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Hund und Besuch

23.03.2015

Mit Husky Sarek fällt das Lesen leichter

Denis und Florian beim Lesen mit Husky Sarek.
Bild: Maren Martell

Paten helfen Schülern an der Uttinger Grundschule

Bevor es ans Lesen geht, muss Sarek erst einmal alles erkunden. Neugierig schnüffelnd zieht der Husky durchs Klassenzimmer. „Das macht der immer so, der sucht nach unseren Brotkrümeln“, meint der neunjährige Florian grinsend. Florian geht in die vierte Klasse der Uttinger Grundschule. Ihm fällt das Lesen schwer. Zusammen mit Denis aus der dritten Klasse bekommt er zweimal im Monat Besuch von seinem „Hundelesepaten“. „Wenn Sarek dabei ist, kann ich mich viel besser konzentrieren. Der hört mir einfach gut zu“, meint Florian mit dem Buch auf den Knien. Husky Sarek liegt zu Füßen der beiden Buben. Immer wieder streicheln sie ihn, während sie aus ihren Büchern lesen.

Auch Lara genießt es, wenn der Bedlington-Terrier Sammy zu ihr in die Schule kommt. „Das ist total schön“, meint die Neunjährige. Zwei Mal zehn Minuten liest sie aus ihrem Buch „Die Olchis“. Das Wort Schlund bereitet ihr große Schwierigkeiten. „Wollen wir mal schauen, ob Sammy auch einen Schlund hat?“, fragt die Hundebesitzerin Ursula Erfort. Und dann kann Lara plötzlich ohne Probleme weiterlesen. Seit vergangenen Sommer kommt Ursula Erfort mit Sammy nach Utting und übt mit Lara. „Das macht mir Spaß und Lara hilft es ungemein“, betont sie. Auch Husky Sarek hat schon regelrecht Schulroutine. „Wir kommen alle 14 Tage nach Utting“, berichtet seine Besitzerin Luitgard Ruile. Es seien meistens dieselben Kinder, die besucht werden. Die Lesestunde erfolge immer nach dem Schulunterricht. Eine gute Dreiviertelstunde sind die Schüler mit den Hunden zusammen. Den Lesestoff können sie sich selber aussuchen. „Es soll möglichst wenig Druck ausgeübt werden. Die Kinder sollen sich ganz frei fühlen“, betont Luitgard Ruile.

Zusammen mit Ursula Erfort ist sie Mitglied im Verein „Hund und Besuch“. Die Organisation gibt es seit Anfang 2014, Ruile hat über einen Zeitungsartikel davon erfahren. Neben Schulen werden auch Seniorenheime, Krankenhäuser und Behinderteneinrichtungen von den Teams des Vereins besucht. „Wir bringen Freude in den Alltag“, betont Vereinsvorsitzende Theresia Busen, die selber Lehrerin ist und in Greifenberg lebt. Hunde hätten eine heilsame Wirkung. Besonders alte, einsame Menschen fühlten sich in ihrer Gegenwart wohl. Auf Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung reagierten die Tiere besonders rücksichtsvoll. Wichtig sei, dass die Besuche regelmäßig wiederholt werden.

23 Mitglieder zähle der Verein mittlerweile. Die meisten lebten in der Ammerseeregion. Gearbeitet werde nur ehrenamtlich und nur mit Hunden. Diese seien ganz normale, brave Familienhunde aller möglichen Rassen. Bevor sie zum Einsatz kommen, müssten sie sich einer speziellen Eignungsprüfung unterziehen. Ihre Wirkung auf Kinder mit Leseschwäche sei nicht direkt messbar. „Aber wir erfahren durchweg positive Resonanz von Eltern, Lehrern und der Schulleitung“, sagt Theresia Busen. Auch gebe es immer mehr Anfragen. Außer in Utting seien Besuchsteams mit Hund noch in der Montessorischule Inning unterwegs. „Die Anwesenheit der Hunde hilft auch bei Blockaden, schwachem Selbstbewusstsein oder Konzentrationsschwäche.“

„Die Schüler entspannt das sehr, wenn ein Hund beim Lesen dabei ist“, berichtet die Uttinger Klassenlehrerin Elisabeth Rainer. Es sei auch schon einem stotternden Kind enorm geholfen worden. Für Lara, Denis und Florian ist zudem das Schönste, nach dem Lesen mit den „Hundepaten“ noch eine Runde zu spielen oder sie mit Leckerli zu verwöhnen. „Dann freue ich mich schon auf die nächste Lesestunde“, betont Florian.

Im Internet

www. hundundbesuch.de

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