Newsticker

Zahl der Corona-Infizierten in München sinkt unter kritischen Wert
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Mehr Kühe für Versuche

19.06.2009

Mehr Kühe für Versuche

Achselschwang (smi) - 2004 wurde das Staatsgut Achselschwang zum Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchvieh und Rinderhaltung, im gleichen Jahr wurde der neue Milchviehstall fertig, 2005 die neue Behausung des Jungviehs in Hübschenried. Doch damit sind die Neuerungen nicht abgeschlossen auf dem Gut, welches 1803 als ursprüngliche Klosterschwaige in den Staatsbetrieb überging.

Achselschwang hat einen neuen Chef: Rasso Höck leitet seit 1. Mai die Geschicke des Lehr-, Versuchs- und Fachzentrums, als Betriebsleiter vor Ort in Achselschwang steht im Michael Scheidler zur Seite. Landwirtschaftsdirektor Höck stammt aus Peiting und hat in Weihenstephan Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt Betriebswirtschaft studiert. Stationen seines Berufslebens waren unter anderem die Landesanstalt für Betriebswirtschaftslehre und Agrarstruktur, die staatliche Versuchsgüterverwaltung in Grub, wo er 1990 stellvertretender Leiter wurde. Seit 1995 ist er Vizechef im Haupt- und Landgestüt Schwaiganger. Höck lebt dort auch mit seiner Frau, die ebenfalls Agraringenieurin ist. Ein Beruf, den auch ein Sohn ergriffen hat.

Neue Aufgaben für das Staatsgut

In einer großen Umstrukturierung 2003/2004 war auch das Staatsgut Achselschwang in die neu zusammengefasste Landesanstalt für Landwirtschaft eingegliedert worden. Die Entwicklung in dem Ortsteil von Utting ist jedoch auch mittelfristig noch nicht zu Ende, wie Höck erzählt. Es gebe ein Konzept, wonach weitere Aufgaben nach Achselschwang verlegt werden. "Es geht darum Kapazitäten für Milchviehversuche zu schaffen", so Höck. Die Ergebnisse der Wissenschaft müssten in eine anwendbare Form gebracht werden. Das heißt, wissenschaftliche Erkenntnisse beispielsweise über die richtige Milchviehration, können nicht nur rechnerisch gewonnen, sondern müssen auch in der Praxis getestet werden. "Dazu muss aber der Tierbestand aufgestockt werden, statt jetzt 200 Milchkühe sollen es 250 Tiere sein." Außerdem heißt es die Technik aufrüsten, beispielsweise eine automatisierte Tier- und Futterwägung zu schaffen.

Mehr Kühe für Versuche

In Westerschondorf steht ein Neubau für die Nachkommenprüfung der männlichen Rinder an. Hier wird ermittelt, welche Fleischleistung ein Stier an seine Söhne vererbt. "Die Auswahl der Tiere macht Grub, wir mästen standardisiert aus und dies fließt in die Zuchtwertschätzung ein." Die Ställe seien verbraucht und arbeitswirtschaftlich ungünstig. "Hier hat schon mein Vorgänger Roman Sarreiter auf eine Modernisierung gedrängt und ich hoffe, dass dies in Bälde umgesetzt werden kann." Die eigene Nachzucht steht in Hübschenried, hier gibt es Überlegungen, auch Tiere aus Grub zu übernehmen.

Über Energieversorgung wird nachgedacht

Eine aktuelle Herausforderung ist für Höck auch die personelle Situation. Es gelte, Arbeitsabläufe entsprechend zu organisieren. Und das Thema Energie steht an: Die Gebäude sieht Höck in der Substanz weniger als Problem an, es geht mehr um die Energieversorgung. Er denkt hier durchaus an Geothermie, über die derzeit diskutiert wird, aber auch an nachwachsende Rohstoffe aus der Landwirtschaft und Sonnenkollektoren. Der 55-jährige neue Chef in Achselschwang ist auch Leiter des Lehr-, Versuchs- und Fachzentrums für Milchviehhaltung und Grünland in Kempten (Spitalhof). Hier will er die Grünlandversuche auf mehr Standorte verteilt wissen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren