Newsticker

AKK gegen Ende der Maskenpflicht im Handel
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Menschliche Knochen in Denklingen entdeckt

Denklingen

28.06.2018

Menschliche Knochen in Denklingen entdeckt

Stefan Kaminsik (links) und Dr. Jürgen Schreiber führen die Ausgrabungen durch.
Bild: Thorsten Jordan

Ab heute wird die Ortsdurchfahrt von Denklingen komplett gesperrt. Denn bei den Bauarbeiten zur Straßensanierung wurden Skelette gefunden. Jetzt sind die Archäologen da.

Menschliche Knochen sind im Zuge der Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt in Denklingen gefunden worden. Weil ein beauftragtes Institut jetzt mit weiteren Grabungen im betroffenen Bereich Ecke Birkenstraße/Bahnhofstraße beauftragt ist, muss die Ortsdurchfahrt laut Landratsamt ab heute vollkommen gesperrt werden.

Wie Denklingens Bürgermeister Andreas Braunegger auf Nachfrage unserer Zeitung sagt, werden an der Fundstelle rund 18 bis 20 menschliche Gebeine vermutet. „Der Archäologe hat uns erklärt, die Knochen stammen vermutlich aus dem siebten bis achten Jahrhundert.“ Vor 1300 Jahren ungefähr wurden die Leichen also dort bestattet. „Mit einer christlichen Bestattung hat das aber wohl eher nichts zu tun“, vermutet der Bürgermeister. Friedhöfe in der heutigen Form habe es damals noch nicht gegeben.

Unter der Asphaltdecke

Der erste Fund trat in einer Tiefe von etwa einem Meter unter der Asphaltdecke der Kreisstraße zutage. Jetzt werde das Erdreich Schicht für Schicht abgetragen und nach weiteren Knochen gesucht. Braunegger berichtet weiter, dass an einem bereits freigelegten Skelett ein Teil der Wirbelsäule und der Rippen fehlt, weswegen entweder von einer Schändung des Leichnams oder Tod durch einen Kampf ausgegangen werden könne. Jeder einzelne Knochen werde nach dem Ausgraben fotografiert, beschriftet und verpackt an das beauftragte Institut geschickt und dort eingelagert, erläutert Andreas Braunegger die weitere Vorgehensweise.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Wie lange die Bauarbeiten am Fundort jetzt ruhen müsse, lasse sich derzeit nicht abschätzen. „Die Baufirma arbeitet jetzt auf der anderen Seite der Fundstelle, also aus Richtung der Kapelle St. Antonius weiter, dann haben wir wenig Zeitverlust“, sagt Braunegger. An der derzeitigen Verkehrsführung ändere sich dadurch aber nichts.

Sperrung etwas früher

„Komplett sperren hätten wir jetzt ohnehin bald müssen, weil wir mit dem Bau schon ziemlich weit sind. Das geschieht halt jetzt etwas früher“, sagt der Pressesprecher des Landratsamtes, Wolfgang Müller, gegenüber dem Landsberger Tagblatt. Wobei die Fahrt in Richtung Leeder über die Leederer Straße wie gewohnt möglich sein werde. Eigentlich hätte die jetzt anberaumte Sperrung erst in den Sommerferien stattfinden sollen, weil dann keine Schulbusse fahren. Das Landratsamt suche nach einer Lösung.

Wie berichtet, wird die etwa 1,3 Kilometer lange Ortsdurchfahrt durch Denklingen derzeit saniert. Durchgeführt wird die Maßnahme in zwei Etappen. Heuer wird der Bereich zwischen der Kapelle St. Antonius bis zum Ortsende in Richtung Epfach saniert, im kommenden Jahr soll dann auf der Leederer Straße weiter gearbeitet werden. Haupt-Auftraggeber ist der Landkreis Landsberg, die Gemeinde Denklingen beteiligt sich am Bauvorhaben und übernimmt die Kosten für die Hauptwasserleitung samt Hausanschlüssen sowie den Kanalbau. Rund 816000 Euro wird dieser Part kosten. Insgesamt liegen die veranschlagten Kosten bei rund 2,6 Millionen Euro.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren