bild: Julian Leitenstorfer

Auch der Kindergarten Heilig Kreuz in Landsberg bietet eine Notbetreuung von Kindern an, bei denen die Eltern den Bedarf nicht abdecken können, sagt Leiterin Sylvia Zahn Genannt Schumann. Man habe sich an der Liste des Kultusministeriums orientiert, forderte aber keinen Nachweis, dass das Kind in die Notbetreuung von 7 Uhr 30 bis 16 Uhr 30 darf. „Wer die Betreuung braucht, bekommt sie auch“, betont sie. Bis 23. Dezember nähmen rund 20 Kinder das Angebot in Anspruch, berichtet sie.

Pro Klasse kommt ein Kind in Landsberg zur Notbetreuung

Durch die kurzfristige Regelung musste der Kindergarten beim Caterer zahlreiche Essen abbestellen. Zahn Genannt Schumann bedauert: „Ein bisschen mehr Vorlauf, damit man die Abläufe besser koordinieren kann, wäre gut.“ Laut Bayerischem Kultusministerium können unter anderem Schüler der Jahrgangsstufen eins bis sechs die Notbetreuung nutzen. Vor allem richtet sich das Angebot an Eltern, die beide in einem systemrelevanten Beruf arbeiten oder ihren Jahresurlaub bereits aufgebraucht haben.

In der Landsberger Grundschule am Spitalplatz sei in drei Klassen je ein Kind für die Notbetreuung in Frage gekommen, so Schulleiterin Heike Heck. Angeboten wurde sie allen, die sie bräuchten. Letzten Endes haben dann aber die Eltern Lösungen wie Homeoffice gefunden. Für den Distanzunterricht vor Weihnachten haben die Lehrer den Kindern Lernpäckchen mit Übungen für die Hauptfächer mit nach Hause gegeben. Einige Lehrer stellten über die Software Padlet Arbeitsblätter, Filme oder den Wochenplan ein. Das meiste laufe aber analog – über Bücher, Arbeitsblätter und -hefte.

Wird der Lockdown über den 10. Januar hinaus verlängert?

Einige Lehrer seien telefonisch oder online erreichbar. Angesichts des Alters der Kinder freuten sich die meisten Eltern, dass die Betreuung analog bleibe. Denn die Kinder bräuchten bei digitalen Formaten noch die Unterstützung der Eltern – für drei Tage Schule ein großer Aufwand. Heike Heck betont: „Man muss auch sehen, die Kinder haben viel geleistet und viel Unterricht gehabt. Denn Sachen wie der Nikolausbesuch haben nicht stattgefunden.“ Tests seien auf diesen Montag und Dienstag vorgezogen worden. Für Heck kam der Distanzunterricht nicht kurzfristig, angesichts der Presseberichte. „Klar ist das für die Eltern nicht einfach. Aber wir hatten auch Sorgen von Eltern, die ihre Kinder wegen der Großeltern nicht mehr in die Schule schicken wollten.“ Im Moment fühle sie sich gut vorbereitet. Falls der Lockdown über den 10. Januar hinaus verlängert werden sollte, habe sie schon Konzepte in der Schublade.

Am Ammersee-Gymnasium in Dießen beschäftigen derzeit ein Sozialpädagoge und eine Lehrerin eine Schülerin bis 13 Uhr in der Notbetreuung, so Schulleiter Alfred Lippl. In Frage kamen alle, auf die die Kriterien des Ministeriums zutreffen. Weil die bayernweite Mebis-Software am Mittwoch bereits überlastet gewesen sei, lasse das Gymnasium für den Distanzunterricht das Schülerportal als zweiten Kanal mitlaufen. Dort sind Chats und Videokonferenzen ebenso möglich wie das Hochladen von Dokumenten. Die Schüler bearbeiteten die Aufgaben, für Rückfragen gebe es den Chat. Die 11. und 12. Klasse legen online noch mündliche Noten ab, bei ihnen sei es wichtig, dass sie dranbleiben, so Lippl. Ansonsten gibt es gemäß den Vorgaben des Ministeriums keine Noten. Er fühle sich gut vorbereitet. Schlimmer sei für ihn, dass sich in der Oberstufe die Tests im Januar ballten.

Auch am Ammersee-Gymnasium in Dießen herrscht gähnende Leere.
Bild: Julian Leitenstorfer

An den Beruflichen Schulen in Landsberg haben die Schüler ab Montag frei, bis dahin nehmen sie neben Microsoft Teams und Mebis über die Software Webuntis am Unterricht teil. Für Rückfragen zu den Programmen stehen interne Lehrer-Teams bereit. Wie sie den Unterricht gestalte, bestimme jede Lehrkraft individuell, sagt Schulleiter Lorenz Häckl. Manche Berufschullehrer streamen ihren Praxisunterricht live, andere Praxisstunden könnten abgerufen werden. Für den Praxisanteil werde es schwierig: Die Lehrer könnten nur eine Anleitung geben, wie etwas auszuführen sei, und dann in den Theorieteil übergehen. In einigen Betrieben stünden den Schülern aber auch Lernwerkstätten offen. Der Blockunterricht läuft also weiter, denn die Abschlussprüfungen stehen wie jedes Jahr bevor. Mit Mebis lasse sich derzeit gut arbeiten, sagt er.

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