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Klimapartnerschaft

04.04.2016

Mit dem Elektroboot zur Schule

Eine Wasserturbine im Fluss Caquetá bei Jiri-Jiri soll Strom für ein Elektroboot und das Dorf liefern.
Bild: Stefanie Windhausen-Grellmann

Schondorfer Delegation war in Kolumbien

Nicht nur die Schokoladenseite von Puerto Leguízamo hat die Schondorfer Delegation für die Klimapartnerschaft gesehen. Bürgermeister Alexander Herrmann, Michael Deininger und Stefanie Windhausen-Grellmann sowie der Student Hans Hohagen, der auf eigene Kosten mitreiste, waren zum zweiten Mal zu Besuch in der kolumbianischen Partnergemeinde.

Wie Herrmann berichtete, stellte sich die Delegation beim neu gewählten Bürgermeister Juan Carlos Paya Torrijos vor. Mit dessen Amtsantritt wechselten fast alle Verwaltungsmitarbeiter und kommunalen Mitarbeiter. Wie Windhausen-Grellmann berichtete, laufe daher vieles noch nicht in gewohnten Bahnen. Der Austausch der Mitarbeiter soll der Korruption entgegenwirken, erläuterte Herrmann. Kennengelernt habe man auch die elf neuen Gemeinderäte.

Auch der Vertrag für das erste gemeinsame Klimaschutzprojekt „Elektromobilität auf dem Wasser“ wurde unterschrieben. 55 000 Euro waren im Rahmen des Projektes Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte (Nakopa) vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bewilligt worden. Zehn Prozent der Kosten trägt Puerto Leguízamo. Dabei soll eine Wasserturbine Strom für ein Elektroboot und das Dorf liefern. Die kolumbianische Gemeinde kümmert sich um das Boot, die technische Ausstattung wird aus Deutschland angeliefert. Drei mögliche Standorte im Fluss Caquetá im Dorf Jiri-Jiri loteten die Schondorfer aus. Kinder sollen mit dem neuen Elektroboot zur Schule gefahren werden und Lasten transportiert werden. Überrascht war Herrmann, dass Transport, Zoll und Steuern der 25000 Euro teuren Turbine an die 17000 Euro kosten werden.

Die Zustände bei der Trinkwassergewinnung waren besonders für Deininger, von Beruf Wassermeister, schwer nachvollziehbar, wie er berichtete, denn das Trinkwasser werde aus dem Bach angezapft und oberhalb der Zapfstelle über das Abwasser eingeleitet. Hier setzt das zweite Projekt an: Fünf Brunnen sollen gebaut werden. Damit die Qualität des Trinkwassers besser überwacht werden kann, könnte auch das Labor in Puerto Leguízamo besser ausgestattet und die Kolumbianer geschult werden. Im Herbst ist die erste Phase der kommunalen Klimapartnerschaft abgeschlossen, auf einer internationalen Konferenz in Deutschland, bei der auch die Kolumbianer teilnehmen, wird das Handlungskonzept vorgestellt. Vorstellen kann sich Herrmann, dass sich in Puerto Leguízamo und in Schondorf Vereine gründen, die die Projekte vorantreiben. Auch ein Austauschprogramm für Studenten und Auszubildende sei denkbar. (rg)

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