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Nahverkehr

25.05.2015

Mehr als ein wertvolles Stück Papier?

In Geltendorf ist derzeit Endstation für die S-Bahn und auch für den Tarif des Münchener Verkehrsverbunds. 
Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Der Landkreis Landsberg will Mitglied im Münchner Verkehrsverbund werden. Jetzt wurde ein kleiner Schritt dazu gemacht

Quirin Krötz ist kein typischer Pendler. Er ist Bürgermeister von Rott. Doch als Sprecher der Bürgermeister im Landkreis ist er häufiger in München. Er kennt den Stau auf den Straßen. Und so verzeihen es ihm seine Kollegen, wenn er zu einer Sitzung zu spät kommt. Auch in jener Kommission, die sich mit der Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms für die Region München beschäftigt. Dabei geht es unter anderem um die Erweiterung des Münchner Verkehrsverbunds (MVV). Unter den Gebieten, die künftig erschlossen werden sollen, taucht darin erstmals auch der Landkreis Landsberg auf.

In der Sitzung des Kreistags informierte Quirin Krötz über diesen einen Satz im Landesentwicklungsprogramm, auf den er bestanden habe. „Es ist ein wertvolles Stück Papier für unseren Landkreis, dessen Verwirklichung ich hoffentlich noch erleben werde“, sagte er. Der Landkreis ist bisher nicht Mitglied des MVV. Das Tarifgebiet endet an der S-Bahn-Endstation Geltendorf. Wer von Landsberg nach München pendelt, kann seit 2009 die AboPlusCard kaufen. Er braucht nicht mehr je eine Fahrkarte für Bus, Zug und S-Bahn zu lösen, sondern nur noch ein einziges Ticket. Damit wurde die Nutzung von Bus und Bahn zwar nicht günstiger, aber zumindest attraktiver. Sollte der MVV auf den Landkreis erweitert werden, könnten Pendler wohl auch mit niedrigeren Preisen rechnen.

Dagegen steht im Landkreis jedoch ein Problem, mit dem auch andere potenzielle Erweiterungsgebiete wie Landshut, Augsburg und Rosenheim hadern. Die Deutsche Bahn lässt sich die Mindereinnahmen, die wegen der günstigeren MVV-Tarife anfallen, teuer bezahlen. Im Landratsamt ging man bisher von jährlichen Kosten in Höhe von rund vier Millionen Euro aus. Zudem müsse mit einer Million Euro für die Anschaffung von Fahrkartenautomaten, Schildern und Fahrplänen gerechnet werden.

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Mitte 2013 war man einen kleinen Schritt weiter gekommen. Die Gesellschafter des Verbunds hatten Planer beauftragt, ein Modell für eine Ausweitung auf die Europäische Metropolregion München zu entwickeln. Damit würde der MVV-Tarif auch im Landkreis gelten. „Es gibt noch keinen Grund, von einem Durchbruch zu sprechen“, hatte Geschäftsführer Alexander Freitag damals auf Nachfrage unserer Zeitung gesagt.

Der Satz im Landesentwicklungsprogramm wird als weiterer kleiner Schritt zum Beitritt des Landkreises ins Verbundgebiet gesehen. Der Kommission gehören neben drei Bürgermeistern, drei Landräten, einem Vertreter der Regierung von Oberbayern und dem Geschäftsführer des Regionalen Planungsverbands München auch drei Vertreter der Stadt München an, dem Hauptgesellschafter des MVV.

Die Erweiterung des Verbundgebiets geht für Alexander Freitag mit einer Erweiterung der Stammstrecke einher. Denn die Pendlerströme gehen inzwischen deutlich über die Grenzen des MVV hinaus. Doch bekanntlich lässt die zweite Stammstrecke auf sich warten. Zuletzt war heuer im Sommer geplant, eine Entscheidung über die Finanzierung des Projekts zu treffen. Doch in einem aktuellen Artikel in der Eisenbahntechnischen Rundschau von Albert Scheller (DB ProjektBau) und Frank Kutzner (Bayerisches Innenministerium) wird ein anderer Termin genannt: „Der Freistaat strebt Ende 2015/Anfang 2016 eine endgültige Finanzierungsentscheidung zur 2. Stammstrecke auf Basis einer abschließenden Kostenermittlung unter Berücksichtigung von Planfeststellungsbeschlüssen und erster Ausschreibungsergebnisse der Hauptbaumaßnahmen an.“

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