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Dettenschwang

09.08.2019

Mit der App hinter Biene und Hummel her

LT-Redakteurin Stephanie Millonig in ihren Garten zwischen den Blumen bei Insektenzählen: Der Naturschutzbund Deutschland und der Landesbund für Vogelschutz haben wieder zu der Zählaktion Insektensommer aufgerufen.
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LT-Redakteurin Stephanie Millonig in ihren Garten zwischen den Blumen bei Insektenzählen: Der Naturschutzbund Deutschland und der Landesbund für Vogelschutz haben wieder zu der Zählaktion Insektensommer aufgerufen.
Bild: Stephanie Millonig

Beim Insektensommer rufen Naturschützer Bürger zum Insektenzählen. LT-Redakteurin Stephanie Millonig hat sich im eigenen Garten umgesehen.

Eine dicke Hummel brummt vorbei, Honigbienen verschwinden fast bis zur Gänze in einer Natternkopfblüte und Grashüpfer sirren im hohen Gras – im eigenen Garten in Dettenschwang finden sich die unterschiedlichsten Insekten.

Noch bis Sonntag läuft eine Zählaktion, durch die sich der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) statistisches Material über das Vorkommen von Insekten in Deutschland erarbeiten. Jeder kann sich beteiligen.

Der Nabu stellt auch eine App zur Verfügung. Erste Angabe: „Fotografieren Sie das Insekt dort, wo Sie es antreffen.“ Leider lässt sich Biene und Co nicht so leicht „antreffen“. Nektar oder Pollenschlecken an oder in einer Blüte dauert nämlich nur den Bruchteil einer Sekunde und schon wird die nächste Blüte angeflogen. Mit dem Mobiltelefon ist das Insekt meist nicht schnell genug fotografiert, um es per App benennen zu lassen.

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Weißer Po und gelbe Streifen

Bei einer der beiden unterschiedlich großen Schwebfliegen klappt es: Es ist eine Hainschwebfliege, eine häufige Art. Die dicke Hummel mit dem weißen Po und den zwei gelben Streifen lässt sich leichter per Tafel der Aktion Hummelschutz identifizieren: Eine Erdhummel.

Lustig ist auch die Foto-Jagd auf die Grashüpfer, die ein Stück weiter hüpfen, sobald man sich nähert. Eine dunklere und eine grüne Art ist dabei, eine Gemeine Strauchschrecke und ein Chorthippus-Grashüpfer – sagt jedenfalls die App. Von wegen eine: In dem zehn auf zehn Meter großem Karree, das für die Zählaktion in einer Stunde abgesucht werden soll, finden sich dem Klang nach sicherlich 20 bis 30 solcher Tiere. Dem Blick nach, der sich erhaschen lässt, sind es vor allem Grashüpfer.

Es gilt immer die höchste Individuenzahl einer Art, die gleichzeitig gesehen wurden, an Nabu und LBV weiterzugeben. Bei mir sind dies zwei Kohlweißlinge, ein winziger Bläuling, sechs Honigbienen, eine Erdhummel, besagte 20 Grashüpfer und eine Strauchschrecke, eine Fleischfliege …

Die Zeigerarten der Zählaktion wie Marienkäfer, kleiner Fuchs oder Ackerhummel tauchen im Dettenschwanger Gartenkarree nicht auf. Und viele der winzigen Fliegen oder kleinen, mottenartigen Schmetterlinge, die im dichten Feld der Wiesenplatterbsen sitzen, lassen sich nur schwer beobachten.

Genauerer Blick auf die Insektenwelt

Daneben waren aber doch einige Arten zu erkennen und vor allem eines bleibt in Erinnerung: Wer Insekten zählt, schaut genauer hin und sieht auch die unscheinbaren Arten. Und das nächste Mal ist vielleicht auch deren Name bekannt, wenn man sich intensiver mit der App oder einem Bestimmungsbuch beschäftigt.

Schon im vergangenen Jahr wurden Insekten gezählt: Auf der Suche nach dem Grünen Heupferd

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