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Landsberg

25.05.2020

Maskengegner rufen erneut zu Großdemo in Landsberg auf

Die Impfkritiker von Levana wollen in Landsberg eine Großdemonstration gegen die Corona-Maskenpflicht veranstalten.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Sie wollen ein sofortiges Ende der Maskenpflicht: Die Impfkritiker von Levana wollen in Landsberg eine Großdemonstration veranstalten. Eine Partei kritisiert den Landrat.

„Sofortige Rückkehr zum alten Infektionsschutzgesetz und sofortige Beendigung der Maskenpflicht“ – unter diesem Motto soll am Samstag, 30. Mai, in Landsberg eine Demonstration stattfinden. Veranstalter ist Levana, ein Bündnis impfkritischer Eltern, das bereits mehrfach gegen die Corona-Schutzmaßnahmen mobil gemacht hat. Erwartet werden auf der Waitzinger Wiese maximal 888 Personen. Vor rund eineinhalb Wochen hatte Landrat Thomas Eichinger ( CSU) einer ähnlichen Veranstaltung, die für 16. Mai geplant war, aufgrund der Größe einen Riegel vorgeschoben. Die Veranstalter hatten 2000 Teilnehmer angekündigt, aber davon gesprochen, dass über 5000 problemlose auf der Waitzinger Wiese Platz hätten. Levana hatte dann vor dem Verwaltungsgericht München gegen die Entscheidung des Landratsamtes geklagt, doch keinen Erfolg.

„Freiheitsliebende und friedliche Menschen fordern die Rückkehr zum alten IfSG und zur sofortigen Beendigung der Maskenpflicht. Die Organisatorin distanziert sich ausdrücklich von allen extremen Gruppierungen und Verschwörungstheorien und ruft zu einem friedlichen und sachlichen Meinungsaustausch auf“, heißt es in einer Pressemitteilung. Angemeldet worden seien 888 Teilnehmer, die mit Mindestabstand und Maskenempfehlung auf der Waitzinger Wiese für ihre Rechte demonstrieren wollen.

Die abgesagte Demonstration wird jetzt auch zum Politikum

Levana, dessen Kopf der Kauferinger Arzt und Homöopath Rolf Kron ist, nimmt in seiner Stellungnahme Bezug auf die vergangenen Wochen und Monate der Corona-Krise und hinterfragt die Lockdown-Maßnahmen und Maskenpflicht kritisch. Am 9. Mai hatte das Bündnis bereits eine Demonstration auf dem Landsberger Hellmairplatz veranstaltet. Angekündigt worden waren 50 Teilnehmer, doch weitaus mehr Menschen versammelten sich im Herzen der Stadt, da auch etliche Passanten stehen blieben. Der Mindestabstand konnte dabei nicht immer gewahrt werden.

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Ob die Veranstaltung am Samstag – wie von Levana geplant – stattfinden kann, ist offen. Das LT hat am Montagmorgen eine entsprechende Anfrage beim Landratsamt gestellt. Laut Pressesprecher Wolfgang Müller werde es am Dienstag ein Gespräch mit den Organisatoren geben. Bis spätestens Donnerstag herrsche Klarheit, ob die Demo stattfinden kann oder nicht.

Derweil erreicht das Thema Levana und Demo auch die Politik. Der ÖDP-Kreisverband kritisiert in einer Pressemitteilung, dass Landrat Thomas Eichinger die vor zwei Wochen geplante Demo abgesagt hatte und greift den Landkreischef nun an. "Das Verbot des Landrats halten wir für total überzogen. Die erste Demo hatte ja bewiesen, wie friedlich eine Veranstaltung ablaufen kann. Dass jemand eine andere Meinung haben darf als irgendeine andere 'veröffentlichte' Meinung ist durch die Meinungsfreiheit und durch das Demonstrationsrecht unseres Grundgesetzes gedeckt", schreibt der ÖDP-Kreisvorsitzende Dr. Rainer Gottwald. "Die potenziell mögliche Anwesenheit rechtsextremer Gruppen rechtfertigt nicht die Ausschaltung von Grundrechten. In dem kleinen Landsberg waren sowieso keine Rechtsextremen anwesend."

ÖDP hofft auf "einmaligen Lapsus" des Landrats

Die ÖDP gehe davon aus, dass das Verbot des Landrats "ein einmaliger Lapsus war und zukünftige Demonstrationen erlaubt werden". Innerhalb der eigenen Partei sorgt die Mitteilung bereits für Wirbel. Stefan Meiser, der einzige Vertreter der ÖDP im Landsberger Stadtrat, geht auf Distanz zu Gottwald. "Ich persönlich stehe vollumfänglich hinter der Maßnahme des Landrats, die Veranstaltung auf der Waizinger Wiese nicht zu genehmigen, da der Veranstalter mit Hinweis auf 5000 bis 8000 Personen, die auf der Festwiese Platz finden könnten, für die Veranstaltung geworben hatte und dies den ursprünglich genehmigten Versammlungsumfang von 2000 Personen erheblich überschritten hätte."

Dr. Rainer Gottwald spreche als Kreisvorsitzender der ÖDP lediglich für den Kreisvorstand. "Herr Dr. Gottwald gibt in seiner Pressemitteilung an, für die Landsberger ÖDP zu sprechen, dies ist nicht zutreffend. Ein ÖDP-Ortsverband Landsberg besteht nicht."

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:Beschämender Auftritt der Maskengegner

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25.05.2020

Wow, haben Sie persönlich was gegen die Leute? Also das ist doch weit hergeholt, ein Nazigruss? Waren dann die olympischen Sommerspiele, die am 8.8.08 um 8.08 begannen auch Adolf gewidmet? Oder kommt für Sie nicht in Betracht, dass die Zahl 8 ebenso eine Bedeutung im Rahmen von Engelszahlen, des Christentums, usw. hat? Dort bedeuten sie Regeneration, Wiederbeginn. Im Chinesischen bedeuten viele Achten Glückvolles Gelingen.
Nach der abgesagten Demo hört sich doch die Teilnehmerzahl mit 888 Personen nach einem Wunsch nach einem glückvollen Gelingen an. Wieso stellen Sie das in Abrede und ziehen eine Nazi-Verbindung an den Haaren herbei?
Ich jedenfalls wünsche "gutes Gelingen", denn das gehört für ein gutes Miteinander dazu und nicht so ein hasserfüllter Kommentar, der dann auch noch von einem Redakteur kommt. Sehr peinlich für Ihre Zeitung.

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