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Aktionsbündnis

05.01.2019

Mitten im Winter: Hilfe für die Bienen

Das Aktionsbündnis (von links): Christine Reineking, Moritz Hartmann, Wolfgang Dörsam, Wolfgang Buttner, Thea Wolf, Hans Streicher, Franz Schilcher, Christian Hanglberger, Folkhart Glaser, Hermann Dempfle und Peter Weibl.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die ÖDP hat die Initiative angestoßen. Jetzt kämpfen viele Organisationen für ein Volksbegehren, damit Artenvielfalt und Naturschönheit gesetzlich besser verankert werden. Rathauslotsen sollen dabei helfen

„So darf’s nicht weitergehen“, sagt Franz Schilcher aus Kinsau über die industrielle Landwirtschaft. Er vertritt die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft im lokalen Aktionsbündnis zum Volksbegehren „Artenvielfalt & Naturschönheit“, das sich am Freitag der Presse vorstellte. Von 31. Januar bis 13. Februar kann in den Rathäusern unterschrieben werden für das Anliegen, das die ÖDP unter dem Motto „Rettet die Bienen“ angestoßen hatte: Es geht darum, das bayerische Naturschutzgesetz im Sinne von Artenvielfalt zu ändern. Sollten zehn Prozent der Wahlberechtigten unterschreiben, rund eine Million, findet innerhalb von sechs Monaten ein Volksentscheid statt.

Träger des Volksbegehrens sind die ÖDP, der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und Bündnis 90/Die Grünen, viele weitere Organisationen unterstützen die Aktion. ÖDP-Kreisvorsitzender Wolfgang Dörsam freut sich über das breite Bündnis. ÖDP-Kreisrat Wolfgang Buttner ist zuversichtlich und erinnert an das Stimmensammeln, damit überhaupt ein Volksbegehren stattfindet: „Ich habe noch nie erlebt, dass die Leute so anstehen und fragen, wo sie unterschreiben können“, sagt er. Für Landwirt Franz Schilcher geht die Landwirtschaft in eine zu industrielle Richtung, wie er sagt. Die Artenvielfalt nehme ab und er fragt sich, „was wir den Enkeln noch übrig lassen“. „Als Biobauer stehe ich hinter dem Volksbegehren“, sagt Kreisrat Hermann Dempfle, der die Bayernpartei vertritt. Er erinnert aber daran, dass mehr Bioanbau auch ökonomisch umsetzbar sein muss.

Thea Wolf vom LBV formuliert, dass es ohne Bienen und Insekten keine Landwirtschaft gebe und Dr. Peter Weibl vom LBV verfolgt mit Sorge „den Niedergang unserer Lebensgrundlage“. Hans Streicher (LBV) ist es ein Anliegen, dass die kommunalen Bauhöfe ähnlich wie der Kreisbauhof wegkommen von der Mulchtechnik bei der Grünpflege. Wiesen länger stehen lassen und das Mähgut abtransportieren sorge für mehr Artenvielfalt. Der zweite Vorsitzende des Kreisverbandes für Gartenbau und Landschaftspflege, Christian Hanglberger, verweist auf das große ökologische System der Privatgärten. Ihm ist wichtig, dass dort Natur ihren Platz hat nach dem Motto „Mut zum Wildwuchs“. Der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Folkhart Glaser, verweist darauf, dass der Erhalt der Umwelt und Biodiversität auch in den Zielvorgaben von Landsberg 2035 formuliert sind. Stadtrat Moritz Hartmann (Grüne) hofft, dass es gelingt, gesetzliche Änderungen durchzusetzen. Der Kreissprecherin vonBündnis90/Die Grünen, Christine Reineking, sind Renaturierungsaktionen von Moorflächen, beispielsweise bei Birkland und Rott, wichtig und sie will eine Überdüngung der Gewässer verhindern.

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Laut Wolfgang Buttner werden auf den Internetseiten von ÖDP, LBV und Grünen die örtlichen Öffnungszeiten für das Volksbegehren veröffentlicht. Es gebe auch sogenannte „Rathauslotsen“, die die Bürger in die Rathäuser lotsen sollen. An den Samstagen sind Infostände geplant. Der Wildbienen-Experte Andreas Fleischmann wird am 18. Januar ab 20 Uhr im Sportzentrum sprechen und am 10. Februar wird der Film „More Than Honey“ in Landsberg zu sehen sein.

Auch die Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel (Grüne) meldet sich per E-Mail zum Volksbegehren zu Wort. Die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen wie die Sicherung von Grünland und dessen insektenfreundlichem Schnitt, die Festschreibung von Ökolandbau und die Einrichtung von Gewässerschutzstreifen würden auch im Landkreis Landsberg zum Schutz der Biodiversität beitragen. Im Bereich der Bio-Landwirtschaft habe der Landkreis Aufholbedarf, wenn die Quote im Jahr 2030 auf 30 Prozent festgelegt werde. 2018 seien nur 15 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen biologisch bewirtschaftet worden. Triebel fordert, dass auch das Staatsgut Achselschwang biologisch bewirtschaftet wird.

volksbegehren-artenvielfalt-ll@gmx.de oder Telefon 08191/ 4283230 (Wolfgang Buttner)

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