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Gericht

24.04.2015

Marihuana in der Wohnung und am Lech

Angeklagter erntete Drogen und wurde dafür zu einer Bewährungsstrafe verurteilt

Er soll Marihuana angebaut, geerntet und in seiner Wohnung aufbewahrt haben. Jetzt wurde ein 28 Jahre alter Mann am Amtsgericht in Landsberg dafür zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten verurteilt. Bei der Aufdeckung der Straftaten war der Polizei „Kommissar Zufall“ zu Hilfe gekommen: Als sie im März vergangenen Jahres mit einem Haftbefehl nach einem Mann in Kaufering fahndete, wohnte der Gesuchte nicht mehr in seiner Wohnung. Eingezogen war mittlerweile der 28-Jährige, und mit ihm der Geruch von Marihuana.

Der Beschuldigte räumte vor Gericht die Taten ein, zeigte Reue und gelobte Besserung. Er habe die Drogen für „den eigenen Gebrauch“ angebaut, und um kein „gestrecktes Zeug“ kaufen zu müssen. In seiner Wohnung war die Polizei auf eine Marihuana-Aufzuchtanlage gestoßen und einige Monate später am Lechufer, in der Nähe von Sandau, auf vier Marihuana-Pflanzen, die der junge Mann dort angebaut haben soll. Der 28-Jährige soll insgesamt 277 Gramm „rauchbares Marihuana“ mit einem Wirkstoff von 13,6 Gramm in seiner Wohnung geerntet und aufbewahrt haben. Für die vier Pflanzen am „Kongo“, so wird dieser Bereich am Lechufer zwischen Kaufering und Landsberg genannt, war von 34,5 Gramm Marihuana mit einem Wirkstoff von vier Gramm die Rede.

Er sei, wie der Angeklagte einräumte, vor zehn Jahren erstmals mit Drogen in Kontakt gekommen. Seither seien Joints fast immer sein „Begleiter“. Im Schlafzimmer seiner Wohnung, in dem er eine Wand im Trockenbau eingezogen hatte, betrieb der Mann eine Marihuana-Aufzucht mit 19 Pflanzen, die bis zu 40 Zentimeter hoch gewesen sein sollen. Getrocknet wurden die Marihuanablüten in Schubladen und Schränken. Bei der Durchsuchung fiel den Polizisten ein Handy mit Bildern in die Hände, das den Mann mit vier Marihuana-Pflanzen am „Kongo“ zeigt.

Ihn habe lediglich der Wachstumsprozess der Pflanzen interessiert, sagte der Angeklagte vor Gericht. Danach redete ihm Schöffenrichter Alexander Kessler kräftig ins Gewissen: So sei es dreist gewesen, einige Monate nach der Hausdurchsuchung durch die Polizei noch vier Marihuana-Pflanzen anzubauen: „Das ist ein Zeichen von fehlendem Unrechtsbewusstsein“, sagte Kessler. Staatsanwalt Christian Peikert sprach von „Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“, die der dreifach vorbestrafte Mann besessen habe. Der Vertreter der Anklage plädierte für zwei Jahre und vier Monate – ohne Bewährung. Verteidigerin Anita Trautwein sprach sich für ein Jahr und drei Monate mit Bewährung für ihren Mandanten aus.

Das Schöffengericht fällte ein anderes Urteil und verpflichtete den 28-Jährigen zu zehn Drogenberatungsgesprächen in den nächsten vier Monaten. Zudem hat er die Kosten des Verfahrens zu tragen und in monatlichen Raten von 100 Euro eine Geldauflage von 2000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zu bezahlen. (eh)

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