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Notfall

30.03.2015

Mehr Praxis für die Ersthelfer

Die Ausbildung in Erster Hilfe wird zum 1. April reformiert. Es soll mehr Praxis und weniger Theorie unterrichtet werden. 

Die Ausbildung wird ab April reformiert. Noch sind aber Fragen offen

Überforderte Ersthelfer trifft der Landsberger Notfallsanitäter Tim Eilert häufig an, wenn er zum Unfallort kommt. „Ein Grund dafür ist sicherlich, dass der Erste-Hilfe-Kurs bei vielen schon Jahre her ist“, sagt er. Auch wenn ab April umfangreiche Änderungen bei der Erste-Hilfe-Ausbildung geplant sind, eine Wiederauffrischung zum Beispiel für Führerscheininhaber ist darin nicht vorgesehen.

„Eine regelmäßige Wiederholung des Kurses ist nicht geplant, obwohl dies auch aus unserer Sicht nötig wäre“, sagt Marianne Asam, die Leiterin der Sozialen Dienste beim Roten Kreuz in Landsberg. Schon im Kindesalter wäre eine Ausbildung sinnvoll, um die Mädchen und Buben früh an die Erste Hilfe heranzuführen, meint sie. Die Angst vor Fehlern werde so genommen und Handlungssicherheit geschaffen. Personen, die ihren Kenntnisstand freiwillig auffrischen, gebe es wenig. „Meist kommen die Leute erst dann freiwillig zu uns, nachdem sie unmittelbar mit einer Notsituation konfrontiert wurden und ihre eigene Hilflosigkeit in dem Moment erkannt haben“, sagt Renate Schuster, die für die Ausbildung beim Roten Kreuz in Landsberg zuständig ist.

Auch Tim Eilert bestätigt diese Erfahrung: „Vielen fehlt in einer kritischen Situation einfach der Mut zu helfen, denn die Angst, etwas falsch zu machen, ist groß.“ Werde der Ersthelfer vor Ort von der Notrufzentrale über Telefon angeleitet, funktioniere es meist ganz gut. „Dann fühlen sich die Leute einfach sicherer“, sagt Tim Eilert.

„Mit dem Absetzen des Notrufs, dem Absichern der Unfallstelle, stabiler Seitenlage oder dem Anlegen eines Verbands ist schon viel geholfen“, sagt Marianne Asam. Denn es sei immer besser, eventuell etwas falsch zu machen, als gar nichts zu tun.

Was ändert sich ab April? Für Führerscheinbewerber verlängert sich der Erste-Hilfe-Kurs um eine auf neun Unterrichtsstunden mit je 45 Minuten. Für Ersthelfer in Betrieben verkürzt sich die Ausbildung von zwei auf einen Tag. Das gleiche gilt für Lkw-Führerscheinbewerber, teilt das Deutsche Rote Kreuz in einer Pressemeldung mit. Mehr Praxis, weniger Theorie sei die neue Devise. Inhalte sollten auf das Wesentliche reduziert werden. Zum Beispiel werde mehr die Herzdruckmassage geübt, statt den Blutkreislauf theoretisch zu erläutern.

Noch bis Mitte des Jahres werde es eine Übergangsregelung geben, sagt Marianne Asam. Bis die Gesetzeslage angepasst ist. „Die Ausbilder wurden bereits unter großem Aufwand umgeschult,“ berichtet sie. Ein neuer Lehrplan für die Führerschein-Bewerber existiere aber momentan noch nicht.

Dieser wird jedoch bis zum Ende des Monats erwartet. „Wünschenswert wäre eine einheitliche Ausbildung für alle. Das würde uns die Organisation der Kurse natürlich wesentlich erleichtern“, so Renate Schuster.

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