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Kreis Landsberg

31.03.2016

Mehr Straftaten durch Ausländer

Mitte Januar wurde einer von drei Einbrechern am Bahnhof in Kaufering festgenommen. Das Trio aus Litauen war Anwohnern im Ahornring aufgefallen, die der Polizei wichtige Hinweise gaben. 

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt ebenfalls, wenn auch nur gering und entgegen dem Bayerntrend. Kriminalstatistik vorgestellt.

Die Straftaten durch Ausländer und die Wohnungseinbrüche waren die zentralen Themen bei der Vorstellung der bayerischen Kriminalstatistik durch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vor einer Woche. Alfred Geyer, der Chef der Landsberger Polizei, setzte die gleichen Schwerpunkte. Denn auch im Landkreis Landsberg ist die Zahl der ausländischen Tatverdächtigen im vergangenen Jahr erneut angewachsen. Und auch bei den Einbrüchen in Wohnungen ist ein leichter Anstieg zu beobachten, anders als im gesamten Freistaat.

Bei der Landsberger Polizeiinspektion vergehe kein Tag, an dem die Beamten nicht mit Asylsuchenden zu tun hätten. Dabei sind die Gründe dafür vielfältig, und bei Weitem nicht immer Straftaten, wie Alfred Geyer bei der Präsentation der Kriminalstatistik sagte. Es gehe um Ruhestörung, Anrufe besorgter Bürger, um als vermisst gemeldete Asylbewerber oder Flüchtlinge, die auf der Wache Asyl beantragen. „Wir arbeiten am Limit“, sagt der Inspektionsleiter. Und das habe vor allem damit zu tun, dass mit den Flüchtlingen auch die Polizeiarbeit mehr werde. Zwar habe die Inspektion so viele Beamten wie noch nie im Dienst, davon seien aber etliche Kollegen nur als Halbtags- oder Teilzeitkraft im Einsatz und mitunter auch im Erziehungsurlaub.

Die kleineren, dezentralen Unterkünfte für Asylsuchende mussten die Beamten der Landsberger Polizei weitaus weniger ansteuern als die Wohncontaineranlagen oder die Lechturnhalle in Landsberg. Alfred Geyer erzählt von jungen Männern, die schnell aggressiv werden und Polizistinnen nicht ernst nehmen. „Viele tun sich schwer mit einer Frau als Autorität.“ Etliche der Straftaten, die Asylbewerber begehen, ereignen sich innerhalb der Unterkünfte, oft im Streit mit einem Mitbewohner. Häufig sind es Rohheitsdelikte. Insgesamt verzeichnete die Landsberger Polizei 457 solcher Straftaten, 62 davon wurden von Asylbewerbern begangen. Überproportional hoch sei ihr Anteil an Straftaten. Von den 1562 ermittelten Tatverdächtigen im Bereich der Landsberger Inspektion waren 339 Ausländer. Deutsche mit Migrationshintergrund erfasst die Statistik nicht. Doch ihre Zahl dürfte ähnlich hoch sein. An der Spitze der Ausländer, die Straftaten begehen, stehen die Rumänen (43), gefolgt von Afghanen (39) und Türken (34).

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Ausländische Täter, straff organisiert und professionell in Banden agierend, sind es vor allem, die im Landkreis für Wohnungseinbrüche verantwortlich sind. Alfred Geyer hat dabei die Geschädigten im Blick: „Wir wissen, dass es für sie sehr belastend ist.“ Daher tue die Polizei auch viel. Der Inspektionsleiter nennt die sichtbare Präsenz zu bestimmten Tageszeiten in Wohngebieten. Mit Verstärkung der Bereitschaftspolizei und umliegender Dienststellen würden auch immer wieder Fahrzeugkontrollen stattfinden und das Risiko, entdeckt zu werden, steigen. Wichtig seien aber auch Hinweise aus der Bevölkerung. Als positives Beispiel nennt er die Festnahme von drei Einbrechern aus Litauen, die Mitte Januar auch dank der Mithilfe von Nachbarn in Kaufering festgenommen wurden.

Im Zuständigkeitsbereich der Landsberger Polizei wurden im vergangenen Jahr 30 Wohnungseinbrüche (im Bereich Dießen 21) erfasst. An 13 Wohnobjekten blieben die Täter erfolglos, ansonsten gelangten sie ins Gebäude und verursachten einen Beute- und Vermögensschaden in Höhe von rund 179000 Euro. Ihre Ziele waren freistehende Einfamilienhäuser (16), Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (8) und Reihenhäusern (8) in Randlagen der Orte. Die meisten Einbrüche ereigneten sich tagsüber und dabei meist in der Dämmerung. Weitaus häufiger wird laut Alfred Geyer allerdings in Firmengebäude, Sportheime oder Kindergärten eingebrochen. Denn dort seien die Täter meist ungestört.

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