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Pflugdorf-Stadl

23.06.2018

Mobilfunkmast kommt doch an den Eichensee

Der Eichensee südlich von Pflugdorf und Stadl ist ein beliebtes Ausflugsziel. Dass nun ganz in der Nähe ein 30 Meter hoher Mobilfunkmast aufgestellt werden soll, kritisiert unter anderem Gemeinderat Franz Erhard. Er fürchtet, dass die Landschaft verschandelt wird.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Ein 30 Meter hoher Stahlgittermast soll im Naherholungsgebiet am Eichensee bei Pflugdorf aufgestellt werden. Das spaltet den Gemeinderat.

Der von der Telekom anvisierte Standort für einen neuen Mobilfunkmast im Naherholungsgebiet Eichensee südlich von Pflugdorf und Stadl ist so manchem Gemeinderat nach wie vor ein Dorn im Auge. Vor allem Franz Erhard fürchtet eine extreme „Verschandelung der Landschaft“ und wünscht sich, den im Gemeinderat Vilgertshofen bereits gefassten Beschluss noch einmal zu überdenken. Seinem Wunsch kamen in der jüngsten Sitzung allerdings nur fünf der 13 Gemeinderäte samt Bürgermeister Albert Thurner nach. Somit bleibt es beim Standort Eichensee.

Gibt es eine Alternative?

Dass sich an der schlechten Anbindung der Ortsteile Pflugdorf und Stadl an das mobile Netz etwas ändern muss, darüber ist sich der Gemeinderat seit geraumer Zeit einig. Wie unsere Zeitung berichtete, hatte sich die Telekom an die Gemeinde gewandt, um einen geeigneten Standort für einen Mobilfunkmast zu finden. Nach Ansicht der Fachleute ist der Standort am Eichensee, an dem ein rund 30 Meter hoher Stahlgittermast aufgestellt werden soll, der beste.

In einer Senke befürchtet die Telekom Einschränkungen

Anfangs hatte sich der Gemeinderat vehement gegen diesen Platz gewehrt und den Standort Ende Januar auch abgelehnt. Favorisiert wurde vielmehr ein Standort etwa 500 Meter weiter südlich in einer Geländesenke am „Biachala“. Weil aber von Seiten des Mobilfunkanbieters signalisiert wurde, dass dieser Standort nicht die gleiche Versorgungsqualität für alle Bewohner von Pflugdorf und Stadl gewährleisten könne und somit ungeeignet sei, stimmte das Gremium der Errichtung am Eichensee zu. Klaus Pilz meinte dazu: „Wir machen uns unglaubwürdig, wenn wir einen Mast an einer Stelle aufstellen lassen, von der aus nicht alle Bürger versorgt werden können.“

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Franz Erhard hingegen glaubte nicht, dass sich die Versorgungsleistung zwischen beiden Standorten wirklich so gravierend unterscheidet. Vielmehr glaubt er, dass der Anbieter die für ihn wirtschaftlichste Lösung favorisiere.

Es fällt ein Grundsatzbeschluss

Zweiter Bürgermeister Markus Müller sagte, dass nur ein unabhängiges Gutachten letztlich klarstellen könnte, welcher Standort geeigneter wäre. Stefan Erdt versuchte, den Befürchtungen vor einer Verschandelung der Landschaft den Wind aus den Segeln zu nehmen: „Ich habe in der letzten Zeit mal ganz bewusst überall rumgeschaut. In der Regel fällt den Leuten so ein Mast gar nicht auf - es sei denn, man schaut gezielt danach. Außerdem ist eine gute Netzversorgung den meisten viel wichtiger“, sagte er.

In der jüngsten Sitzung verlangte Bürgermeister Albert Thurner eine Grundsatzentscheidung von seinen Ratskollegen, um die Diskussion nicht ausufern zu lassen. „Entweder wir sprechen uns für eine Aufhebung des gefassten Beschlusses auf, dann kommt das Ganze noch einmal auf die Tagesordnung, oder wir bleiben jetzt bei dem beschlossenen Standort“, sagte er. Sieben seiner Ratskollegen folgten seinem Ansinnen, die Diskussion zu beenden und den bestehenden Beschluss aufrechtzuerhalten. Fünf Ratsmitglieder stimmten dagegen.

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