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30.08.2007

Maria Zander holt sich den Titel zurück

Hagenheim (mm) - 30 Minuten und 38 Sekunden war Maria Zander unterwegs, dann durfte die Radrennfahrerin aus Hagenheim jubeln. Zum vierten Mal gewann sie die Weltmeisterschaft im Zeitfahren in ihrer Altersklasse. "Das war schon etwas Besonderes, denn diesmal war es unheimlich knapp", erzählt die 55-Jährige von den Titelkämpfen in St. Johann (Tirol). Besonders aus Übersee war starke Konkurrenz am Start und die zweitplatzierte Amerikanerin lag nur vier Sekunden hinter Maria Zander und eine Sekunde vor der Drittplatzierten aus Australien.

Doch nicht nur die Leistungsdichte machte diesen Weltmeistertitel für Maria Zander zu etwas ganz Besonderem - war sie im vergangenen Jahr doch wegen technischer Probleme leer ausgegangen und der Frust saß tief.

Doch Maria Zander biss sich durch, mit der Hartnäckigkeit, die ein Radrennfahrer braucht, um 20 Kilometer mit einem Schnitt von fast 40 Stundenkilometern zurückzulegen. Fast täglich fuhr sie mit dem Rad von Hagenheim nach Windach in die Arbeit und "zum Schluss habe ich vor allem auf dem Zeitfahrrad trainiert". Eine Rennmaschine wie die der Profis mit speziellem Lenker für eine möglichst aerodynamische Haltung. "Wenn das Rad gut eingestellt ist, ist es nicht unbequemer als auf dem normalen", sagt Maria Zander, die sich für die WM noch einen besonderen "Luxus" leistete: "Ich hab' mir neue Pedale gekauft."

Alles zusammen brachte ihr erneut den Titel - ohne irgendwelche weiteren Hilfsmittel, die den Radsport zuletzt so in Verruf brachten. "Wir werden alle im Anschluss auf Doping getestet", sagt Maria Zander und "mein Hk-Wert (Hämatokrit) liegt mit 38 sehr weit von den 50/51 entfernt". Auch habe es bei den Masters kaum Doping-Fälle gegeben, "hier zählen Disziplin und Leistung", sagt Maria Zander.

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Das ist auch im Fahrerlager spürbar. Berichtete man bei der Tour de France über das dort herrschende Misstrauen untereinander, so sind die Sportler bei der Masters-WM eine große Familie. Das zeigte sich auch nach dem Rennen. Nachdem die Konkurrentinnen von Maria Zander kurze Zeit brauchten, um die Niederlage zu verdauen wurde gemeinsam gefeiert. "Die Zweitplatzierte aus Amerika hat uns eingeladen und wir hatten einen wunderbaren Abend."

Diese Atmosphäre motiviert Maria Zander ebenso wie der Erfolg. Zwar will sie die Saison nun "langsam ausklingen lassen", doch im nächsten Jahr möchte sie ihren Titel wieder verteidigen, denn "es macht einfach Spaß, es ist ein toller Sport und immer wieder schön zu sehen: älter werden bedeutet nicht griesgrämig oder inaktiv zu werden".

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