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Unterdießen

17.08.2016

Mit Köpfchen auf Platz eins

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2 Bilder
Voller Einsatz fürs Dorffest im Sportheim in Unterdießen...
Bild: Julian Leitenstorfer

Wie sich die schlauen Füchse aus Unterdießen 100000 Extra-Stimmen im Voting für das Bayern-3-Dorffest gesichert haben.

Nicht nur mit vielen Stimmen, sondern vor allem mit Köpfchen haben sich die schlauen Füchse aus der Fuchstal-Gemeinde Unterdießen am Mittwoch an die Spitze um den Kampf ums Bayern-3-Dorffest gesetzt. Bei einer frühmorgendlichen Denksportaufgabe hatten sie unter den sechs Dorffest-Bewerbern als erste die richtige Lösung. Auf einen Schlag gab es 100000 zusätzliche Votings und die Unterdießener zogen locker an den bisherigen Favoriten Moosbach vorbei. Nach der richtigen Lösung lag Unterdießen mit 180000 gegen 120000 Votings vorne.

Allerdings: Sicher ist trotz dieses Vorsprungs für Unterdießen noch nichts: Denn noch sind während der Abstimmung bis 24. August noch zwei weitere Aufgaben zu meistern – und da können die Konkurrenten aus fünf anderen Regierungsbezirken schnell aufholen, falls die Unterdießener einen schwachen Tag erwischen. Obwohl oder weil also noch einige Mühen notwendig sein werden, um das Dorffest ins Fuchstal zu holen, herrscht in Unter- und Oberdießen bereits jetzt der Ausnahmezustand. Fast rund um die Uhr sitzen etliche Dorfbewohner im Sportheim in Unterdießen oder im Feuerwehrhaus in Oberdießen und stimmen an Laptops für Unterdießen, erzählt der Lehramtsanwärter Christoph Welz, der mit der Dorffest-Organisation einen ganz besonderen Ferienjob bekommen hat.

Ziemlich früh aufgestanden

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Trotz Ferien standen er und rund 60 weitere Unterdießener am Mittwoch ziemlich früh auf, um die von Bayern 3 für kurz nach 7 Uhr angekündigte Denksportaufgabe zu erwarten und sie möglichst schnell zu lösen. Die Frage lautete: „Nach der Gemeinderatssitzung im Dorf verabschieden sich die 20 Teilnehmer voneinander. Dabei gibt jeder jedem die Hand. Wie viele Handschläge sind das?“ Wer da erst lange nachdenken musste, hätte keine Chance gehabt, doch die Unterdießener waren vorbereitet. Sie hatten im Internet nach allerlei Denksportaufgaben gesucht und prompt eine vergleichbare Aufgabe mit einer 14-köpfigen Hochzeitsgesellschaft, die auf ein Brautpaar anstößt, gefunden. Man hatte also den Lösungsweg parat, der jetzt nur noch auf die andere Personenzahl angewendet werden musste. Aber noch schneller als die Unterdießener waren die Dorffest-Bewerber aus dem oberpfälzischen Moosbach gewesen, doch die hatten sich prompt verrechnet und somit schlug die Stunde für Unterdießen, die richtig gerechnet hatten und auf 190 Handschläge gekommen waren – Spannung pur kurz nach 7 Uhr.

Nach den so verdienten 100000 Extra-Stimmen will man sich in Unterdießen nun nicht mehr die Butter vom Brot nehmen lassen. Es war schon mühsam vom anfangs vierten auf den dritten Platz übers Wochenende zu kommen, erzählt Christoph Welz, trotz der „Voting-Zentren“, in denen fast nonstop für Unterdießen gestimmt wird. Jetzt will man auch noch überörtlich um Unterstützung werben – mit einer Votingparty im Dorf mit Open End und mit einem Festwagen sollen einige „Hotspots“ im Landkreis, zum Beispiel Badeseen und Freibäder, angefahren werden. Wobei die Unterdießener schon einen ersten Dämpfer verkraften mussten: Auf dem Landsberger Hauptplatz sei eine solche „Informationsveranstaltung“ unerwünscht, habe ihnen das städtische Ordnungsamt abgesagt, bedauert Welz. „Die hätten uns nur einen drei mal drei Meter großen Tisch und drei Personen erlaubt – und das auch noch gegen Gebühr.“

Und dann stehen ja noch zwei weitere „Dorf-Missionen“ an, die Bayern 3 am Freitag und Montag stellen wird. Als Nächstes erwartet Welz eine „Aktionsaufgabe“, die viel „Manpower“ benötigt. Beim letztjährigen Dorffest-Wettbewerb etwa sei es einmal darum gegangen, möglichst schnell 300 Stühle in Reih’ und Glied aufzustellen. Die Bevölkerung sei bereits auf eine Herausforderung in dieser oder ähnlicher Art eingestimmt, sagt Welz, um vielleicht die nächsten 100000 Extra-Votings einzufahren. Denn jetzt, sagt auch Eva Sporer, die Unterdießener Verwaltungsangestellte aus dem Fuchstaler Rathaus, „packt einen jeden der Ehrgeiz, dass wir uns nicht mehr überholen lassen“.

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