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Landsberg

23.10.2020

Malerei und Bildhauerei in Landsberg als Fest für die Sinne

Die Ausstellung „Abwesend anwesend“ zeigt Werke der Malerinnen Mica Knorr-Borocco aus Utting (Mitte), Bea Stroppa (rechts) aus München und des Bildhauers Franz Hämmerle (links) aus Windach.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus In der Zederpassage in Landsberg sind die Werke von drei Künstlern zu sehen. Warum es sich lohnt, dort stehen zu bleiben.

Wer schnellen Schrittes durch die Zederpassage eilt, könnte die Kunst in sechs bespielten Galerieräumen übersehen, was schade wäre, denn sie ist ein Fest für alle Sinne. Dort werden drei unterschiedliche künstlerische Positionen aus Malerei und Bildhauerei spannungsreich zueinander in Beziehung gesetzt.

Eine facettenreiche Ausstellung

Die Vorsitzende des Galerievereins, Silvia Großkopf, ihr Stellvertreter Bert Praxenthaler und Mitkurator Helmuth Hager konnten in den Ateliers der Malerinnen Mica Knorr-Borocco in Utting und Bea Stroppa in München sowie beim Bildhauer Franz Hämmerle in Windach Kunstwerke aussuchen, die ihrem Ausstellungskonzept entsprachen. Daraus entstand die facettenreiche Exposition zum Thema „abwesend anwesend“, mit dem sich bedeutende Künstler aller Epochen seit jeher auseinandersetzten, und das sich nun in einer ganz anderen Dimension in unseren Alltag eingeschlichen hat.

Deswegen gab es zur Eröffnung auch keine Einführungsrede, es soll jedoch, wenn möglich, noch kleine Events geben. „Das Ich ist unrettbar“ formulierte der Philosoph und Naturwissenschaftler Ernst Mach Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien. Auf seine Thesen zur unabwendbaren Vergänglichkeit hat sich die Malerin Bea Stroppa in ihren Arbeiten eingelassen. „Gretchen“, deren Blick sich bereits nach innen richtet, hat abgeschlossen mit der Welt, während in dem daneben hängenden Pendant „Es war einmal“ noch Zuversicht im Blick des leicht geschmückten Mädchens liegt. Bea Stroppa beleuchtet mit ihren Arbeiten in Acryl auf Leinen oder Kupferplatten die inneren Zustände der Menschen, macht bei näherer Betrachtung Unsichtbares sichtbar.

Ein Bildhauer haucht Leben ein

Der weiße einfache Kragen auf der offiziellen Kleidung symbolisiert Schutz, im Gegensatz zum kostbaren aus Bronze versilberten Schmuckkragen, der die einzigartige Alabaster-Büste „Meine Mutter“ von Franz Hämmerle ziert. Der Bildhauer, der mit seiner Kunst allen von ihm verwendeten Materialien Leben einhaucht, hat behütende Hände auf den Bauch der altruistisch anmutenden Lindenholzskulptur „A la madre di Leonardo“ gelegt. Im kleinsten Raum platziert, treten diese in einen Dialog mit den Händen des großformatigen Bildes „Die Suchende“ von Bea Stroppa. Als Denkmal für Paris, Rue du 8. Mai 1945 hat Franz Hämmerle 1979 das beeindruckende „Stilleben mit Mantel und Stuhl“ geschaffen.

Seinen ausdrucksstarken Torsi aus Holz und Marmor und magischen Skulpturen hängen dynamische Bilder von Mica Knorr-Boroco, der Kunstpreisträgerin des Landkreises 2019, gegenüber. Es sind vor allem die Menschen, die Knorr-Borocco faszinieren. Bei den in zarten Pastelltönen gezeichneten Figuren in unbeschwerten Marktszenen in Utting und Landsberg, der eleganten Caféhausszene vom Wiener Sacher, der heiteren Straßenszene in Venedig verschmelzen Gegenständlichkeit und Abstraktion in fließende Bewegungen. Mica Knorr-Borocco setzt sich kritisch mit allen Lebensbereichen auseinander. In die „Geistlichkeit und die Frauen“ signalisiert allein die Körperhaltung des Priesters Entsagung.

Die Ausstellung ist noch bis zum 2. Januar geöffnet, jeweils am Donnerstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr, am Samstag von 12 bis 15 Uhr und nach Vereinbarung.

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