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17.10.2017

Mehr Platz zum Ausruhen und Sitzen

Nach einem Bürgerbeteiligungsverfahren in Dießen wurde die Planung der Seeanlagen-Neugestaltung vorgestellt. Es soll mehr Platz zum Ausruhen und Sitzen geben.
Bild: Petra Straub

Die Ufermauer in den Dießener Seeanlagen wird rund 1,9 Millionen Euro kosten. Die Planungen könnten 2019 beginnen.

Wie sehen die aktuellen Planungen für die Neugestaltung der Dießener Seeanlagen aus? Was kosten die Baumaßnahmen und wann wird voraussichtlich mit dem Bau begonnen? Antworten auf diese Fragen gaben Landschaftsarchitektin Ursula Hochrein von der Lohrer Hochrein GmbH aus München und Dr.-Ing. Architektin Valerie Spalding von der Engelsmann Peters GmbH aus Stuttgart bei der vergangenen Marktgemeinderatssitzung.

Demnach ist geplant, zwischen Dampfersteg und Mühlbach Sitzstufen aus Stein anzulegen und im Wartebereich des Dampfers Spielelemente zu integrieren. Mehr Sitzmöglichkeiten – auch zum Picknicken – soll es dort künftig geben. In der Boxleranlage, südlich des Mühlbachs, soll die Ufermauer ebenfalls durch Sitzstufen ersetzt werden, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Dort sollen sie begrünt werden, um den ruhigeren und grüneren Bereich der Seeanlagen zu betonen.

Schwimmdecks im Wasser

Ursula Hochrein hatte dem Ratsgremium drei Gestaltungsvarianten vorgeschlagen. Die Mehrheit sprach sich für die Ausführung mit vor- und zurückspringenden Stufen und tiefen Grünbereichen an einem geschwungenen Uferbereich aus. Es hätte auch die Möglichkeit gegeben, die Sitzreihen gerade und die Bepflanzung nur auf der Oberseite der Stufen anzubringen. Im Wasser soll es nach dem Umbau Schwimmdecks geben und beim Kneippbecken auch einen Barfußpfad.

Radfahrer werden laut Bürgerwunsch weiterhin über die Bahnbrücke und die Mühlbachbrücke, die sogenannte Rialtobrücke fahren. Weil Gemeinde- und Rettungsfahrzeuge nicht weiterhin über die Bahnbrücke, sondern nur mehr über die Mühlbachbrücke fahren sollen, wird diese auf eine Breite von vier Metern angelegt. Die Steigung beim Neubau wird zugunsten von Menschen mit Behinderung auf ein Minimum reduziert, der prägende Schwung der Brücke wird jedoch optisch aufgegriffen. Laut Votum des Gemeinderats soll der Unterbau der Mühlbachbrücke nicht aus Stahl, sondern aus Beton angefertigt werden. Diese Variante ist nicht nur billiger in der Herstellung, sondern muss durch die Bauweise aus einem Stück nicht so häufig gewartet werden.

Vertreter verschiedener örtlicher Interessensgruppen hatten im Vorfeld im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) der Städtebauförderung Vorschläge erarbeitet. Senioren, Menschen mit Behinderung, Gewerbetreibende und Radfahrer waren beteiligt. Weitere Dießener brachten beim Bürgerinformationstag ihre Ideen ein. Bereits im Frühjahr hatten Vertreter der örtlichen Interessensgruppen dem Marktgemeinderat die Vorschläge der Bürger vorgestellt, die von den Architekten nun in die Planung eingearbeitet wurden.

Was die Befestigung des Ufers kostet

Dr.-Ing. Valerie Spalding zeigte dem Marktgemeinderat auf, wie die Uferbefestigung konstruiert wird. Entsprechend dem Bodengutachten werde die Gründung mit einem Streifenfundament und Querschotten aus Beton angelegt. Allein bei der Uferbefestigung beliefen sich die geschätzten Bruttokosten auf rund 1,9 Millionen Euro. Die Konstruktion sei aufwendig, weil man im Wasser und voraussichtlich mit Spundwänden arbeiten müsse. Die Kosten für den Brückenersatzbau aus Beton bezifferte die Architektin mit rund 220000 Euro (Zum Vergleich: Stahlvariante rund 310000 Euro). Die notwendigen Sanierungsarbeiten an der Bahnbrücke wurden mit 126000 Euro angegeben. Voraussetzung für eine Sanierung ist, dass die Widerlager erneuert werden können.

Das wasserrechtliche Verfahren schnell auf den Weg zu bringen hat Vorrang bei der Planung der Neugestaltung der Seeanlagen, erklärte Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger). Die Ufermauer ist seinen Angaben nach „nicht mehr verkehrssicher“. Gemeinderat Stephan Wilkening (Grüne) plädierte dafür, die Eisenbahnbrücke künftig nicht mehr zu nutzen. Dass die Bürger im Beteiligungsverfahren anders entschieden hätten, erinnerte Ursula Hochrein.

Was tun gegen die Verlandung des Sees?

Der fortschreitenden Verlandung des Ammersees zu begegnen, forderte Gemeinderat Franz Kubat (Dießener Bürger). Ursula Hochrein will eruieren, welche Gegenmaßnahmen wasserrechtlich möglich sind. Mit dem Bau bald zu beginnen, forderte Hanni Baur (SPD). Der Bau der Mühlstraße sei abgeschlossen, nun müsse ein Zeitplan für die Erneuerung der Seeanlagen gemacht werden. Das sei möglich, erklärte Ursula Hochrein.

Sie hofft, Anfang 2018 die Baugenehmigung einreichen und ein Jahr später mit dem Projekt beginnen zu können. Es sei möglich, in der Boxleranlage mit dem Umbau anzufangen. Damit werde der Dampferanlegebereich anfangs nicht beeinträchtigt. Kirsch ist es wichtig, sich beim Umbau der Seeanlagen erst auf die Ufermauer zu konzentrieren: „Die Bürger wollen eine Baustelle da unten sehen“.

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