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16.06.2009

Mehr Sicht und bessere Wege erwünscht

Dießen Seit vier Jahren beschäftigt sich das Wasserwirtschaftsamt Weilheim mit einem Gewässerentwicklungskonzept (früher: Gewässerentwicklungsplan) für den Ammersee und sein Umland. Im nächsten Jahr, so die Ankündigung des zuständigen Abteilungsleiters Hermann Bamgratz, soll das Vorhaben beendet sein. Vor Kurzem nun gaben die Gemeinde- und Tourismusvertreter ihren Fachbeitrag ab, der sich hauptsächlich mit dem Umland und weniger mit dem See an sich beschäftigt. Zwei wesentliche Anliegen dieses 20-seitigen Papiers sind die bessere Vernetzung der Rad- und Fußwege untereinander und mit dem öffentlichen Personennahverkehr und das See-Erlebnis vom Ufer aus, das oft durch Bäume und Sträucher beeinträchtigt werde. Die weiteren Fachbeiträge vonseiten des WWA selbst, des Naturschutzes und der Fischerei sind laut Bamgratz noch nicht fertig.

Insbesondere am Westufer ist es mit der Sicht von Land auf die Seefläche oft nicht gut bestellt. Der Fachbeitrag der Gemeinden listet ein Dutzend Stellen auf, wo die Blickbeziehung wiederhergestellt und Sträucher entfernt werden sollten. Einige Beispiele: Am Badeplatz in Eching behindern Weiden den Blick vom Fußweg zum See, am Weingartenweg nach Schondorf ist der Blick von fünf Sitzbänken aus durch Jungwuchs verdeckt, das Schondorfer Badegelände hat keine Sicht auf den See und auch zwischen Riederau und Dießen ist vom Seeweg aus die Sicht eingeschränkt.

Aussichtsturm nicht nur am Südufer

Ein weiteres Instrument, das Erlebnis des Sees zu vergrößern, könnte nach Auffassung von Gemeinden, Tourismusverbänden und Seenverwaltung der Bau von Aussichtstürmen sein. Neben dem geplanten Turm im Ammermoos bei Dießen werden solche Bauwerke auch für den Bereich Lochschwab, Badeplatz in Schondorf, Inning (möglicherweise im Zusammenhang mit dem Schifffahrtsmuseum), Aidenried und im Naturschutzgebiet am Beginn der Ammervorstreckung bei Pähl vorgeschlagen. Im Hinblick auf den Fremdenverkehr werden größere Hotels mit über 100 Betten und Großgastronomien mit Skepsis betrachtet, stattdessen soll "höhere Qualität Vorrang vor Quantität haben", heißt es in dem Papier.

Mehr Sicht und bessere Wege erwünscht

Schwachstellen bei den seebegleitenden Fuß- und Radwegen werden vor allem am Ost- und Südufer gesehen. Deshalb müsse die Planung eines straßenbegleitenden Radwegs von Inning nach Herrsching forciert werden. Für die Südseite wird ein straßenbegleitender Radweg zwischen Dießen und Raisting gefordert, ebenso der eigentlich abgehakte Radweg an der Birkenallee. Beide Wege würden Natur- und Vogelschutzgebiete durchschneiden. Außerdem müssen die Radwege mit den Bahnhöfen, Bushaltestellen, Dampferanliegestellen und Erholungsflächen vernetzt werden, so eine weitere Forderung.

Lösung des Gänseproblems als "offenes Ziel"

Weitgehend bedeckt halten sich die Gemeinde- und Tourismusvertreter zu dem von den Fischern kritisierten Ruhezonenkonzept. Wie das immer wieder beklagte Gänseproblem gelöst werden soll, wird ebenfalls nicht konkretisiert: "Der Umgang mit der Gänseproblematik bleibt in diesem Fachbeitrag ein ,offenes' Ziel", heißt es dazu. Auf das Ruhezonenkonzept wiederum dürfte beispielsweise der naturschutzfachliche Fachbeitrag unter Federführung der Regierung von Oberbayern abstellen, so Abteilungsleiter Hermann Bamgratz. Seine Behörde werde am Ende aus den Fachbeiträgen das Gewässerentwicklungskonzept formulieren.

Dieser neue Begriff ersetzt die bisherige Bezeichnung "Gewässerentwicklungsplan". "Ein Plan klingt so bestimmend", erklärt Bamgratz den Grund für diese Umbenennung. Bestimmen kann ein solches Konzept aber ohnehin nichts: Es solle, so Bamgratz, vielmehr nur mittelbar in die gemeindlichen Entwicklungsabsichten eingebracht werden. Bei Bauleitplanverfahren könnte das Wasserwirtschaftsamt Gemeinden beispielsweise auf Inhalte des Gewässerentwicklungskonzepts erinnern.

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