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Geltendorf

28.03.2019

MVV: Eine neue Buslinie fährt zum Geltendorfer Bahnhof

Gegen Ende des Jahres werden am Geltendorfer Bahnhof MVV-Busse halten, die ihre Fahrgäste bis zum S-Bahnhof Mammendorf bringen. Der Landkreis Fürstenfeldbruck will die Linie zwei Jahre lang testen.
Bild: Thorsten Jordan

Die S-Bahnhöfe Mammendorf und Geltendorf sollen ab Ende des Jahres mit einer neuen Buslinie verbunden werden. Momentan ist es nur ein zeitlich begrenztes Projekt. Wo die Linie halten soll.

Mitte Dezember startet der Landkreis Fürstenfeldbruck im Münchner Verkehrsverbund (MVV) einen weiteren Projektversuch. Er wird eine neue Buslinie 821 einführen, die den Lückenschluss zwischen den S-Bahnhaltestellen Mammendorf und Geltendorf herstellt. Knackpunkt an der Geschichte: Es ist derzeit nicht vorgesehen, dass der MVV-Bus in Geltendorf, außer am Endpunkt Bahnhof, hält. Darin sieht Zweiter Bürgermeister Robert Sedlmayr einen Schildbürgerstreich und will nun heute Abend in der Gemeinderatssitzung (Beginn 19.30 Uhr, neues Feuerwehrhaus) einen Antrag an das Landratsamt verabschieden lassen, der einen viermaligen Halt der Linie 821 im Ort vorsieht.

Haltestellen im Ort sind - außer am Bahnhof - nicht vorgesehen

Die Linie „821“, so bestätigt der Sprecher des Landratsamts, Wolfgang Müller, soll ab Mitte Dezember von Mammendorf über Jesenwang und Moorenweis (Landkreis Fürstenfeldbruck) über die Bahnhofstraße zum Geltendorfer Bahnhof fahren und umgekehrt. So weit so gut. Was Robert Sedlmayr, auch Nahverkehrsreferent im Kreistag, hellhörig werden ließ: „Die neue Linie fährt zwischen 6 und 20.30 Ihr insgesamt 23 Mal den Bahnhof an, auch am Samstag.“ Die Linie der Landsberger Verkehrsgemeinschaft (LVG) verkehrt überwiegend zu Stoßzeiten und insgesamt nur 14-mal. Schon alleine deswegen erwartet er einen Mehrwert für die Bevölkerung seines Heimatortes.

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MVV: Eine neue Buslinie fährt zum Geltendorfer Bahnhof

Den würden auch die Verantwortlichen im Landkreis sehen. Deshalb sei der Nahverkehrsexperte Dietmar Winkler auch aktuell im Gespräch mit den Fürstenfeldbrucker Kollegen, die diese Linie verantworten. Wolfgang Müller: „Wir sind dieser Überlegung durchaus zugetan.“ Wie Sedlmayr sehe auch er eine Qualitätsverbesserung im ÖPNV – vor allem für die Geltendorfer, wenn sie die Linie 821 nutzen könnten. Dazu müssten aber noch verschiedene Abstimmungen getroffen werden, die ins Detail gehen. So hat der MVV zum Beispiel eine andere Preisgestaltung und einen anderen Takt. „Deshalb ist Dietmar Winkler aktuell in Gesprächen.“

Auch der Landkreis muss sich wohl beteiligen

Nach dem aktuellen Stand muss sich der Landkreis Landsberg auch an den Kosten der Linie 821 beteiligen, falls eine Zwischenbedienung, also der Stopp an den vier Haltestellen, erfolgen sollte – abzüglich der Zuschüsse und der anteiligen Einnahmen. Diese Kosten, so hat es Robert Sedlmayr recherchiert, würden aber im ungünstigsten Fall maximal 12.000 Euro (Einnahmen aus Einzelfahrscheinen und Zeitkarten) betragen. Vermutlich sei es nicht einmal so viel. Dieses Defizit, so ist er der Meinung, sollte der Landkreis alleine tragen: „Es liegt sogar in einem derart niedrigen Bereich, dass es der Landrat ohne Beschluss des Kreisausschusses selbst genehmigen könnte.“ Dem stimmt auch Wolfgang Müller zu. Allerdings verweist er auf einen Grundsatzbeschluss, wonach bei zusätzlichen, von den Gemeinden gewünschten Nahverkehrsleistungen die jeweiligen Gemeinden auch 50 Prozent des Defizits mittragen müssen. „Schon aus Gründen der Gleichbehandlung können wir nicht anders verfahren.“

Wie sieht es mit dem Defizit aus?

Robert Sedlmayr hatte argumentiert, dass der Landkreis ja auch das Defizit im Rahmen der Notvergabe der Schulbuslinien Anfang des Jahres voll übernommen habe. Das wiederum, so Müller, habe mit dem Verkehr derLVG nichts zu tun. Robert Sedlmayr, der eine entsprechende Anfrage an den Landrat bereits gestellt hat, gehe aber den richtigen Weg, indem er den Gemeinderat heute Abend über einen entsprechenden Antrag der Gemeinde an das Landratsamt beschließen lässt.

Sedlmayr ist überzeugt, dass sich der Versuch mit der Linie 821 positiv für die Geltendorfer Bevölkerung auswirken könnte. „Bei einem besseren Busangebot würde sich so mancher überlegen, auf eine Autofahrt zum Bahnhof zu verzichten“, ist der Zweite Bürgermeister überzeugt. Vielleicht würde sich das dann auch auf die prekäre Parksituation am Geltendorfer Bahnhof und dessen Umgebung positiv auswirken. Bei positivem Verlauf des zweijährigen Versuchszeitraums, so bestätigt Müller, ist vom Landkreis Fürstenfeldbruck eine Fortführung geplant, bei negativem Verlauf nicht. „Dann hätten wir zumindest keinen Nachteil, weil alles zum Status quo zurückkehren würde.“

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