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01.07.2010

Mithilfe von Studenten zu klaren Ergebnissen

Um die nachhaltige Klimaanpassung zu analysieren, haben Studenten der Fachhochschule Weihenstephan das Konzept "Kaufering: Fit für die Zukunft" untersucht. Hier sind die Studenten mit Forstingenieur Ludwig Pertl im Mittelwald "Schechen" zu sehen. Foto: Ludwig Herold
Bild: Ludwig Herold

Kaufering Seit Montagvormittag sind 15 Studenten der Fachhochschule Weihenstephan in und um Kaufering unterwegs. Nicht, um Urlaub zu machen, sondern als künftige Forstingenieure das von der Marktgemeinde entwickelte Konzept "Nachhaltige Anpassung an zukünftige Klimabedingungen" zu analysieren und die daraus gewonnenen Ergebnisse als Gruppenarbeit am heutigen Donnerstagabend dem Marktgemeinderat und interessierten Bürgern zu präsentieren (19.30 Uhr, Gemeindesaal).

Dass die Hochschüler des Studienganges "Forstingenieurwesen" unter der Leitung ihres Professors Stefan Wittkopf ausgerechnet Kaufering als Standort ihrer Untersuchungen und Auswertung gewählt haben, beantwortet Wittkopf mit seinen gemachten Erfahrungen: "Wir haben dieses Projekt in Kaufering - quasi als Probelauf - bereits vor einem Jahr durchgeführt und waren beeindruckt. Heuer haben wir dem Themenkatalog noch eine Spitze drauf gesetzt und unsere Erhebungen erweitert." Soll heißen: Unter dem Leitthema "Die neuen Energieholz-Konzepte im Umfeld des Heizkraftwerkes Kaufering" stand damit ein Besuch des Biomasse-Heizkraftwerkes ebenso auf dem Stundenplan wie die Vorstellung des Nachhaltigkeitskonzeptes des Marktes Kaufering durch den Forstingenieur Ludwig Pertl.

Als Wegbereiter und Schrittmacher für "nachhaltige Klimaanpassung vor Ort" betreute Pertl deshalb die Gäste aus Weihenstephan auch bei den Exkursionen im Energie-, Nieder- und Mittelwald. Pertls Botschaft: "Den Leistungen des Waldes zum Schutz von Klima, Boden und Wasser kommt eine entscheidende Bedeutung zu." Eine "Waldmehrung" in Form von Energie-, Nieder- und Mittelwald trage deshalb ganz wesentlich zum Erhalt der Lebensqualität bei, betonte er. Beim Besuch der Energiewälder auf Kauferinger Flur wies Pertl auf deren schwerpunktartige Leistung ebenso hin, wie danach im rund sieben Hektar großen Auwaldgebiet "Schechen", das als sogenannter "Mittelwald" umgebaut wird und bereits beachtliche Ergebnisse aufweise. Der reaktivierte Mittelwald sichere nicht nur die Wasserversorgung, sondern sei auch ein natürlicher Hochwasserschutz, weil dauerhaft tiefwurzelnde Bäume viel Wasser speichern könnten und ihr Humusreichtum die Stickstoffprobleme verkrafte.

Viele Vorteile

Weitere Vorteile laut Pertl: Durch geringere Höhe sind die Bäume - vornehmlich Esche und Eiche - nicht anfällig gegen Windwurf, bieten dank hoher Verdunstung im Sommer eine hohe Klimaleistung und produzieren auch bei Heiß- und Trockenphasen maximal viel Holz. Andere, gleichwohl wesentliche Vorteile bietet der westlich von Kaufering gelegene Niederwald. "Denn der dient als Klimapuffer für den Ort." Mit Blick auf die Projektarbeit der Studenten in Kaufering meinte Pertl: "Diese Woche bietet uns die einmalige Chance, verwertbare Ergebnisse für unser Projekt zu bekommen und jährlich zur selben Zeit mit Folgeuntersuchungen aussagekräftige Werte zu erhalten, die es bisher nicht gibt." Entscheidend sei: "Wie können wir die Klimaleistung im Energiewald sehen? Wie das Thema Gesundheit? Was haben wir an Zuwächsen? Wie entwickeln sich die Böden in Kaufering?" Hauptziel sei, sich an zukünftige Klimabedingungen anzupassen, den Naturhaushalt für die Änderungen fit zu machen und eine sichere Energieversorgung aufzubauen.

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