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Landsberg

22.12.2017

Mehr als eine normale Bank

Der Hauptsitz der Sparkasse Landsberg-Dießen am Hauptplatz in Landsberg.
Bild: Julian Leitenstorfer

Landrat Thomas Eichinger positioniert sich vor einem Spitzentreffen im Januar. Er hebt den öffentlichen Auftrag des Instituts und die Bedeutung des Filialnetzes hervor.

Wie geht es weiter mit der Sparkasse Landsberg-Dießen? Diese Frage wird gleich nach der Weihnachtspause wieder die politischen Gremien beschäftigen. Am 10. Januar soll ein Treffen von Vertretern der Träger der drei Sparkassen, die eine Fusion anstreben, stattfinden. Das hat jetzt Landrat Thomas Eichinger angekündigt. Beim traditionellen Pressegespräch am Jahresende verdeutlichte der Landkreischef erneut – wie schon in der Kreisausschusssitzung Anfang Dezember –, dass er vor einer Entscheidung über eine Fusion noch eine Reihe von Fragen beantwortet haben möchte.

Eigene Studie in Auftrag gegeben

Wie berichtet hatte der Kreisausschuss beschlossen, dass nach dem von den Sparkassen beauftragten Mehrwertgutachten eine eigene Studie in Auftrag gegeben werden soll. „Wir wollen uns nicht den Vorwurf machen lassen, wir hätten nicht alle Aspekte ermittelt“, machte Eichinger dazu jetzt noch einmal klar. „Wie wollen wir einigermaßen sicherstellen, dass die Filialen in Zukunft erhalten werden?“, benennt der Landrat dabei als „Kernfrage und Kernaufgabe“ – auch im Hinblick auf den aktuellen Rückzug der in der Volksbank Starnberg-Herrsching-Landsberg aufgegangenen früheren Raiffeisenbank Lech-Ammersee. Ein solches Szenario wolle er für die Sparkasse nicht.

In diesem Zusammenhang verweist er auch auf den „öffentlichen Auftrag“ der Sparkassen: „Sie sollen dem kleinen Mann und der kleinen Frau die Möglichkeit geben, ihre Bankgeschäfte abzuwickeln, so etwas kostet gegebenenfalls auch etwas, und deshalb sind wir Politiker auch im Verwaltungsrat vertreten.“ Eichinger weiter: „Wenn wir uns nur verhalten wie eine Bank, dann haben wir unsere Aufgabe falsch verstanden.“

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Wie ist der Landkreis künftig vertreten?

Eichinger sorgt sich auch um die Vertretung des Landkreises in einer künftigen Sparkasse Amper-Lech. Nach derzeitigem Stand wäre der Landkreis nur noch mit 4,4 Prozent an einer solchen Groß-Sparkasse beteiligt. Da stellt sich für Eichinger die Frage, ob und wie der Landkreis im Verwaltungsrat, dem Kontrollorgan gegenüber dem Vorstand, vertreten sein werde. Geht man davon aus, dass die Träger in etwa nach ihren Anteilen im Verwaltungsrat vertreten sind, dürfte die Frage sein, ob der Landkreis mit einem 4,4-Prozent-Anteil in einem Gremium, das in der Regel recht überschaubar ist (der Verwaltungsrat der Sparkasse Landsberg-Dießen setzt sich aus sieben Personen – drei Vertreter der Träger und zwei aus der örtlichen Wirtschaft – zusammen). Da müssten durch eine Fusion dann schon erhebliche Mehrwerte entstehen, meinte Eichinger.

Solche Mehrwerte – sie wurden in der bei einer Pressekonferenz der Sparkasse nur allgemein formuliert – hatte im November ein Gutachten der drei Sparkassen genannt. Auch diese Studie hat sich Eichinger inzwischen genauer angeschaut. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die darin vorgenommenen betriebswirtschaftlichen Betrachtungen ein Worst-Case-Szenario unterstellen, dass von einer Niedrigzinsphase bis 2025 ausgehe. „Eine sehr spezielle Betrachtung“, sagt Eichinger dazu. Aber selbst wenn dieses Szenario eintreffe, so der Landrat weiter, sei momentan eine ökonomische Notwendigkeit für eine Fusion nicht gegeben. Deshalb sei auch zu fragen, ob ein kurzfristiger Zusammenschluss erforderlich sei.

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