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Erste Hilfe

11.10.2019

„Mobile Retter“ sollen 2020 starten

Kreisausschuss will Hilfe bei Herz-Kreislauf-Stillständen beschleunigen

„Mobile Retter“ sollen im Laufe des nächsten Jahres auch im Landkreis Landsberg zum Einsatz kommen. Dieses Projekt soll die Überlebenschancen von Patienten, die Herz-Kreislauf-Stillstände erlitten haben, verbessern. Der Kreisausschuss stimmte dem Konzept einstimmig zu. Der Landkreis stellt dafür für das erste Jahr etwa 18000 Euro bereit, in den Folgejahren soll sich der finanzielle Beitrag auf 15000 Euro reduzieren.

Bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Stillständen zählt jede Minute. Minütlich sinkt die Chance zu überleben um etwa zehn Prozent – und insbesondere in ländlichen Regionen kann es länger als die durchschnittlich acht bis neun Minuten dauern, binnen derer der Rettungsdienst vor Ort ist. Diese Lücke soll nun auch im Landkreis von „Mobilen Rettern“ geschlossen werden. Das sind beruflich qualifizierte Ersthelfer (zum Beispiel Rettungssanitäter, Feuerwehrleute, Pflegekräfte, Ärzte und Arzthelferinnen, geschätzt zwei bis drei Prozent der Bevölkerung) mit Reanimationskenntnissen. Solche Personen könnten sich als „Mobile Retter“ qualifizieren. Als solche würden sie im Bedarfsfall von der Rettungsleitstelle via Smartphone geortet. Wer sich am nächsten zum Einsatzort befindet, werde dann zusätzlich zu Rettungsdienst und Notarzt von der Leitstelle alarmiert und zum Einsatzort gelotst, um dort – ausgestattet mit Handschuhen und Atemmaske – eine Wiederbelebung zu versuchen. Mobile Retter seien jedoch nicht verpflichtet, jeden Einsatz zu übernehmen, und könnten auch ablehnen. Ebenso können Zeiten angegeben werden, in denen ein Mobiler Retter gar nicht erst alarmiert werden möchte.

In den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen sowie in Ingolstadt sind Mobile Retter seit 2016 im Einsatz. Pro Jahr könnten dabei etwa 65 Menschen zusätzlich gerettet werden, legte im Kreisausschuss der Chefarzt des Rotkreuz-Kreisverbands Landsberg, Dr. Tim Voegele, dar. Er betonte, dass durch das Mobile-Retter-Projekt der Rettungsdienst nicht infrage gestellt werde.

Zu den jährlich 15000 bis 18000 Euro, die für die technische Plattform anfallen, können auf den Landkreis noch Nebenkosten etwa für Trainings und Ausstattung der Mobilen Retter hinzukommen. Das Vorhaben zu unterstützen, war im Kreisausschuss unstrittig. Landrat Thomas Eichinger (CSU) merkte lediglich an, „erstaunlich ist nur, dass man nicht schon früher draufgekommen ist“. (ger)

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