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16.05.2015

Mein Ruethenfest

Hoch zu Ross: Tobias Wohlfahrt, der heutige Vorsitzende des Ruethenfestvereins, durfte im Jahr 1987 als Herold mitreiten. Nicht unbedingt ein Vergnügen, wie er sich erinnert. 
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Hoch zu Ross: Tobias Wohlfahrt, der heutige Vorsitzende des Ruethenfestvereins, durfte im Jahr 1987 als Herold mitreiten. Nicht unbedingt ein Vergnügen, wie er sich erinnert. 

Wir veröffentlichen die Kindheitserinnerungen unserer Leser an das Landsberger Kinderfest. Bitte mitmachen

 Mathias Neuner wird heute noch von seiner Mutter aufgezogen, wenn über das Ruethenfest des Jahres 1973 gesprochen wird, Tobias Wohlfahrt hat nach wie vor Respekt vor Pferden und Thomas Wunder erzählt mit Stolz über seine Beute, die er 1980 beim Landsberger Kinderfest gemacht hat. Ob Oberbürgermeister, Vorsitzender des Ruethenfestvereins oder LT-Redakteur, sie alle haben eine ganz spezielle Erinnerung an das Ruethenfest. Sie auch? Dann schicken Sie uns unter dem Motto „Mein Ruethenfest“ ihre ganz persönliche Erinnerung mit Foto.

In zwei Monaten ist es wieder soweit. Am Freitag, 17. Juli, wird das Landsberger Ruethenfest auf dem Hauptplatz eröffnet. Höhepunkt des historischen Kinderfests sind die Umzüge und Tanzvorführungen am Wochenende darauf. Über 1000 Kinder schlüpfen in historische Rollen und spielen die Geschichte ihrer Stadt nach. Wer mitgemacht hat, hat sicherlich schöne Erinnerungen an das Fest. Deswegen rufen wir unsere Leser dazu auf, uns ihre Geschichte zu erzählen. Heute übernehmen dies stellvertretend Oberbürgermeister Mathias Neuner, der Vorsitzende des Ruethenfestvereins Tobias Wohlfahrt und LT-Redakteur Thomas Wunder.

Dass Mathias Neuner als Kind nicht auf seine Mutter gehört hat, kann wohl nicht behauptet werden. Zumindest ein Ereignis beim Ruethenfest 1973 belegt das. „Ich war ein kleiner Landsknecht“, erinnert sich der Oberbürgermeister. Nach dem Umzug sollte er an der mittlerweile abgebrochenen Unterführung unterhalb des Schmalzturms auf seine Eltern warten. Komme, was wolle, wie ihm seine Mutter sagte. Und der kleine Landsknecht wartete. Auch als sich über dem Hauptplatz ein Wolkenbruch ergoss. „Alle sind geflüchtet, nur ich nicht.“ Nach dem Gewitter stocherte Mathias Neuner mit seinem Speer in den Pfützen. Völlig durchgeweicht sei er gewesen. Das Kostüm aus dem Besitz der Familie des damaligen Oberbürgermeisters Hanns Hamberger wurde stundenlang mit dem Föhn getrocknet. Schließlich musste der kleine Landsknecht am nächsten Tag wieder mitmarschieren.

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„Die Geschichte ist nun nicht so weltbewegend, jedoch werde ich es trotzdem wohl nie vergessen“, sagt Tobias Wohlfahrt, der Vorsitzende des Ruethenfestvereins. Im Jahr 1987 war er als Herold dabei und musste reiten. Sein Respekt vor dem Pferd sei schon vor dem Aufsitzen sehr groß gewesen. „Ich bin ich doch noch nie auf einem Pferd gesessen“, erinnert er sich. Natürlich sei es dann, erst mal oben, ein tolles Gefühl gewesen, über alle anderen hinweg sehen zu können. Auf der anderen Seite habe er nun nicht die geringste Ahnung gehabt, wie man so ein Tier „steuert“. „Leider wurde das Pferd während des Umzugs immer unruhiger.“ Einmal stieg das Pferd sogar auf die Hinterfüße. „Den entsetzten Blick des Begleiters sehe ich noch heute vor mir, ich konnte mich aber im Sattel halten“, sagt Tobias Wohlfahrt. Der Respekt vor diesen zwar schönen aber einfach doch auch großen Tieren sei ihm bis heute geblieben.

Die Panduren haben einst die Stadt geplündert. Beim Ruethenfest im Jahr 1980 nahmen sie sogar ein Ferkel mit. In einer engen, mit Stroh ausgelegten, vergitterten Kiste fuhr es hinten auf dem Wagen mit. Dahinter marschierte LT-Redakteur Thomas Wunder mit. Er hatte die Aufsicht über die lebende Beute, die gefüttert werden musste und natürlich auch etwas Wasser bekam. Immer, wenn die Zuschauer am Straßenrand freudig oder überrascht riefen „Schau, ein echtes Ferkel“, wurde der kleine Pandur noch stolzer. Es war ja „sein“ Ferkel. Wie es dem Tier nach den Festtagen erging, das hat Thomas Wunder lieber nicht wissen wollen.

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