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Kinsau

11.01.2020

Michaela Dollinger begeistert Kinder fürs Lesen

Michaela Dollinger hat für ihre Arbeit in der Bücherstube in Kinsau in den vergangenen 25 Jahren das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten erhalten. 
Bild: Manuela Schmid

Plus Michaela Dollinger bekommt für ihr Engagement in der Bücherstube Kinsau das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten. Auf wessen Tipps sie hört.

Als Michaela Dollinger den Brief aus München in den Händen hielt, dachte sie zuerst, es handle sich um eine Verwechslung oder eine Fälschung. Darin stand, dass sie das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten erhält. „Ich hatte keine Ahnung, dass mich die Gemeinde für diese Auszeichnung vorgeschlagen hat. Es freut mich aber extrem, dass meine Arbeit in der Bücherstube so geschätzt wird“, sagt die 58-Jährige. Bei der Preisverleihung in München war sie mit ihrem Mann und Kinsaus Bürgermeister Marco Dollinger. Mit dem LT hat sich über ihre ehrenamtliche Arbeit gesprochen und gibt Lesetipps.

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In der Bücherstube in Kinsau haben schon viele Kinder ihre Begeisterung für das Lesen entdeckt. Gegründet wurde das Angebot zwar von Doris Krüger, aber Michaela Dollinger war von Beginn an, vor mehr als 25 Jahren, dabei. Die beiden Frauen sind befreundet. „Ich war von der Idee begeistert und habe sofort mitgemacht“, erinnert sie sich.

Im Jahr 2003 ist ihre Mitstreiterin weggezogen

Anfangs las sie noch bei Doris Krüger daheim vor. Erst nach ein paar Jahren bekamen die beiden dann von der Gemeinde den Raum in der alten Schule zur Verfügung gestellt. Als Krüger im Jahr 2003 aus Kinsau wegzog, machte Dollinger alleine weiter. „Mir macht es immer noch riesigen Spaß und ich freue mich über jedes Kind, das kommt“, sagt sie. Teils bringe der Nachwuchs sogar Freunde aus Nachbarorten mit, so die Leiterin.

Michaela Dollinger begeistert Kinder fürs Lesen

Fast 3500 Bücher haben sich mittlerweile angesammelt – die Hälfte davon für Kinder unter sieben Jahren. Die anderen Bücher sind für ältere Kinder und Jugendliche. Die meisten Bücher besorgt die Geehrte selbst. Dafür stöbert sie regelmäßig auf Flohmärkten. „Dort frage ich dann gleich die Kinder, wie die Bücher sind.“ Auf einem Flohmarkt in Hofstetten habe sie sogar schon einmal einen ganzen Stapel Bücher geschenkt bekommen, nachdem die Verkäufer hörten, was die Leiterin der Kinsauer Bücherstube damit vorhabe, sagt sie.

Von Spendengeldern werden neue Bücher angeschafft

Einige Titel werden aber auch neu angeschafft. Finanziert werden die Käufe aus Spenden. Diese kommen teils von Privatpersonen und teils von Vereinen oder Organisationen aus dem Ort, die etwa die Erlöse aus Veranstaltungen zur Verfügung stellen.

Die Kinder können die Bücher kostenlos ausleihen. Am liebsten würden die Kinder und Jugendlichen heutzutage lustige oder spannende Bücher lesen, erzählt Dollinger – wie etwa „Emma und der blaue Dschinn“ oder „Drachenreiter“ (beide von Cornelia Funke). Märchenbücher oder Pippi Langstrumpf, die früher gern ausgeliehen worden seien, seien dagegen heute nicht mehr so angesagt, weiß die Leiterin der Bücherstube.

Eines ihrer persönlichen Lieblingsbücher ist „Allein in der Wildnis“ von Gary Paulsen: „Damit habe ich auch schon Lesemuffel zum Lesen gekriegt“, sagt Dollinger und schmunzelt. In dem Jugendbuch geht es um einen Jungen, der nach einem Flugzeugabsturz plötzlich ganz allein mitten in der Wildnis von Alaska zurechtkommen muss. Für ältere Jugendliche ab 15 Jahren empfiehlt sie „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak, worin der Zweite Weltkrieg aus der Sicht eines Mädchens erzählt wird.

Sie mag Krimis und skurrile Werke

Sie selbst liest am liebsten Krimis und Bücher mit skurriler und überraschender Handlung. Jutta Profijts Werk „Kühlfach 4“ habe ihr beispielsweise sehr gut gefallen, sagt sie. Darin stirbt ein Kleinkrimineller, seine Seele lebt aber weiter und versucht mit dem Gerichtsmediziner die Ereignisse aufzuklären. Neben der Bücherstube engagiert sich die 58-Jährige, die seit rund 30 Jahren mit ihrem Mann in Kinsau lebt, gelernte Rechtsanwaltsgehilfin ist und zwei erwachsene Kinder hat, auch sonst viel ehrenamtlich im Dorf, beispielsweise bei der Bürgerstiftung und der Aktion „Kinsau blüht auf“.


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