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Biomüll

23.01.2015

Mehr Geld für den Klimaschutz

Ab dem Jahr 2016 können die Landkreisbürger ihren Biomüll in einer kostenlosen Biotonne entsorgen. Kreisausschuss und Umweltausschuss haben jetzt entschieden, dass der eingesammelte Bioabfall nach neuesten technischen Anforderungen vergärt werden soll.

Kreisgremien folgen Antrag der Grünen und legen fest, dass Abfälle vergärt werden

Ab dem nächsten Jahr erhält jeder Haushalt im Landkreis auf Wunsch kostenlos eine Biotonne. Das hat der Kreistag Ende September entschieden (LT berichtete). Offen war jedoch noch, wie der eingesammelte Biomüll künftig verwertet werden soll. Kreisausschuss und Umweltausschuss des Kreistags haben jetzt beschlossen, eine Kompostierung jeglicher Art auszuschließen. Vielmehr soll der Biomüll nach neuesten technischen Anforderungen vergärt werden – möglichst mit Nutzung der Abwärme oder Einspeisung ins Erdgasnetz.

Mit der kostenlosen Einführung der Biotonne im gesamten Landkreis – bislang gibt es sie gegen Gebühr nur in Landsberg und Kaufering – rechnet die Kommunale Abfallwirtschaft des Landratsamtes mit einer Steigerung des gesammelten Biomülls von derzeit etwa 1000 auf rund 7500 Tonnen im Jahr. Der Auftrag der Verwertung dieser Abfälle muss neu vergeben werden. Die Verwaltung und ein beteiligtes Ingenieurbüro sahen eine technikoffene Ausschreibung vor, die von einer offenen Kompostierung bis zu einer geschlossenen Vergärung samt Nutzung der frei werdenden Energien reichte.

Schon im Sommer hatte aber ein parteiübergreifender Antrag eine möglichst energieeffiziente Verwertung in regionaler Nähe, zum Beispiel in einer Biogasanlage, vorgeschlagen. In der Sitzung des Kreisausschusses, in der über das Pflichtenheft der Ausschreibung beraten wurde, konkretisierten die Grünen den Antrag und forderten einen Ausschluss von Kompostierung jeder Art und stattdessen eine Festlegung auf eine Vergärung nach neuesten technischen Anforderungen. Die Mehrkosten für die aus Sicht der Grünen umweltfreundlichere Variante würden sich im Jahr auf zwei Euro pro Bewohner belaufen. „Zwei Kugeln Eis im Jahr für unseren Klimaschutz sind vertretbar“, sagte Peter Satzger in der Sitzung.

Etliche Kreisräte schlossen sich der Meinung Satzgers an. Georg Krackhardt (UBV) sprach in Bezug auf die Vergärung von „echtem Biogas“, Renate Standfest (Grüne) bezeichnete die offene Kompostierung als „Irrsinn“ und Albert Thurner, Peter Wittmaack (beide SPD) und Josef Lutzenberger (Grüne) sprachen sich dafür aus, jegliche Kompostierung im Vorfeld auszuschließen. Für Landrat Thomas Eichinger (CSU) ein falscher Schritt: „Es geht schließlich um das Geld der Gebührenzahler.“ Laut Wilhelm Böhm, Fraktionssprecher der CSU, um jährlich rund 250000 Euro. Eichinger erinnerte daran, dass die Bürger auch nach 2016 die Möglichkeit hätten, ihren Bioabfall selbst zu kompostieren. Er gehe davon aus, dass nur die Hälfte der Haushalte eine Biotonne haben werde.

Am Ende der gemeinsamen Sitzung sprachen sich die Mitglieder des Umweltausschusses (11:2 Stimmen) und des Kreisausschusses (7:6) für den Antrag Peter Satzgers aus. Dass in der Ausschreibung noch mehr Gewicht darauf gelegt wird, dass der Biomüll landkreisnah verwertet wird, und ein entsprechendes Angebot bevorteilt wird, dafür stimmten Umweltausschuss (12:0) und Kreisausschuss (8:4) ebenfalls.

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